Tschetschenen-Großfamilie entzieht sich der Ausreisepflicht – Kirchenasyl


Bild: Axel Heimken
Tschetschenen entziehen sich der Ausreisepflicht. Nach Ende der Drei-Monats-Frist ist nun Deutschland zuständig.

Von Margret Kiosz | shz.de

Überraschende Wende im Fall Großbarkau: Die tschetschenische Großfamilie, die sich vor einer Woche gewaltsam der Abschiebung widersetzte, befindet sich seit Sonntag im Kirchenasyl. Das bestätigte am Donnerstag der Sprecher des Kreises Plön.

Die Überführung der seit Mitte November ausreisepflichtigen siebenköpfigen Familie – darunter ein leukämiekrankes Kind – nach Polen im Rahmen des Dublin-Verfahrens ist damit gescheitert. Die Drei-Monats-Frist für die Überstellung in das eigentlich zuständige EU-Land endete am 12. Dezember. Das bedeutet: Das Asylverfahren geht jetzt in deutsche Zuständigkeit über.

Körperliche Gewalt gegen Polizistin

 „Dieser Fall wird sicher erneut die Diskussion entfachen, wie weit das Kirchenasyl gehen darf und was es für das Verständnis unseres Rechtsstaates bedeutet, wenn das Kirchenasyl eine rechtlich abschließende Entscheidung aushebelt“, sagte Landrätin Stephanie Ladwig.