«In zehn Jahren haben wir einen muslimischen Feiertag im Kalender»


Friedrich Wilhelm Graf. Bild: NZZ
Für den protestantischen Theologen Friedrich Wilhelm Graf ist es eine Aufgabe von religiösen Institutionen, dafür zu sorgen, dass ihre Mitglieder den Rechtsstaat anerkennen. Es wäre wünschenswert, dass diese Lernprozesse auch im Islam schnell erfolgten, so Graf in der Gesprächsreihe «NZZ-Standpunkte».

Von Elena Panagiotidis | Neue Zürcher Zeitung

Wenn heute von Religion die Rede ist, dominiert – trotz dem ausgehenden Lutherjahr – der Islam den öffentlichen Diskurs. Terroristen, die vorgeben, im Namen des Islam zu handeln, ziehen in den Jihad oder verüben Anschläge in Westeuropa.

Warum ist ein gewaltbereiter Islam für einige so attraktiv?

Zu dieser Frage nimmt der protestantische Theologe Friedrich Wilhelm Graf in der jüngsten Folge von «NZZ-Standpunkte» Stellung. Die neuen Formen eines politisierten Islam seien durchaus moderne Phänomene. Zum Beispiel seien Salafisten «sehr protestantisch» in ihrer Vorstellung, zu einem «wahren Ursprung» zurückkehren zu wollen. Ohne Zweifel seien junge radikalisierte Muslime Menschen, die sich in einer als chaotisch empfundenen Welt an die «Wahrheit» klammerten. Viele fühlten sich von der Gesellschaft nicht anerkannt.

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