Deutschland: „Gespaltenes Verhältnis zum Christentum“


Allensbach findet heraus, dass sich das Christentum aus dem Leben der zur Hälfte wundergläubigen Deutschen verabschiedet, aber als „prägende Wurzel“ gegenüber Zuwanderern auflebt

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

In Westdeutschland glauben mehr Menschen an Engel und Wunder. Seit 1986 hat der Glaube an Wunder deutlich zugelegt, wie Allensbach berichtet.

Als man 1986 zum ersten Mal nach dem Glauben an Wunder fragte, wurde genau ein Drittel (33 Prozent) mit einer positiven Antwort notiert. Im Winter 2017 ist es mit 51 Prozent ungefähr die Hälfte. An die Existenz von Engeln glauben gegenwärtig 30 Prozent. Vor drei Jahrzehnten waren es 22 Prozent.

So wundert es dann auch wenig, dass nicht ganz die Hälfte der Westdeutschen laut der aktuellen Umfrage glauben, dass es „irgendeine überirdische Macht“ gebe. Präzise sind es 48 Prozent, 1986 waren es 49 Prozent. Halb Westdeutschland glaubt demnach seit Beginn der Allensbach-Umfrage konstant an „irgendeine überirdische Macht“.

Im Gegensatz zur unentgeltlich einsehbaren Kurzform der Umfrageergebnisse steht in der ausführlicheren, kostenpflichtigen Langfassung das Wort „irgendeine“ vor der überirdischen Macht, was den Glauben an sie irgendwie noch unheimlicher macht.

Ohnehin ist die Lektüre des Allenbach-Berichts von Irritationen geprägt. Weil nicht klar hervorgeht, wann nur Westdeutschen befragt wurden oder auch die Ostdeutschen; zweitens, weil der Unterschied zwischen Kirche und Christentum nicht trennscharf getroffen wird und drittens, weil die Fragestellung bei einer überraschenden Erkenntnis zur neuen Konkurrenz der christlichen Region etwas dürftig erscheint.

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