Wenn der Fortschritt große Löcher in den Meeresboden reißt


Für den Tunnel werden einfach an Land gefertigte Betonelemente am Meeresgrund verlegt. (Foto: Femern A/S, plainpicture)
Der Fehmarn-Belt-Tunnel ist das mächtigste Infrastrukturprojekt Nordeuropas – und Anlass für einen kalten Krieg zwischen Ingenieuren und Ökologen.

Von Thomas Hahn | Süddeutsche Zeitung

Dieser Frieden, der über dem Meer vor Fehmarn liegt, ist groß und tröstlich. Träge schlägt die Ostsee ans Ufer. In der Ferne bewegt sich der Grenzverkehr. Vom Hafen bei Puttgarden steuert langsam und scheinbar lautlos die nächste Fähre hinüber nach Lolland, Dänemark, wo sie Autos, Busse, Zugwaggons, Menschen ausspucken und auf den Weg Richtung Kopenhagen schicken wird. Die Fähre, die Deutschland ansteuert, ist bestimmt auch schon unterwegs. So geht es hier tagaus, tagein, seit Jahrzehnten. Fähren kommen und fahren im Fehmarnbelt. Aber bald soll hier etwas anders werden. Zwischen den Inseln ist ein riesiger Tunnel durch den Fehmarnbelt geplant, den die einen als Heilsbringer, die anderen als Ungeheuer sehen. Muss das sein?

Die feste Fehmarnbeltquerung ist das derzeit mächtigste Infrastrukturprojekt Nordeuropas. 7,4 Milliarden Euro sind allein für den Tunnel veranschlagt, der Schienen- und Autoverkehr über die knapp 18 Kilometer zwischen Lolland und Fehmarn durchs Meer führen soll.

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