Heilpraktiker – Gefahr oder Segen?


Kräuter und Kügelchen werden von Heilpraktikern oft verschrieben – auch wenn deren Wirkung nicht durch Studien bestätigt ist.Foto: Getty Images/iStockphoto
Heilpraktiker unterhalten sich lange mit Patienten – die fühlen sich wohl. Die Schulmedizin kritisiert: Heilsame Therapien werden verschleppt oder verpasst Ärztepräsident Montgomery will den Heilpraktikerberuf abschaffen.

Von Hinnerk Feldwisch Drentrup | DER TAGESSPIEGEL

Es war ein Fall, der Menschen in ganz Deutschland erschütterte. Im Sommer 2016 starben mehrere Krebspatienten, nachdem ein Heilpraktiker ihnen eine ungeprüfte Substanz gespritzt hatte. Der Fall hat eine Debatte angestoßen, in der Kritiker auch die Abschaffung des Berufsstands fordern.

Für die Rechtsmedizin sind die Ermittlungen schwierig. Um die Todesursache von mindestens drei Krebspatienten herauszufinden, ließ sie sogar neue Analysemethoden entwickeln. Als Ende Juli mehrere Patienten eines Heilpraktikers aus Brüggen-Bracht starben und weitere teils im Krankenhaus behandelt werden mussten, lag der Verdacht nahe, dass dies mit der Behandlung durch den Alternativmediziner Klaus R. zu tun haben könnte. Er hatte ihnen die Substanz 3-Bromopyruvat gespritzt, die er als „Basistherapie“ für knapp 10 000 Euro auf seiner Homepage bewarb. Das Mittel sei „effektiver als heutige Chemotherapeutika“, erklärte er dort.

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