Wenn nur eine Gläubige zum Gottesdienst kommt


Die Kirchen sind zu gross für die noch wenigen Gläubigen. (Bild: Heidi Barbara Hallmann)
Der Norden von Sachsen-Anhalt hat so viele Kirchen wie keine andere Region Deutschlands. Der Rückgang der Gläubigen ist dort besonders stark. Die Kirchengemeinden wollen das nicht einfach hinnehmen.

Von Barbara Hallmann | Neue Zürcher Zeitung

Janette Obara erinnert sich noch gut an diesen Gottesdienst während ihrer Vikariatszeit, als nur eine einzige Besucherin da war. Und sie kam nicht von ungefähr – es war die Dame, die sich an diesem Sonntag ehrenamtlich für den Küsterdienst eingetragen hatte: Glocken läuten, Kerzen anzünden, Kollekte sammeln. «Die hatte dann Angst, dass ich den Gottesdienst mit ihr alleine durchziehe – das hab ich ihr angesehen.» Die junge Pastorin entschied pragmatisch: Sie setzte sich gemeinsam mit der Frau hin, sang ein Lied, sprach ein Gebet und unterhielt sich kurz mit ihr über den Predigttext. Zum Abschluss noch Vaterunser und Segen. «Das sind dann ganz besondere Momente – wenn man sich auf diese Situation einlässt.» Seither sei ihr das noch ein paar Mal so passiert, dass sonntags nur ein oder zwei Besucher kamen, erzählt die 38-Jährige. «Aber ausfallen lassen hab ich den Gottesdienst nie.»

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1 Comment

  1. Bemerkenswert an diesem Beitrag ist, dass in diesem langen Text nicht einmal ansatzweise gefragt wird, welche Gründe die Menschen haben könnten, sich nicht mehr für Glauben und Kirche zu interessieren. Das dürfte mit der Sorge zu tun haben, dass bei einer offenen und ehrlichen Diskussion über den Verlust des Glaubens die Unglaubwürdigkeit dieser bronzezeitlichen Lehre deutlich würde. Dass es sich um ein Märchen, um blanke Illusion handelt, der kein nachdenkender Mensch mehr „Glauben“ schenken mag.

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