König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog lenkt Augenmerk auf religiöse Spannungen in EU und Asien


Logo des KAICIID. Bild: wikipedia.org/PD

Das Wiener KAICIID-Dialogzentrum ist besorgt über wachsende Spannungen zwischen praktizierenden Muslimen und säkularen Bürgern in Westeuropa, aber auch über Konflikte zwischen Muslimen und Buddhisten in Südostasien. Das Europa-Problem stand bei der vorwöchigen High-Level-Tagung im Wiener „Haus der Europäischen Gemeinschaft“ im Mittelpunkt, das Asien-Problem kommt diese Woche bei einem Symposium in Bangkok zur Sprache.

kathpress.at

In Wien äußerten sich unter anderen der orthodoxe Metropolit Emmanuel Adamakis, Sant’Egidio-Expertin Monica Attias, „European Network Against Racism/ENAR“-Mitarbeiter Tarafa Baghajati sowie Elmar Kuhn von der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Kuhn betonte in einer Zusammenfassung der Diskussion in seiner Arbeitsgruppe, es gehe bei der Arbeit mit Radikalismus-gefährdeten Jugendlichen um „Entzauberung negativer Narrative“ und „Einbringung neuer, positiver Narrative des Lebens“.

Weiters müsse – so Kuhn – bei Flüchtlingen „mit persönlicher Vertrauensbildung und durch spirituelle Angebote eine bessere Basis für die Inklusion in der Gastgesellschaft hergestellt“ werden. Allerdings müssten „auch Politik und Gesetzgebung“ Vertrauen stärken, gab der Menschenrechtsexperte zu bedenken. Dabei gehe es etwa um schnellere Sicherheiten und Zugänge zu Arbeit und freien Lebensentwürfen.

„Kopftuch für viele wichtiger Halt“

Schließlich bräuchten Asylsuchende und gefährdete Jugendliche Partner sowie intern arbeitende Tutoren, um Stabilität und Beheimatung zu finden. „Hier besteht großer Nachholbedarf, und auch die religiösen Gemeinschaften sind da gefragt. Die Vertrautheit mit religiösen Symbolen schafft hier besserer Zugänge. So ist etwa das Kopftuch ein wichtiger Halt für viele Muslime bei ihrem Weg in die nationale Gesellschaft“, betonte Kuhn.

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