Die Bestrafung Asozialer sehen schon Kinder gern

Das Pochen auf Gerechtigkeit kommt früh, das tat es auch in der Evolution, bei Schimpansen.

Von Jürgen Langenbach | Die Presse.com

Wenn man sieht, dass jemandem Gewalt angetan wird, erfassen einen Mitleid und/oder Schrecken: Das eine lässt zu Hilfe eilen, der andere treibt zur Flucht, auf dass einem selbst nichts geschehe. Wenn man aber sieht, dass jemandem verdiente Gewalt angetan wird, schaut man zu und kann nicht genug bekommen davon. Das mag hinter dem Massenpublikum öffentlicher Hinrichtungen bei uns in finsteren Zeiten und heute anderswo in der Welt stehen, reine Schaulust ist es nicht: Strafen, im Extrem körperliche, sind sozialer Kitt, mit ihnen sichern und bestätigen Gesellschaften ihre Normen.

Alle Gesellschaften: Quer durch die Kulturen regt sich früh ein Gerechtigkeitssinn, der unfaires Verhalten nicht dulden will. Wann kommt das in der individuellen Entwicklung, und wann kam es in der Evolution? Wir sind nicht die Einzigen, die sozial leben, auch unsere Neffen, die Schimpansen, tun es. Von ihnen hat Kognitionsforscherin Tania Singer (Leipzig) 17 ins Labor geholt und dort von Menschen zwei Szenarien vorspielen lassen: In beiden ging es zunächst darum, dass ein A einem B etwas Wertvolles so präsentiert, als wolle er es ihm geben. In der einen Variante tat er das dann auch, er zeigte sich prosozial, in der anderen tat er das asoziale Gegenteil und überreichte nichts. In beiden Fällen bekam er anschließend Prügel.

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Afrikanische Riesenschnecke wird zur Gefahr für Kubas Ernten

APA/HAUS DES MEERES/MICHAEL KöC (MICHAEL KöCK)
Die Ostafrikanische Riesenschnecke ist so groß wie eine Hand, vermehrt sich rasend schnell und frisst alles.

Die Presse.com

Niemand weiß, wie sie auf die Karibikinsel kamen. Und niemand darf offenbar wissen, wie viele Exemplare der Ostafrikanischen Riesenschnecke es bereits im sozialistischen Kuba gibt: Die gefräßigen Weichtiere könnten sich schließlich irgendwann auch über die Ernten auf den Feldern der ohnehin von Mängeln geplagten Trauminsel hermachen, befürchten Kenner der Lage.

Damit nicht genug des Schreckens: Die zu den größten Landschnecken der Welt zählenden Tiere übertragen auch noch für Menschen gefährliche Krankheiten, etwa einen Erreger der Meningitis. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt die Ostafrikanische Riesenschnecke (Achatina fulica) in ihrer Liste der 100 schädlichsten invasiven Arten.

Die Spezies, die ursprünglich aus tropischen Ländern Ostafrikas wie Kenia und Tansania kommt, war bis 2014 unbekannt auf Kuba. Die zunächst wenigen eingeschleppten Exemplare der auch Große Achatschnecke genannten Art haben sich rasend schnell vermehrt. Die Tiere sind Zwitter, können sich also mit jeder anderen geschlechtsreifen Schnecke ihrer Art fortpflanzen. Zudem haben sie eine stolze Lebenserwartung von fünf und mehr Jahren.

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»Höchste Zeit für Antisemitismus-Beauftragten«

Zentralratspräsident Josef Schuster. © Thomas Lohnes / ZR
Zentralratspräsident Schuster begrüßt Initiative von Bundesinnenminister de Maizière

Jüdische Allgemeine

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, begrüßt die Initiative von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für einen Antisemitismusbeauftragten. Die antisemitischen Vorfälle bei Demonstrationen in Berlin hätten gezeigt, dass es »höchste Zeit ist für einen Bundesbeauftragten zur Bekämpfung von Antisemitismus«, sagte Schuster am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die EU und einige europäische Staaten hätten bereits solche Stellen geschaffen, so Schuster. Er wünsche sich, »dass Deutschland diesem Beispiel bald folgt«. Der Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus hatte bereits im April 2017 die Benennung eines Antisemitismusbeauftragten empfohlen.

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Wenn der Fortschritt große Löcher in den Meeresboden reißt

Für den Tunnel werden einfach an Land gefertigte Betonelemente am Meeresgrund verlegt. (Foto: Femern A/S, plainpicture)
Der Fehmarn-Belt-Tunnel ist das mächtigste Infrastrukturprojekt Nordeuropas – und Anlass für einen kalten Krieg zwischen Ingenieuren und Ökologen.

Von Thomas Hahn | Süddeutsche Zeitung

Dieser Frieden, der über dem Meer vor Fehmarn liegt, ist groß und tröstlich. Träge schlägt die Ostsee ans Ufer. In der Ferne bewegt sich der Grenzverkehr. Vom Hafen bei Puttgarden steuert langsam und scheinbar lautlos die nächste Fähre hinüber nach Lolland, Dänemark, wo sie Autos, Busse, Zugwaggons, Menschen ausspucken und auf den Weg Richtung Kopenhagen schicken wird. Die Fähre, die Deutschland ansteuert, ist bestimmt auch schon unterwegs. So geht es hier tagaus, tagein, seit Jahrzehnten. Fähren kommen und fahren im Fehmarnbelt. Aber bald soll hier etwas anders werden. Zwischen den Inseln ist ein riesiger Tunnel durch den Fehmarnbelt geplant, den die einen als Heilsbringer, die anderen als Ungeheuer sehen. Muss das sein?

Die feste Fehmarnbeltquerung ist das derzeit mächtigste Infrastrukturprojekt Nordeuropas. 7,4 Milliarden Euro sind allein für den Tunnel veranschlagt, der Schienen- und Autoverkehr über die knapp 18 Kilometer zwischen Lolland und Fehmarn durchs Meer führen soll.

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Machen Hirnschäden kriminiell?

Können uns Hirnschäden zu Straftätern machen? Und sind wir dann für unsere Taten verantwortlich? © Jinga80, Phonlamai/ thinkstock
Verletzte Moral: Wenn jemand kriminell wird, dann könnte ein Schaden in seinem Gehirn daran Mitschuld haben. Diesen bisher umstrittenen Zusammenhang legen nun Hirnscans bei Straftätern nahe. Demnach fördert es die Neigung zu Straftaten, wenn ein für moralisches Verhalten zuständiges Netzwerk geschädigt ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch mit einer solchen Hirnverletzung automatisch kriminell wird, wie die Forscher betonen.

scinexx

Was macht einen Menschen kriminell? Und welche Rolle spielen neurologische Schäden oder Anomalien für unser moralisches Verhalten? Immer wieder gibt es Fälle, bei denen Hirnverletzungen die Ursache für kriminelle oder gewalttätige Handlungen zu sein scheinen. So wurde der US-Amerikaner Phineas Gage zum Soziopathen, nachdem ein Eisenbolzen den Frontallappen seines Gehirns durchbohrt hatte.

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Autor von ‚Diktator Papst’ rechnet mit seiner Enttarnung

Das Buch ‚Il Papa Dittatore’ ist unter dem Pseudonym ‚Maractonio Colonna’ erschienen. Der ‚Vatikanische Apparat’ habe die Spionage im gegenwärtigen Pontifikat zu neuen Höhen geführt. Deshalb rechnet der Autor nicht damit, anonym zu bleiben.

kath.net

Der anonyme Autor des papstkritischen Buches „Il Papa Dittatore“ rechnet damit, dass seine Identität enthüllt wird. Dies gab der unter dem Pseudonym „Marcantonio Colonna“ schreibende Publizist in einem E-Mail-Interview mit dem Catholic Herald bekannt.

Papst Franziskus habe nach seinen Informationen eine Liste mit sechs Namen erhalten, die im Verdacht stehen würden, der Verfasser des Buches zu sein, behauptet „Colonna“. kath.net hat hier über die Veröffentlichung berichtet: Anonymes papstkritisches Buch erschienen: ‚Il Papa Dittatore’

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Bozen lässt wegen Muslimen Christbaum entfernen

Das Rathaus von Bozen: In einem Saal wurde wohl ein symbolischer Weihnachtsbaum entfernt, um Muslime nicht zu beleidigen. Foto: imago
Aufregung in Südtirol: Weil ein muslimischer Verband in einem Rathaussaal eine Versammlung hatte, musste wohl ein Weihnachtsbaum abgebaut werden.

Frankfurter Rundschau

In Südtiroler Medien sowie auf Twitter sorgt derzeit eine Meldung für Aufregung, wonach vor dem Rathaus in Bozen ein Weihnachtsbaum entfernt worden sei, um Gefühle von Muslimen nicht zu verletzen. Seit Montagabend wird eine entsprechende Meldung heftig und polemisch kritisiert. Einem Bericht der Tageszeitung „Alto Adige“ zufolge handelte es sich jedoch um grüne, gefaltete Pappkartons, die in Form eines Weihnachtsbaums zusammengelegt waren und aus einem Gemeindesaal weggeräumt werden sollten.

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König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog lenkt Augenmerk auf religiöse Spannungen in EU und Asien

Logo des KAICIID. Bild: wikipedia.org/PD

Das Wiener KAICIID-Dialogzentrum ist besorgt über wachsende Spannungen zwischen praktizierenden Muslimen und säkularen Bürgern in Westeuropa, aber auch über Konflikte zwischen Muslimen und Buddhisten in Südostasien. Das Europa-Problem stand bei der vorwöchigen High-Level-Tagung im Wiener „Haus der Europäischen Gemeinschaft“ im Mittelpunkt, das Asien-Problem kommt diese Woche bei einem Symposium in Bangkok zur Sprache.

kathpress.at

In Wien äußerten sich unter anderen der orthodoxe Metropolit Emmanuel Adamakis, Sant’Egidio-Expertin Monica Attias, „European Network Against Racism/ENAR“-Mitarbeiter Tarafa Baghajati sowie Elmar Kuhn von der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Kuhn betonte in einer Zusammenfassung der Diskussion in seiner Arbeitsgruppe, es gehe bei der Arbeit mit Radikalismus-gefährdeten Jugendlichen um „Entzauberung negativer Narrative“ und „Einbringung neuer, positiver Narrative des Lebens“.

Weiters müsse – so Kuhn – bei Flüchtlingen „mit persönlicher Vertrauensbildung und durch spirituelle Angebote eine bessere Basis für die Inklusion in der Gastgesellschaft hergestellt“ werden. Allerdings müssten „auch Politik und Gesetzgebung“ Vertrauen stärken, gab der Menschenrechtsexperte zu bedenken. Dabei gehe es etwa um schnellere Sicherheiten und Zugänge zu Arbeit und freien Lebensentwürfen.

„Kopftuch für viele wichtiger Halt“

Schließlich bräuchten Asylsuchende und gefährdete Jugendliche Partner sowie intern arbeitende Tutoren, um Stabilität und Beheimatung zu finden. „Hier besteht großer Nachholbedarf, und auch die religiösen Gemeinschaften sind da gefragt. Die Vertrautheit mit religiösen Symbolen schafft hier besserer Zugänge. So ist etwa das Kopftuch ein wichtiger Halt für viele Muslime bei ihrem Weg in die nationale Gesellschaft“, betonte Kuhn.

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Uralte Lebensspuren bestätigt

3,5 Milliarden Jahre altes fossiles Zellfilament – wahrscheinlich ein Relikt eines methankonsumierenden Bakteriums © PNAS
Relikte des Lebens oder Scheinfossilien? Seit Jahren streiten Forscher darüber, ob es sich bei Spuren in 3,5 Milliarden Jahre altem Gestein aus Australien tatsächlich um einen der ältesten Nachweise für Leben auf unserem Planeten handelt. Eine erneute Untersuchung der vermeintlichen Mikrofossilien scheint einen biogenen Ursprung nun zu bestätigen – und sogar Rückschlüsse auf die Identität der Fossilien zu ermöglichen.

scinexx

Das Leben auf unserem Planeten hat sich über Milliarden Jahre hinweg entwickelt. Doch wann nahm dieser Prozess seinen Anfang: Wann entstanden die ersten Zellen und damit das erste Leben? Diese Frage ist noch immer ungeklärt. Einer der Gründe dafür: Es fehlt schlicht an eindeutigen Fossilien, weil die fragilen Zellen nicht erhalten geblieben sind. Forscher sind daher auf indirekte Hinweise angewiesen – zum Beispiel Minerale und chemische Verbindungen, die typischerweise erst durch die Tätigkeit von lebenden Zellen entstehen.

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Fünf Religionen in fünf Monaten

Bild: Lukas Beck/orf.at
Der Kärntner Autor und Kabarettist Christian Schwab hat in einem Selbstversuch fünf Weltreligionen erkundet. Seine Erfahrungen packte er in das Buch „Oh mein Gott! Fünf Religionen in fünf Monaten“. Eine der Schlussfolgerungen: Alle Religionen „nehmen sich ein bisschen zu ernst.“

kaernten.ORF.at

Schwab wurde als Mitglied der Kabarettgruppe „Comedy Hirten“ bekannt, sowie als Prominenten-Parodist und Comedy-Texter für den Ö3-Wecker. Das Thema Religion beschäftigt den 38-jährigen seit frühen Kindheitstagen. Sein Vater war in St. Jakob bei St. Andrä in der katholischen Gemeinde aktiv, Schwab selbst war Ministrant. Mit 20 Jahren trat er aus der Kirche aus, doch das Thema Religion ließ ihn nicht los.

Vor rund einem Jahr wurde sein Buchprojekt dann konkreter. Den Ausschlag gab schließlich eine Kinderchristmette, die er letztes Jahr in St. Jakob mit der Familie besuchte. Gehalten wurde die Mette von einem katholischen Priester indischer Abstammung. „Ich dachte mir, wenn so ein kleines Dorf einen indischen Pfarrer akzeptiert, dann bin ich bereit für meinen Selbstversuch.“

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Ditib-Ermittlungen: „Deutschland hat wieder versagt“

Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin Seyran Ates Quelle: dpa
Ditib-Imame sollen hierzulande angebliche Gülen-Anhänger ausgespäht haben. Doch Ermittlungen gegen sie wurden eingestellt. Für die deutsch-türkische Anwältin Seyran Ates ein Skandal. Sie vermutet politische Interessen dahinter.

DIE WELT

Die muslimische Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates bezeichnet es als „Skandal“, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen Ditib-Imame wegen Spitzelvorwürfen eingestellt hat. „Man muss es in aller Deutlichkeit als Schweinerei bezeichnen“, sagte die Menschenrechtlerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Deutschland und die Justiz haben hier wieder einmal versagt“, so Ates. „Und ich unterstelle, dass hier auch politische Interessen eine Rolle gespielt haben.“ Man habe die Augen zu und die Tür aufgemacht, um sich mit der Türkei gut zu stellen. Dabei seien „ganz viele Menschen von diesen Spitzeleien betroffen“.

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Sandwesten für Schüler: Auf Sand vertraut

Sandwesten: Kinder tragen in deutschen Schulen schwere Westen, damit sie stillsitzen. © Beluga Healthcare
Seit Jahren tragen Kinder in deutschen Schulen schwere Westen, damit sie stillsitzen. Interessiert hat das keinen. Bis jetzt.

Von Florentine Fritzen, Matthias Wyssuwa | Frankfurter Allgemeine

Gerhild de Wall hält eine Weste in den Händen, ein kleines, dunkelblaues Ding mit Wülsten. Fast wie die Daunenwesten. Nur sind keine Daunen in den Wülsten, sondern Sandkörner. Es gibt die Westen in verschiedenen Größen, anderthalb bis fünf Kilo sind sie schwer. De Wall möchte zeigen, wie beliebt die Sandweste bei den Schülern ist. Sie nimmt sie also und verlässt das Lehrerzimmer, huscht durch den Hamburger Herbstwind über den Schulhof und ins nächste Schulgebäude. Treppenhaus, vollgestopfte Kindergarderobe, Schulgeruch. Sie öffnet die Tür zum Klassenzimmer, zwanzig Kinder sitzen in kleinen Gruppen, die Lehrerin schreibt an die Tafel. Erste und zweite Klasse lernen hier zusammen. De Wall fragt, ob jemand die Weste tragen möchte. Kaum hat sie es ausgesprochen, recken fast alle Kinder die Hände in die Höhe. Ein paar diskutieren, wer sie zuerst tragen darf.

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USA: Veto gegen Jerusalem-Resolution im UN-Sicherheitsrat

UN-Sicherheitsrat. Foto: Neptuul / CC BY-SA 3.0
Die 14 anderen Mitglieder stimmten dafür. Die US-Botschafterin in der UN, Niki Haley, spricht von einer „Beleidigung, die wir nicht vergessen werden“

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Dass die USA am Montag im Sicherheitsrat ihr Veto gegen den Entwurf der von Ägypten eingebrachten Resolution zu Jerusalem einlegen würden, war keine Überraschung. Das zeichnete sich schon bei den Vorbereitungen zur Resolution ab.

Es wäre auch politisch sehr eigenartig und widersinnig gewesen, wenn die UN-Botschafterin der USA für eine Resolution gestimmt hätte, die sich gegen die Jerusalem Erklärung ihres Präsidenten wendet. Darauf war sie angelegt.

Der palästinensischen Delegation, deren Sache im Sicherheitsrat von Ägypten vertreten wurde, ging es hauptsächlich darum, möglichst viele Sicherheitsratsmitglieder auf ihre Seite zu ziehen, um einen möglichst hohen „Quotenerfolg“ zu erzielen. 14 Zustimmungen bei 15 Mitgliedern war ihr Ziel, das auch erreicht wurde.

Alle ständigen Sicherheitsratsmitglieder außer den USA, also Russland, China, Frankreich und Großbritannien stimmten für die Resolution und die zehn für die Dauer von zwei Jahre gewählten nicht-ständigen Mitglieder, darunter Italien, Schweden, die Ukraine und Japan, stimmten ebenfalls allesamt für die Resolution, die sich gegen Trumps Erklärung richtete, wonach Jerusalem die Hauptstadt Israels ist und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen werde.

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Polens vergangenheitslastige Ostpolitik

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda am 13. Dezember zu Besuch bei seinem ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko. Bild: Presidential Administration of Ukraine/CC BY-SA-4.0
Polen galt einst als „erster Anwalt der Ukraine“ bei deren Anbindung an den Westen, doch dies hat sich unter der Regierung der nationalkonservativen PiS geändert

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Das Verhältnis zwischen Polen und der Ukraine gilt als angespannt. Dies änderte auch ein Treffen in der vergangenen Woche zwischen dem polnischen Staatspräsident Andrzej Duda und seinem Amtskollegen Petro Poroschenko im ukrainischen Charkiw nicht grundlegend.

Polen galt einst als „erster Anwalt der Ukraine“ in Sachen Anbindung an den Westen, doch dies hat sich unter der Regierung der nationalkonservativen „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) geändert. Hier ist das Verhältnis zu den Nachbarländern von der Last der Vergangenheit bestimmt. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hatte im Vorfeld sogar von der Reise abgeraten, da von der ukrainischen Seite zu wenig für die Versöhnung getan werde.

Seit April hat die Ukraine dem polnischen „Institut für Nationales Gedenken“ die Exhumierung polnischer Toten der Konflikte des 20. Jahrhunderts verboten. Der Grund: Polen hatte auf seinem Territorium ein Denkmal der „Ukrainischen Aufständischen Armee“ (UPA) abgerissen und sich zu wenig von Angriffen auf ukrainische Gräber distanziert.

Duda verlangte darum bei seinem Aufenthalt, bei dem er am Mahnmal für die Opfer des sowjetischen Geheimdiensts NKWD einen Kranz niederlegte, die Aufhebung des Exhumierungsverbots. Polen stört sich vor allem an der Verehrung Stephan Banderas in der Ukraine, dem Gründer der UPA, welche die Massaker an der polnischen Landbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs in der westlichen Ukraine anrichtete. Das polnische Außenministerium hat darum eine Liste mit unerwünschten „antipolnischen Ukrainern“ erstellt, darunter Beamte und Politiker, die mit einem Einreiseverbot nach Polen behaftet sind.

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Modifizierte Pflanze soll die Leselampe ersetzen – und bald Straßen beleuchten

Bild: sternde.
Mit einer neuen Technik haben Forscher Pflanzen so stark zum Leuchten gebracht, dass sie kleinere Lampen ersetzen können. In Zukunft sollen sie so die Straßenlaterne ersetzen.

Von Malte Mansholt | stern.de

„Schatz, machst du mal die Nachttischpflanze aus?“ Dieser Satz könnte irgendwann Normalität sein, wenn man den Visionen von Forschern des berühmten Michigan Institute of Technologie (kurz M.I.T.) glaubt. Sie haben Pflanzen selbstständig zum Leuchten gebracht. Und ihre Pläne für die Zukunft sind noch weit ambitionierter.

Um die zur Forschung genutzte Brunnenkresse zum Strahlen zu bringen, setzten die Forscher auf die Leuchttechnik von Glühwürmchen: Das Enzym Luciferase reagiert ausgelöst durch das sogenannte Coenzym A mit einem Molekül namens Luciferin – und verursacht dabei das bekannte grünliche Leuchten. Mit Nanopartikeln sorgen die Forscher dafür, dass die Komponenten in den richtigen Teilen der Pflanze ankommen.

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Die Welt verliert ihren Boden

Erosionsrinne in einem Kornfeld im Nordwesten der USA © Gemeinfrei
Weggespült: Durch Erosion gehen weltweit große Mengen an Boden verloren – allein Regenfälle spülen jedes Jahr knapp 36 Milliarden Tonnen dieses wertvollen Guts davon. Besonders stark ist der Boden in Südamerika, Südostasien und Äquatorialafrika gefährdet, wie Forscher berichten. Eine der Ursachen sei die Umwidmung von Wald- in offene Ackerflächen, die gegenüber der Erosion besonders schutzlos sind.

scinexx

Täglich treten wir ihn mit Füßen, bauen Häuser und Straßen darauf und produzieren mit seiner Hilfe unsere Lebensmittel: die Rede ist vom Boden. Das Erdreich ist eine wichtige Ressource für den Menschen. Doch wie so viele Güter, die uns die Erde zur Verfügung stellt, ist auch der Boden nicht unerschöpflich. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass wir mehr von ihm bebauen und verbrauchen, als wir langfristig zur Verfügung haben.

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Kirchen fordern einen Stopp von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien

Die beiden großen Kirchen werfen der Bundesregierung vor, die humanitäre Katastrophe im Jemen durch Rüstungsexporte zu verschärfen

EKD

„Der Krieg im Jemen wird auch mit deutschen Waffen geführt“, sagte der evangelische Vorsitzende der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), Martin Dutzmann, in Berlin. Dutzmann äußerte sich bei der Vorstellung des Rüstungsexportberichts der GKKE 2017. Auf scharfe Kritik stoßen vor allem die Waffenexporte an Saudi-Arabien. Die Kirchenvertreter fordern einen Stopp der Lieferungen.

Zwischen Januar 2014 und April 2017 hatten die Exporte nach Saudi-Arabien den Angaben nach einen Umfang in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Zu den Lieferungen gehören unter anderem Patrouillenboote und Komponenten für Tornado- und Eurofighter-Kampfflugzeuge. Dutzmann sagte, saudische Patrouillenboote hätten Seehäfen blockiert und damit zivile Hilfslieferungen in den Jemen gestoppt. Zudem seien über Saudi-Arabien jemenitische Bodentruppen unterstützt worden.

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Die Lehren vom Anschlag auf dem Breitscheidplatz

Ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz schützen Betonbarrieren die diesjährigen Märkte. (Foto: imago/STPP)
Die Opferfamilien geben der Kanzlerin keine Schuld am Tod ihrer Angehörigen. Aber sie wollen wissen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Das ist ihr gutes Recht.

Von Nico Fried | Süddeutsche.de

Der Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr war eine Zäsur. Deutschland erlebte erstmals islamistischen Terror von der Dimension, wie er in den Monaten zuvor vor allem in Frankreich gewütet hatte; einen Täter von brutaler Entschlossenheit, möglichst viele Unschuldige zu töten in einer Umgebung, die für den liberalen Lebensstil westlicher Gesellschaften steht. Das Entsetzen war groß, die Trauer aufrichtig.

Es gehört indes zum Gesamtbild des tragischen Ereignisses, dass die Deutschen allgemein und die Berliner zumal auf den Terror zwar erschrocken, aber nicht verängstigt reagierten, dass der verständlichen Sorge alsbald trotzige Gelassenheit folgte.

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Weltweit mehr als 30 Kriege und bewaffnete Konflikte

Das Gesicht des Krieges, S. Dali 1940. Bild: pinterrest-ballietdolores
Die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte hat sich 2017 weltweit erneut kaum verändert. Das geht aus Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Demnach wurden 2017 insgesamt 31 Kriege und bewaffnete Konflikte geführt, im Vorjahr waren es 32. Zwei Kriege wurden neu begonnen, drei bewaffnete Konflikte beendet.

evangelisch.de

In Burundi, Mosambik und im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam endeten 2017 die bewaffneten Konflikte. Dagegen entwickelten sich die Ende 2016 begonnenen gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Kasai-Provinz der Demokratischen Republik Kongo zum Krieg. Im Südwesten von Myanmar eskalierte die zuvor einseitige Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya ebenfalls zum Krieg, der zwischen Rohingya-Rebellen und der Armee Myanmars geführt wird.

Die von Kämpfen zahlenmäßig am stärksten betroffene Weltregion war 2017 erneut der Vordere und Mittlere Orient mit zwölf Kriegen und bewaffneten Konflikten. Es folgten Afrika und Asien mit neun beziehungsweise acht kriegerischen Konflikten. In Lateinamerika und in Europa war jeweils ein Krieg zu verzeichnen.

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The Right-Wing Backlash Against #MeToo Is Coming Sooner Than You Think

Rep. Blake Farenthold Photo Credit: Screenshot / YouTube

Conservatives are angry and scared. This can only end badly.

By Amanda Marcotte | Salon/Alternet

At first blush, the story about Texas associate deputy attorney general Andrew Leonie, who resigned hastily after making ugly comments about the #MeToo movement on Facebook, seems like another sign of a sea change happening in the United States when it comes to sexism. But for me, it only adds to the growing sense of dread that another shoe is lifting and that the big drop is coming soon, and it’s going to be a bad one.

Sexists are getting angry. They’re getting scared. They’re starting to lash out. I worry that it’s just a matter of time before some of their punches start landing.

Leonie, who identified as a man of „Christian faith“ and father to „great kids“ on his Facebook page, also took to Facebook at 2:40 a.m. on a Wednesday morning and wrote, „Aren’t you also tired of all the pathetic ‚me too‘ victim claims? If every woman is a ‚victim,‘ so is every man. If everyone is a victim, no one is. Victim means nothing anymore.“

It’s tempting to believe that a man who was making more than $150,000 a year representing the great state of Texas in court is merely another casualty who failed to follow the rule that there’s nothing worth saying on social media between the hours of midnight and 6 a.m. But, as Noor Al-Sibai of Raw Story noted, Leonie had a habit of saying gross things on social media, including posting a cartoon calling the Women’s March protesters „cunts.“

Leonie was shown the door with haste, even though he’s in Texas and works for Attorney General Ken Paxton, a profoundly misogynistic politician who whined that Texas would become a „sanctuary state for abortions“ if undocumented immigrants were legally allowed to terminate unwanted pregnancies.

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