Die Lehren vom Anschlag auf dem Breitscheidplatz


Ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz schützen Betonbarrieren die diesjährigen Märkte. (Foto: imago/STPP)
Die Opferfamilien geben der Kanzlerin keine Schuld am Tod ihrer Angehörigen. Aber sie wollen wissen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Das ist ihr gutes Recht.

Von Nico Fried | Süddeutsche.de

Der Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr war eine Zäsur. Deutschland erlebte erstmals islamistischen Terror von der Dimension, wie er in den Monaten zuvor vor allem in Frankreich gewütet hatte; einen Täter von brutaler Entschlossenheit, möglichst viele Unschuldige zu töten in einer Umgebung, die für den liberalen Lebensstil westlicher Gesellschaften steht. Das Entsetzen war groß, die Trauer aufrichtig.

Es gehört indes zum Gesamtbild des tragischen Ereignisses, dass die Deutschen allgemein und die Berliner zumal auf den Terror zwar erschrocken, aber nicht verängstigt reagierten, dass der verständlichen Sorge alsbald trotzige Gelassenheit folgte.

weiterlesen