„Viele zeigen sich schockiert, wenn sie vom Holocaust hören“

Bild: Jüdisches Forum für Demokratie
Eine neue Studie zeigt, wie wenig viele Asylbewerber über das Judentum in Deutschland wissen. Ihr Bild von Israel ist zudem durch Propaganda verzerrt. Der Historiker Günther Jikeli sieht darin einen gefährlichen Nährboden, den Radikale für sich nutzen könnten.

rbb|24

Welches Bild haben Menschen aus Syrien und dem Irak, die als Asylsuchende in Deutschland leben, vom Judentum und Israel? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie, die vom American Jewish Committee Berlin in Auftrag gegeben wurde. Der Historiker und Antisemitismusforscher Günther Jikeli hat im Dezember 2016 dazu 16 Gruppeninterviews mit 68 Menschen durchgeführt, unter anderem in Berliner Gemeinschaftsunterkünften, Cafés und Restaurants. Unter ihnen waren Muslime, Christen und Jesiden, Araber, Kurden, Palästinenser, Männer und Frauen im Alter von 18 bis 52 Jahren. Die Studie ist nicht repräsentativ. Stattdessen hoffen die Macher, eine Diskussion anzustoßen, die zu einer Bestandsaufnahme führt. Im Interview mit rbb|24 erklärt Jikeli welche Einstellungen ihm in den Gesprächen begegnet sind.

rbb|24: Die Veröffentlichung Ihrer Studie fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der in Berlin Tücher mit Davidstern verbrannt wurden. Auch wenn diese Taten nicht von Geflüchteten begangen wurden, hat Sie das überrascht?

Günther Jikeli: Die Demonstrationen sind weder repräsentativ für Geflüchtete noch für Muslime. Sie wurden von Islamisten und radikalen palästinensischen Organisationen organisiert, die geschickt vorhandene Ressentiments ausnutzen für ihre Zwecke. Der mit dem Zentralrat der Muslime assoziierte Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland beispielsweise rief dazu auf, in den Freitagsgebeten zu betonen, dass Jerusalem allein „Besitz der Muslime“ sei. Bei einer solchen Aufstachelung und einem weit verbreiteten Anti-Israelismus ist es nicht verwunderlich, wenn israelische Fahnen oder Fahnen mit Davidsternen verbrannt werden.

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„Religiöse Inhalte an Weihnachten oft irrelevant“

Bild:FB
Dass acht Prozent der Konfessionslosen planen, dieses Jahr an Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen, überrascht den Marburger Religionspsychologen Sebastian Murken nicht. Als Rückkehr der Religiosität sei dies jedoch nicht zu interpretieren: „Für viele Kirchgänger sind religiöse Inhalte an Weihnachten vollkommen irrelevant, egal ob sie nun Mitglied einer Kirche sind oder nicht“, sagt er im epd-Gespräch. Sebastian Murken ist Honorarprofessor für Religionswissenschaft und Religionspsychologie an der Universität Marburg.

Interview Julia Lauer | evangelisch.de

Herr Professor Murken, rund ein Drittel der Kirchenmitglieder plant einer Umfrage zufolge, an Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen: 31 Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder und 36 Prozent der katholischen. Sind das viele oder wenige?

Murken: Weder noch, die Zahlen sind angesichts der abflachenden Glaubenskurve völlig plausibel. Es hätte mich allerdings nicht überrascht, wenn Protestanten und Katholiken etwas weiter auseinander gelegen hätten. Bei den Katholiken ist der Anteil hochreligiöser und traditionsorientierter Menschen erfahrungsgemäß etwas höher als bei Protestanten. Ich hätte mir also vorstellen können, dass ein paar Katholiken mehr in die Christmette gehen.

 

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„Trump lässt sich eine gute Story nicht durch Fakten kaputtmachen“

Aaron Sharockman ist Chefredakteur von Politifact. (Foto: PolitiFact)
Aaron Sharockman von der Faktencheck-Webseite „Politifact“ und Fachmann für politische Lügen. Hier erzählt er von seinen Lieblingslügen und warum Politiker immer dreister flunkern.

Interview von Jannis Brühl | Süddeutsche Zeitung

Gerade erst hat Aaron Sharockman mit seinem Team die „Lüge des Jahres“ gekürt: Die Redaktion von Politifact, der wichtigsten Factchecking-Webseite der USA, entschied sich für Donald Trumps Behauptung, die Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf 2016 sei erfunden. Sharockman ist Geschäftsführer der Seite und hat seit Trumps Amtsantritt noch mehr zu tun als vorher.

Herr Sharockman, nach mittlerweile sieben Jahren Factchecking: Was ist Ihre Lieblingslüge?

Da wäre zm Beispiel etwas Albernes, an dem man aber sieht, dass man wirklich alles überprüfen kann: Rick Scott, der Gouverneur von Florida, hat eine Glatze. Im Wahlkampf behauptete einer seiner Anhänger, er würde der erste kahle Gouverneur des Staates werden. Wir sind dann zu einem Stylisten gegangen, haben ihm Gemälde und Fotos der bisherigen Gouverneure gezeigt und sind detailliert durchgegangen, wer von denen Haarausfall hatte (Scott war nicht der erste, Anm. d. Red.).

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Schick: „Kirchen lehnen jede Form von Antisemitismus kategorisch ab“

FB-Seite des Bamberger Bischofs Schick. Screenshot: BB
Bamberger Erzbischof auf Twitter: „Ein Christ kann kein Antisemit sein, auch nicht, weil er sonst gegen Jesus ist, der Jude war.“

kath.net

Nach eklatanten Vorfällen von Antisemitismus erinnerte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick auf seinem Twitterauftritt daran, dass Antisemitismus für Christen ein Unding ist.

Er wies darauf hin, dass die Kirchen jede Form von #Antisemitismus kategorisch ablehnen. Ein Christ könne kein Antisemit sein, auch deshalb nicht, weil er sich „sonst gegen #Jesus“ stellen würde, der Jude war.

Außerdem erinnerte Schick, dass Antisemitismus durch nichts zu rechtfertigen sei, „auch nicht durch politische(Fehl)Entscheidungen“.

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Mehrheit der Kirchenmitglieder geht Weihnachten nicht zum Gottesdienst

Weihnachtsgottesdienst in der Evangelischen Stiftskirche in Stuttgart 2016 ©DPA
Nur jeder Fünfte Deutsche plant den Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes. Selbst die Kirchenmitglieder werden einer Umfrage zufolge wohl mehrheitlich zu Hause bleiben. Signifikant ist der Zusammenhang zwischen Kirchenbesuch und politischem Interesse.

Frankfurter Allgemeine

Nur jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) will zu Weihnachten einen Gottesdienst besuchen. Das ergab eine INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung (Montag). Gut jeder Zweite (55 Prozent) weiß demnach sicher, dass er am Fest von Christi Geburt nicht in die Kirche geht; der Rest macht keine Angaben.

Auch die Kirchenmitglieder werden den Angaben zufolge wohl mehrheitlich dem Weihnachtsgottesdienst fernbleiben. So wollen lediglich 43 Prozent der evangelisch-freikirchlichen Christen, 36 Prozent der römisch-katholischen Christen und 31 Prozent der evangelisch-landeskirchlichen Christen einen Weihnachtsgottesdienst besuchen.

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Boris Palmer: Leitkultur? „Hatte ich für Unsinn gehalten, heute sehe ich es anders“

Boris Palmer 2014, Bild: wikipedia.org/CC BY 3.0 – Felix König

Grünenpolitiker Boris Palmer nennt Flüchtlingshilfe durch offene Grenzen „darwinistisch“, sähe lieber eine große Koalition als Neuwahlen und mahnt die Verteidigung unserer freiheitlichen Demokratie an.

Interview Petra Lorleberg | kath.net

„Wir müssen schon darüber reden, wie wir hier leben wollen und wie nicht.“ Dies sagt der grüne Oberbürgermeister von Tübingen im KATH.NET-Interview auf die Frage nach einer Leitkultur. „Ich habe das früher für Unsinn gehalten, heute sehe ich es anders. Nur mit dem Grundgesetz ist unsere Gesellschaft nicht erklärt und auch nicht zusammen gehalten. Es ist nicht verboten, ein Pascha, eine Umweltsau oder religiöser Fundamentalist zu sein. Aber wenn diese Haltungen Mainstream würden, hätte ich ein Problem.“

Palmer gilt – auch innerhalb seiner eigenen Partei – als Querdenker, der seine Partei auch schon dafür gelobt hatte, dass sie ihn aushalte. Der Politiker, dessen Thesen immer wieder auch bundesweit diskutiert werden, war vor seiner Zeit als Oberbürgermeister Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg gewesen.

kath.net: Politik interessiert, ja polarisiert derzeit wohl stärker als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten. Herr Palmer, welche Art von politischer Diskussion wünschen Sie sich – in den Parteien und politischen Gremien, aber auch quer durch die Bevölkerung?

Palmer: Ja, wir haben wieder mehr Interesse an Politik. Leider ist der Anlass nicht so erfreulich wie erhofft. Wir sind mehr und mehr in der Defensive und müssen die Prinzipien unserer freiheitlichen Demokratie verteidigen. Weil das so ist, wünsche ich mir vor allem, dass wir deren Prinzipien auch anwenden, wenn wir sie verteidigen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. „FCK AFD“ ist eine Beleidigung und kein Streit in der Sache.

kath.net: Die beiden großen christlichen Kirchen unterstützen ja großteils pauschal Kanzlerin Merkels Flüchtlingspolitik. Hätten Sie hier auf mehr Differenzierung gehofft?

Palmer: Das habe ich gar nicht so erlebt. Dass die Kirchen sich hinter die Hilfe für Menschen in Not stellen, halte ich für selbstverständlich. Rein politische Entscheidungen, etwa über sichere Herkunftsstaaten oder Grenzkontrollen, hat die Kirche aus meiner Sicht nicht pauschal im Sinne der Kanzlerin beantwortet.

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Die Prepper-Szene gerät ins Visier des Verfassungsschutzes

Bastian Blum aus Krefeld ist auf die große Katastrophe vorbereitet Quelle: Dominik Asbach
Prepper lagern Vorräte und bereiten sich auf Hochwasser und Stromausfälle vor. Nun hat der Verfassungsschutz das Milieu im Visier. Ist vor der Szene der Vorsichtigen selbst Vorsicht geboten?

Von Andreas Fasel | DIE WELT

Der Keller ist voll bis obenhin: Decken, Wasserkanister, Mineralwasserflaschen, Kerzen, Plastiktonnen, die mit Mehl gefüllt sind, Nudeln, Milchpulver, Müsli, Wurstdosen, Zucker und so weiter. Dazu mehrere Gaskocher, Lampen, Gasmasken, zwei Spitzhacken und jede Menge Verbandszeug. Nur ein paar Kinderspielgeräte auf dem Boden lassen erkennen, dass dies kein Lagerraum des Technischen Hilfswerks ist, sondern ein ganz normaler Keller in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus. Es ist der Keller der Familie Blum aus Krefeld.

Bastian Blum, 38 Jahre alt, verheiratet, Vater eines Kindes, will vorbereitet sein. Falls ein Hochwasser kommt. Oder ein Sturm die Stromversorgung kappt. Oder ein Unfall in einem Chemiewerk das Verlassen des Hauses unmöglich macht. Blum ist ein sogenannter Prepper. So nennen sich nach amerikanischem Vorbild Menschen, die sich mit Vorräten und Notreserven für einen Ernstfall wappnen. Preppen kommt vom englischen „prepare“: sich vorbereiten.

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Verstösst Kopftuchverbot gegen Religionsfreiheit?

Geht es nach der christlichen Volkspartei CVP, sollen muslimische Mädchen kein Kopftuch mehr an der Schule tragen dürfen. «Kleidungsstücke, welche die Unterordnung der Frau unter den Mann symbolisieren, lehnen wir ab», schreibt sie in einem Parteipapier.Bild: JÖrg Carstensen
Die CVP will Schulmädchen das Kopftuch verbieten. Ob das mit der Religionsfreiheit zu vereinbaren ist, ist umstritten.

Von D. Pomper | 20min.ch

Geht es nach der christlichen Volkspartei CVP, sollen muslimische Mädchen kein Kopftuch mehr an der Schule tragen dürfen. «Kleidungsstücke, welche die Unterordnung der Frau unter den Mann symbolisieren, lehnen wir ab», schreibt sie laut der «Sonntagszeitung» in einem Parteipapier zu «Werten und Rechtsstaat», das die Grundlage für einen Religionsartikel bilden sol. Alle Kinder müssten das Recht auf eine gleichgestellte Entwicklung erhalten, unabhängig vom Geschlecht.

Das Verbot unterstützt Saida Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam. «Viele muslimische Mädchen haben keinen Raum sich normal zu entwickeln. Ihre Familie kontrolliert ihr Leben. Sie dürfen nicht in den Ausgang, dürfen keinen Kontakt zu Buben haben, es wird von ihnen erwartet, ein Kopftuch zu tragen.» Der einzige Raum, wo sie die Erfahrung von Gleichberechtigung machen könnten und die Religion keine Rolle spiele, sei die Schule.

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«In zehn Jahren haben wir einen muslimischen Feiertag im Kalender»

Friedrich Wilhelm Graf. Bild: NZZ
Für den protestantischen Theologen Friedrich Wilhelm Graf ist es eine Aufgabe von religiösen Institutionen, dafür zu sorgen, dass ihre Mitglieder den Rechtsstaat anerkennen. Es wäre wünschenswert, dass diese Lernprozesse auch im Islam schnell erfolgten, so Graf in der Gesprächsreihe «NZZ-Standpunkte».

Von Elena Panagiotidis | Neue Zürcher Zeitung

Wenn heute von Religion die Rede ist, dominiert – trotz dem ausgehenden Lutherjahr – der Islam den öffentlichen Diskurs. Terroristen, die vorgeben, im Namen des Islam zu handeln, ziehen in den Jihad oder verüben Anschläge in Westeuropa.

Warum ist ein gewaltbereiter Islam für einige so attraktiv?

Zu dieser Frage nimmt der protestantische Theologe Friedrich Wilhelm Graf in der jüngsten Folge von «NZZ-Standpunkte» Stellung. Die neuen Formen eines politisierten Islam seien durchaus moderne Phänomene. Zum Beispiel seien Salafisten «sehr protestantisch» in ihrer Vorstellung, zu einem «wahren Ursprung» zurückkehren zu wollen. Ohne Zweifel seien junge radikalisierte Muslime Menschen, die sich in einer als chaotisch empfundenen Welt an die «Wahrheit» klammerten. Viele fühlten sich von der Gesellschaft nicht anerkannt.

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Splatter-Kult in Neapel: Blutwunder pünktlich eingetreten

Bild. Vatican News
In Neapel ist das sogenannte Blutwunder des heiligen Januarius wieder pünktlich eingetreten. Wie italienische Medien berichteten, verflüssigte sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons Samstagmittag.

Vatican News

Der 16. Dezember ist einer von drei Terminen im Lauf eines Jahres, an dem sich das Ereignis üblicherweise vollzieht. Das Datum erinnert an die Warnung vor einem größeren Vesuvausbruch im Jahr 1631.

Die beiden anderen Termine sind am Samstag vor dem ersten Mai – dem Fest der Übertragung der Reliquien nach Neapel – und der Festtag des Heiligen am 19. September. An diesem Tag im Jahr 305 soll „San Gennaro“ laut Überlieferung unter dem römischen Kaiser Diokletian in Pozzuoli bei Neapel enthauptet worden sein.

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Ägypten: Ältester Brustkrebsfall entdeckt

Diese 3.000 Jahre alte ägyptische Mumie ist der älteste bekannte Brustkrebsfall der Geschichte. © Patricia Mora
Krebs im alten Ägypten: Eine 3.000 Jahre alte ägyptische Mumie ist der älteste bekannte Brustkrebsfall der Geschichte. Wie Computertomografien enthüllten, starb die bei Assuan bestattete Tote an den Folgen dieses Tumorleidens. Ganz in der Nähe entdecken die Archäologen zudem eine 2.800 Jahre alte Männermumie mit dem bislang ältesten Fall von multiplem Myelom, einem Knochenmarkskrebs.

scinexx

Krebs gehört heute zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Unsere Vorfahren dagegen, so vermutete man lange Zeit, litten offenbar gar nicht oder zumindest weitaus seltener an Tumorerkrankungen – auch weil sie meist schon in jungen Jahren starben. Doch diese Annahme stimmt offenbar so nicht. Denn in den letzten Jahren haben Archäologen Indizien für bösartige Knochentumore sowohl bei einem vor 3.200 Jahren gestorbenen Ägypter als auch bei einem Neandertaler und sogar einem 1,7 Millionen Jahre alten Vormenschen entdeckt.

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Israelische Regierung will Todesstrafe für „Terroristen“ einführen

REUTERS
Seit 55 Jahren gab es in Israel keine Hinrichtungen mehr. Eine entsprechende Gesetzesinitiative, die von den Chefs der sechs Regierungsparteien unterstützt wird, soll das ändern.

Die Presse.com

Die israelische Regierung will die Todesstrafe für „Terroristen“ einführen. Die Chefs der sechs Regierungsparteien hätten sich bei Beratungen am Sonntag auf eine entsprechende Gesetzesinitiative geeinigt, hieß es in einer Erklärung der Koalitionspartei Yisrael Beitenu von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman.

„Das Gesetz sollte sehr einfach und sehr klar sein: Ein Terrorist, der unschuldige Zivilisten tötet, soll zum Tode verurteilt werden“, hieß es darin.

Wann das Parlament über die Vorlage abstimmen soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Letztmalig wurde die Todesstrafe 1962 in Israel vollstreckt, als der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann gehängt wurde.

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Cuba Secreto

Wappen der C.I.A. – Zentraler Nachrichtendienst der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. PD

USA geben Dokumente zur Geheimdiplomatie zwischen Havanna und Washington aus 57 Jahren frei

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Zum dritten Jahrestag des Treffens vom 17.12.2014 zwischen den damaligen Präsidenten Barrack Obama und Raul Castro, wurden nun der Öffentlichkeit bislang vorenthaltene Dokumente über fünf Jahrzehnte Geheimdiplomatie zwischen den USA und Kuba zugänglich gemacht.

In einem als „Top Secret“ klassifizierten internen Memorandum vom 04.03.1963 bekundete Präsident John F. Kennedy, dass er nicht mit der Position einverstanden sei, für Fidel Castro unakzeptable Bedingungen zu stellen wie ein Beharren auf einer Spaltung des sino-sowjetischen Blocks. Castro nutzte nach der Ermordung Kennedys die ABC-Reporterin Lisa Howard, um Nachfolger Lyndon B. Johnson über die Geheimverhandlungen ins Bild zu setzen. So bedauerte Castro die Strategie der Republikaner, Kuba als Waffe gegen die Demokraten einzusetzen und bot Johnson an, insoweit politisch gebotene kriegerische Rhetorik zu ignorieren, wenn Johnson ihn von deren Harmlosigkeit vorab informiere.

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Heilpraktiker – Gefahr oder Segen?

Kräuter und Kügelchen werden von Heilpraktikern oft verschrieben – auch wenn deren Wirkung nicht durch Studien bestätigt ist.Foto: Getty Images/iStockphoto
Heilpraktiker unterhalten sich lange mit Patienten – die fühlen sich wohl. Die Schulmedizin kritisiert: Heilsame Therapien werden verschleppt oder verpasst Ärztepräsident Montgomery will den Heilpraktikerberuf abschaffen.

Von Hinnerk Feldwisch Drentrup | DER TAGESSPIEGEL

Es war ein Fall, der Menschen in ganz Deutschland erschütterte. Im Sommer 2016 starben mehrere Krebspatienten, nachdem ein Heilpraktiker ihnen eine ungeprüfte Substanz gespritzt hatte. Der Fall hat eine Debatte angestoßen, in der Kritiker auch die Abschaffung des Berufsstands fordern.

Für die Rechtsmedizin sind die Ermittlungen schwierig. Um die Todesursache von mindestens drei Krebspatienten herauszufinden, ließ sie sogar neue Analysemethoden entwickeln. Als Ende Juli mehrere Patienten eines Heilpraktikers aus Brüggen-Bracht starben und weitere teils im Krankenhaus behandelt werden mussten, lag der Verdacht nahe, dass dies mit der Behandlung durch den Alternativmediziner Klaus R. zu tun haben könnte. Er hatte ihnen die Substanz 3-Bromopyruvat gespritzt, die er als „Basistherapie“ für knapp 10 000 Euro auf seiner Homepage bewarb. Das Mittel sei „effektiver als heutige Chemotherapeutika“, erklärte er dort.

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Tschetschenen-Großfamilie entzieht sich der Ausreisepflicht – Kirchenasyl

Bild: Axel Heimken
Tschetschenen entziehen sich der Ausreisepflicht. Nach Ende der Drei-Monats-Frist ist nun Deutschland zuständig.

Von Margret Kiosz | shz.de

Überraschende Wende im Fall Großbarkau: Die tschetschenische Großfamilie, die sich vor einer Woche gewaltsam der Abschiebung widersetzte, befindet sich seit Sonntag im Kirchenasyl. Das bestätigte am Donnerstag der Sprecher des Kreises Plön.

Die Überführung der seit Mitte November ausreisepflichtigen siebenköpfigen Familie – darunter ein leukämiekrankes Kind – nach Polen im Rahmen des Dublin-Verfahrens ist damit gescheitert. Die Drei-Monats-Frist für die Überstellung in das eigentlich zuständige EU-Land endete am 12. Dezember. Das bedeutet: Das Asylverfahren geht jetzt in deutsche Zuständigkeit über.

Körperliche Gewalt gegen Polizistin

 „Dieser Fall wird sicher erneut die Diskussion entfachen, wie weit das Kirchenasyl gehen darf und was es für das Verständnis unseres Rechtsstaates bedeutet, wenn das Kirchenasyl eine rechtlich abschließende Entscheidung aushebelt“, sagte Landrätin Stephanie Ladwig.

Gülen-Bewegung nach Türkei-Putsch – Beweisen, dass Islam und Demokratie vereinbar sind

Bild: AP/Michael Sohn
Seit dem Putschversuch gegen Erdogan ist die Hizmet-Bewegung des Predigers Fetullah Gülen immer wieder Angriffen ausgesetzt. Aushängeschild in Deutschland ist die Stiftung „Dialog und Bildung“. Ihr zufolge hat sich die Lage etwas beruhigt.

Von Ursula Voßhenrich | rbb24

Die Stimmung in der türkischen Community in Berlin sei nicht mehr so aufgeheizt wie vor einem Jahr, sagt Ercan Karakoyun, Leiter der Stiftung „Dialog und Bildung“, der zentralen Institution der Hizmet-Bewegung in Deutschland. Doch die Bedrohungen hätten nicht aufgehört, im Gegenteil. Sie seien jetzt quasi institutionalisiert und kämen systematisch von Erdogan-nahen Vereinen und Verbänden in Deutschland.

Nach dem Putsch 15 Prozent Schüler verloren

„Bestimmte Einrichtungen, Verbände oder Vereine verfolgen uns auch hier“, so Karakoyun. Sie riefen zum Boykott auf oder teilten Namen von Hizmet-Leuten den türkischen Behörden mit, so dass es zu Festnahmen in der Türkei komme. Auch Eigentum und Pässe würden beschlagnahmt, so Karakoyun weiter.

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Deshalb lässt Israel den Bibelschatz nicht nach Deutschland

Die Qumran-Rollen gehen nicht auf die Reise von Jerusalem nach Frankfurt Quelle: picture-alliance / SCHROEWIG/CHL
In Frankfurt platzt eine Ausstellung der weltberühmten Qumran-Schriftrollen, weil Deutschland Israel eine Rückgabegarantie für den Bibelschatz verweigert. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft spricht von einem Skandal.

Von Thomas Schmoll | DIE WELT

Als der Kooperationsvertrag mit der Antikenbehörde Israels geschlossen wurde, feierte das Bibelmuseum in Frankfurt am Main eine Sternstunde seines Bestehens. Das Abkommen bildete die Grundlage für eine geplante Ausstellung in der hessischen Metropole, die eine Sensation gewesen wäre: 2019 sollten die weltberühmten Qumran-Rollen gezeigt werden. Die Schriftstücke sind die ältesten bekannten Bibelaufzeichnungen der Welt.

Unterzeichnet hatte den Vertrag die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die das Frankfurter Bibelhaus finanziell weitgehend trägt. Ihr Präsident Volker Jung sprach damals in Jerusalem von einem „wichtigen Beitrag zur Stärkung der Beziehung“ zwischen Israel und Deutschland, der „den kulturellen und den wissenschaftlichen Austausch“ beider Länder fördere. Das war im Mai 2015.

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Erdogan will türkische Botschaft in Ost-Jerusalem eröffnen

Demonstrationen gegen US-Präsident Trump – APA/AFP/ILYAS AKENGIN
Der türkische Staatschef geht weiter auf Konfrontation. Ost-Jerusalem soll die Hauptstadt Palästinas werden.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan geht gegenüber den USA und Israel weiter auf Konfrontationskurs und will eine Botschaft seines Landes in Ost-Jerusalem einrichten. „Mit Gottes Wille und Gottes Erlaubnis ist der Tag nah, an dem wir dort unsere Botschaft eröffnen“, sagte Erdogan am Sonntag in der türkischen Provinz Karaman vor Mitgliedern der regierenden AKP.

Das türkische Generalkonsulat in Jerusalem werde bereits von einem Botschafter geleitet. Bisher ist die türkische Botschaft in Israel wie die anderer ausländischer Vertretungen in Tel Aviv. Zunächst blieb unklar, ob Erdogan die Botschaft verlegen oder eine zweite Vertretung für die Palästinensergebiete einrichten will. Die Israelis haben Ost-Jerusalem 1967 erobert und ganz Jerusalem zu ihrer ewigen und unteilbaren Hauptstadt erklärt. International ist der Status umstritten.

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Putin dankt Trump für Hinweis der CIA

  • Der russische Präsidenten Putin an den US-Präsidenten Trump angerufen und ihm gedankt.
  • Informationen der CIA hätten geholfen, einen Terroranschlag zu vereiteln.
  • Russischen Angaben zufolge wurden mehrere Personen festgenommen, die ein Attentat in St. Petersburg geplant haben sollen.

Süddeutsche Zeitung

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kreml US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat für einen Hinweis der CIA gedankt. Dieser habe geholfen, eine Bombenanschlagsserie in St. Petersburg zu verhindern. Per Twitter bestätigte Sarah Sanders, die Sprecherin des Weißen Hauses, dass es ein solches Telefonat gegeben habe.

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Pope: Fake News Is a Sin

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Pope Francis calls on journalists to report correct information, not one-sided reports.

Alternet

Pope Francis has criticised journalists who dredge up old scandals and sensationalise the news, saying it’s a “very serious sin” that hurts all involved.

Francis, who plans to dedicate his upcoming annual communications message to “fake news”, told Catholic media on Saturday that journalists perform a mission that is among the most “fundamental” to democratic societies.

But he reminded them to provide precise, complete and correct information and not to provide one-sided reports.

The pope said: “You shouldn’t fall into the ‘sins of communication:’ disinformation, or giving just one side, calumny that is sensationalised, or defamation, looking for things that are old news and have been dealt with and bringing them to light today.”

He called those actions a “grave sin that hurts the heart of the journalist and hurts others”.