„Wenn Europa nicht solidarisch ist, wird es zusammenfallen“


Protest für Zusammenhalt: In verschiedenen Städten gehen immer wieder Menschen für die EU auf die Straßen – wie hier in Hamburg Quelle: dpa/Axel Heimken
Migration und Ungleichheit sind die zwei Hauptprobleme der EU, sagt Karl-Heinz Lambertz. Der Präsident des Ausschusses der Regionen ruft reiche Gegenden auf, ärmeren zu helfen. Der grassierende Separatismus sei eine Sackgasse.

Von Sarah Maria Brech | DIE WELT

Europäischer als Karl-Heinz Lambertz kann man kaum sein. Der Belgier stammt aus dem Dreiländereck rund um Eupen, hat in Louvain-la-Neuve und Heidelberg studiert und wird als Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen regelmäßig in die unterschiedlichsten Gegenden Europas eingeladen. Das Interview gibt er in seiner Muttersprache: Deutsch.

DIE WELT: Herr Lambertz, der Ausschuss der Regionen soll unter anderem verhindern, dass eine Kluft entsteht zwischen EU-Institutionen und Bürgern. Heute sind europafeindliche Politiker in vielen Ländern stark. In Katalonien hat sich sogar eine Mehrheit für die Abspaltung von Spanien ausgesprochen, was de facto den Austritt aus der EU bedeuten würde. Ist die Kluft nicht längst da?

Karl-Heinz Lambertz: Ich fürchte sogar, dass diese Kluft von Anfang an da war. Die EU war ein wahnsinnig mutiges Projekt, sie ist ein fantastisches Projekt. Aber eben auch von Anfang an ein Projekt der Eliten.

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