Der amerikanische Turnverband soll den Missbrauchsopfern Schweigegeld bezahlt haben

McKayla Maroney wirft dem US-Turnverband vor, ihre Notsituation ausgenutzt zu haben. (Bild: Imago)
Jahrelang hat der US-Teamarzt Olympiasiegerin McKayla Maroney missbraucht. Nun verklagt sie den amerikanischen Turnverband. Er soll sie zum Schweigen genötigt haben, um den Missbrauch zu vertuschen.

Von Claudia Rey | Neue Zürcher Zeitung

Im Dezember 2016 unterschrieb McKayla Maroney einen Vertrag, der ihr laut dem «Wall Street Journal» 1,25 Millionen Dollar einbrachte und ihr die Würde nahm. Sie verpflichtete sich, im Missbrauchsskandal im amerikanischen Turnverband um den Teamarzt Larry Nassar zu schweigen.

Es scheint, als hätten Mitglieder des Verbandes beabsichtigt, das unfassbare Ausmass des Falls unter den Tisch zu kehren, um den guten Ruf des Verbandes zu wahren. Der Turnverband hatte die Missbrauchsvorwürfe gegen Nassar jahrelang als Gerüchte abgetan. Erst 2015, nachdem Nassar fast zwanzig Jahre gewütet hatte, wurde er entlassen. Es vergingen nochmals fünf Wochen, bis der Verband den Fall dem FBI meldete. Ein Versäumnis, das wohl nicht publik hätte werden sollen.

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7,59 Milliarden Menschen auf der Erde

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA
Zum Jahreswechsel werden nach Schätzungen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung etwa 7.591.510.000 Menschen auf der Erde leben. Das seien rund 83 Millionen Menschen mehr als im Jahr zuvor, sagte eine Sprecherin am Freitag in Hannover. Besonders stark wachse die Bevölkerung in Afrika.

evangelisch.de

Auf dem afrikanischen Kontinent werde sich die die Bevölkerung den Vereinten Nationen zufolge von derzeit 1,26 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 2,53 Milliarden Menschen im Jahr 2050 verdoppeln. Vor 15 Jahren habe diese Prognose noch bei 1,8 Milliarden Menschen gelegen.

Jede vierte Frau in Entwicklungsländern könne noch immer nicht verhüten, obwohl sie das wollte, hieß es.

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Atheismus in Ostdeutschland: So funktioniert das Leben ganz ohne Gott

Tino Taubert und seine Ehefrau Vivienne Leis vor ihrer Hochzeitskapelle in Callenberg. Die Kapelle haben sie in ihrem Garten gebaut. Foto: Gerd Engelsmann
Wenn Gott ein Atheist wäre, würde ihm diese kleine Kapelle unter dem riesigen Bergahorn gefallen. Erhaben steht sie auf einem kleinen Hügel mitten im sächsischen Callenberg bei Chemnitz. Die Fenster sind schmal und hoch, und der Putz ist nicht etwa neumodisch glatt, sondern fast buckelig wie in längst vergangenen Zeiten.

Von Jens Blankennagel | Berliner Zeitung

Die weißen Außenwände strahlen und passen perfekt zum dunklen Schieferdach. Das Holz der reich verzierten Türen ist offensichtlich alt, aber so gut erhalten, dass Besucher ehrfürchtig mit der Hand darüber streichen.

„Und?“, fragt Tino Taubert, der hier seit Monaten arbeitet. „Wie sieht das Gebäude aus?“ Nun, wie eine fachgerecht sanierte Kirche aus der Renaissance-Zeit. Taubert ist sichtlich zufrieden, als er das hört.

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Die Kirche in der Krise: „Der säumige Gärtner, das sind teilweise wir“

Leere Kirchenbänke wie hier in Düren, sind ein bundesweites Problem. Der ehemalige Pfarrer der Leipziger Thomaskirche Christian Wolff kritisierte im Dlf, dass die Kirche über die Krise in der sie stecke, nicht sprechen würde. (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)
Damit die jüdisch-christliche Glaubenstradition fortbestehen könne, müsse sie gepflegt und bewässert werden, sagte der ehemalige Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, im Dlf über die sinkende Zahl der Kirchenbesucher in Deutschland. Beim Reformationsjubiläum sei dieses Thema aber ausgeklammert worden.

Christian Wolff im Gespräch mit Christoph Heinemann | Deutschlandfunk

Christoph Heinemann: Die Kirchen werden am Sonntag, an Heiligabend wieder gefüllt sein – gehört für viele irgendwie zu Weihnachten: die Musik, die feierliche Liturgie. Dass auch ungeübte Kirchgänger diese Gottesdienste besuchen, merkt man schnell am Geräuschpegel und an dem Eingangsgebet, „Bitte schalten Sie Ihre Handys aus!“

In vielen protestantischen Gottesdiensten wird in diesem Jahr zurückgeschaut. Das Luther-Jahr 2017 neigt sich. Vor 500 Jahren entfachte ein unbekannter Augustinermönch eine Revolution. Geplant hatte er bestenfalls eine Reformation seiner, der Katholischen Kirche, stieß damit in der Hierarchie aber auf taube Ohren.

Reformation, das Stichwort für die Theologen Friedrich Schorlemmer und für Christian Wolff, den ehemaligen Pfarrer der Leipziger Thomaskirche. Die beiden haben im September ein Memorandum veröffentlicht und ihrer Evangelischen Kirche Selbsttäuschung vorgeworfen. Sie vermissen, dass die Kirche die Krise, in der sie sich befindet, offen anspricht.

Dazu passt eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in dieser Woche veröffentlicht hat. Sie besagt, eine wachsende Zahl der Deutschen meint, dass das Land stark durch christliche Werte geprägt ist. Gleichzeitig gehen aber immer weniger Menschen in die Kirchen.

Vor dieser Sendung habe ich mit Christian Wolff gesprochen und ihn gefragt, welchen Reim er sich darauf macht.

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Astrologie und der Barnum-Effekt

Bild: RDF
Astrologie ist ein pseudowissenschaftliches Glaubenssystem, das auf der Annahme eines Konnex zwischen astronomischen Ereignissen und individuellen, irdischen Geschehnissen fußt.

Von Johannes Heinle | Richard-Dawkins-Foundation

Besonders gerne zieht die Astrologie Geburtsdaten –  unter Miteinbezug erdnaher Gestirnskonstellationen – heran, um so die Charaktereigenschaften oder das Schicksal eines Menschen zu erklären, zu deuten und vorherprophezeien zu wollen.

„Wir sind nur der Sterne Tennisbälle, aufgespielt, gewechselt, wie es ihnen passt.“
– John Webster, (Die Herzogin von Amalfi)

Horoskop

Die für uns bekannteste Erscheinung der Astrologie sind die täglich oder wöchentlich erscheinenden Horoskope in Zeitungen und Zeitschriften. Dort liest man unter seinem jeweiligen Sternzeichen, das sich am Geburtsdatum orientiert, beispielsweise etwas über sich und seine Zukunft. Das Sternzeichen eines Jeden spielt also die entscheidende Rolle bei der Weissagung eines Horoskops. Definiert werden die zwölf Sternzeichen anhand eines Tierkreises:

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Antisemitischer Vorfall bei Nahost-Diskussion an Berliner Schule

Beim Essen diskutieren Oberstufenschüler den Nahost-Konflikt. Die Aussage eines jüdischen Schülers stößt auf Ablehnung. Eine Schülerin lobt Hitler, beschreiben Zeugen den Vorfall. Der Schulleiter kündigt Maßnahmen an.

DIE WELT

An einer Schule in Berlin ist es zu einem antisemitischen Vorfall gekommen. Das bestätigte der Leiter der betroffenen Ernst-Reuter-Sekundarschule im Ortsteil Gesundbrunnen in einer Stellungnahme. Zuvor hatten die „Berliner Zeitung“ und die „Jüdische Allgemeine“ den Vorgang öffentlich gemacht.

Der „Berliner Zeitung“ zufolge hatten Oberstufenschüler am 13. Dezember in der Schulkantine über den Nahost-Konflikt diskutiert. Ein jüdischer Schüler soll sich dabei klar gegen einen Palästinenserstaat ausgesprochen haben. Daraufhin hätten mehrere arabischstämmige Schüler den 18-Jährigen umringt, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf Zeugenaussagen. Ein Mädchen soll gerufen haben: „Hitler war gut! Denn er hat die Juden umgebracht.“ Laut „Jüdischer Allgemeine“, die mit dem Betroffenen gesprochen hat, fielen außerdem die Sätze: „Ihr seid Kindermörder“ und „Euch sollte man die Köpfe abschneiden“.

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Tipi: Scharia gehört nicht zu den rechtsstaatlichen Werten

Alle die gegen die Scharia sind, heben die Hand
Ismail Tipi/CDU: Unser freiheitlich demokratisches Land basiert auf rechtsstaatlichen Werten, die Scharia gehört nicht dazu – Europäischer Gerichtshof entschied, dass Scharia-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt werden muss

kath.net

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Scheidung einer Ehe durch ein Scharia-Gericht nicht anerkannt werden muss in Deutschland. Damit widersprach er einer Entscheidung aus München. Dabei ging es konkret um einen Fall, bei dem ein Mann sich in Syrien durch eine einseitige Erklärung von einem geistlichen Gericht von seiner Frau hat scheiden lassen. Der Präsident des Oberlandesgerichts München erkannte diese „Privatscheidung“ unter Berufung auf EU-Vorgaben an.

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Katalonien: Unabhängigkeitsbefürworter erzielen absolute Mehrheit

Die Sieger der Wahl: der ins Exil getriebene Carles Puigdemont mit seiner Liste Junts per Catalunya (JxCat) und der im Gefängnis sitzende Oriol Junqueras von der ERC. Bild: governlegitim.org
Stärkste Partei werden zwar die rechten Ciudadanos, aber nun müssen Madrid und die EU ihre Haltung überdenken

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die demütigende Haltung der spanischen Rechtsregierung gegenüber den Katalanen, indirekt unterstützt durch die EU, hat Folgen. Madrid hat die katalanische Regierung abgesetzt, einige Politiker inhaftiert, Bürgermeister mit Haftstrafen bedroht und Neuwahlen angeordnet. Wohl mit der Hoffnung, dass sich eine Mehrheit der Menschen in Katalonien gegen die Unabhängigkeit und damit gegen die Parteien ausspricht, die eine Unabhängigkeit nach dem für Madrid ungültigen Referendum anstreben.

Wie sich jetzt zeigt, ist die Wahlbeteiligung angestiegen, 80 Prozent der Wahlberechtigten haben an dem Werktag ihre Stimme abgegeben. Die Rechten, die PP und vor allem die Ciudadanos (Ciutadans), haben auf eine hohe Wahlbeteiligung gesetzt. Für die Ciudadanos hat sich dies ausgezahlt, sie werden nach den bislang ausgezählten Stimmen (mehr als 90 Prozent) wohl zur stärksten Partei, allerdings nur knapp. Sie könnten 36 Sitze in dem Parlament mit 135 Abgeordneten erzielen, nur zwei mehr als für die Unabhängigkeit eintretenden Junts per Catalunya (JxCat) mit 34 Sitzen, die Liste von Carles Puigdemont, der im Exil in Brüssel ist, und ERC mit 32 Sitzen, deren Vorsitzender Oriol Junqueras ist weiter in Haft. Die CUP erhält nur 4 Sitze, ebenso viele wie die PP. Die gegen die Unabhängigkeit eintretenden Sozialisten könnten 17 Sitze erhalten. Die linke Catalunya en Comú, der die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, angehört und die nur für ein Referendum, aber nicht für die Unabhängigkeit eintritt, könnte 8 Sitze erhalten.

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Leuchtwurm mit Superkräften

Leuchtendes Wesen mit Superkräften: Wurm der Gattung Chaetopterus © David Liittschwager/ Scripps Institution of Oceanography at UC San Diego
Eisenspeicher der Extraklasse: Die am Meeresgrund lebenden Röhrenwürmer der Gattung Chaetopterus sind in doppelter Hinsicht außergewöhnlich. Sie leuchten länger als viele andere biolumineszierende Tiere und sie produzieren ein wahres Super-Protein. Dieses Ferritin speichert Eisen achtmal schneller und effektiver als die menschliche Variante, wie Experimente zeigen. Die Entdeckung dieses „Super-Ferritins“ könnte in Zukunft zu neuen Anwendungen in Medizin und Biotechnologie führen.

scinexx

Die röhrenbauenden Meereswürmer der Gattung Chaetopterus sind faszinierende Wesen. Selbst unfähig Licht zu detektieren, leuchten sie selbst in den dunklen Tiefen des Ozeans in vollem Glanz. Denn die Würmer beherrschen die Kunst der Biolumineszenz und erzeugen ein bläuliches Licht. Diesen Schein können die Tiere über Stunden, ja sogar Tage hinweg erhalten – viel länger als die meisten anderen biolumineszierenden Organismen, die in der Regel nur kurz aufleuchten, um dann sofort wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.

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Rekordzahl an Drogentoten kostet US-Wirtschaft Milliarden

Die Zahl der Drogentoten ist rasant gestiegen. Am Arbeitsmarkt fehlen zehntausende Menschen, die Zahl der tödlichen Unfälle im Job steigt

Von András Szigetvari | derStandard.at

Es ist eine absolut ungewöhnliche Entwicklung, die unter industrialisierten Ländern nur die Vereinigten Staaten durchleben. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend, wonach Menschen in wohlhabenden Ländern von Jahr zu Jahr immer etwas länger leben, sinkt die Lebenserwartung in den USA derzeit.

Das National Center for Health Statistics in Washington veröffentlichte am Donnerstag neue Zahlen, wonach nach 2015 die Lebenserwartung im Land auch 2016 um einen Monat abgenommen hat. Die Ursache dafür lieferten die Behörde gleich mit: Die Drogenkrise im Land fordert immer mehr Menschenleben.

2016 starben 63.600 Menschen in den USA an Substanzmittelmissbrauch, zwei Drittel davon sind auf die Einnahme von Heroin oder diversen Schmerzmitteln wie Fentanyl zurückzuführen, der Rest vor allem auf Alkohol. Das ist ein massiver Anstieg bei den Drogentoten in Höhe von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und das Center for Health Statistics schätzt, dass sich der Anstieg 2017 fortsetzt.

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264 Angriffe auf Flüchtlingsheime, davon 251 von rechten Tätern

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.

DIE WELT

  • 2017 wurden dem BKA zufolge 995 als politisch motiviert eingestufte Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert.
  • Es waren vor allem Propagandastraftaten, Sachbeschädigungen und Gewaltdelikte.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte bleiben laut einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ in Deutschland weiter ein Problem. Die Zahl solcher Straftaten sei aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich zurückgegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).

Demnach zählte das BKA in diesem Jahr bis Mitte Dezember 264 solcher Straftaten, wie eine Sprecherin mitteilte. In 251 Fällen macht das BKA demnach rechtsextreme Täter verantwortlich. In 13 Fällen könne eine politische Motivation noch nicht ausgeschlossen werden.

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Kramp-Karrenbauer strikt gegen Aufhebung des Abtreibungs-Werbeverbotes – glückliche Sklavin

Saarländische Ministerpräsidentin: Abtreibung ist „eben keine nachträgliche Empfängnisverhütung” – Abtreibung „vernichtet Leben und ist eine schwere Belastung für die betroffenen Frauen”

kath.net

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich deutlich gegen die Aufhebung des Werbeverbots für Abtreibungen ausgesprochen. Dies berichteten verschiedene Medien. Es geht um die Diskussion über Aufhebung des Werbeverbotes, nachdem die Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel vom Amtsgericht Gießen zu 6.000 Euro Strafe verurteilt worden ist, weil sie auf ihrer Website für Abtreibung geworben hat

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OVG Münster: Bürge muss nicht weiter für Flüchtlinge zahlen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Bürge muss nicht für Sozialleistungen eines syrischen Flüchtlings aufkommen, nachdem ihm Asyl gewährt wurde. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Münster. Bisher hatten Gerichte unterschiedlich geurteilt.

MiGAZIN

Ein Mann aus Bonn, der für syrische Flüchtlinge gebürgt hat, muss nach nicht weiter für Sozialleistungen aufkommen, nachdem ihnen Asyl gewährt wurde. Das Oberverwaltungsgericht Münster hob den Zahlungsbescheid für den Bürgen in vollem Umfang auf, wie das Gericht in einer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung mitteilte. (AZ: 18 A 1125/16)

Anders als bei zuvor entschiedenen Fällen müsse der Mann, der früher in Rheinland-Pfalz gewohnt habe, nicht weiter haften, weil für ihn die rheinland-pfälzische Aufnahmeanordnung gelte. Nach dieser Regelung erstrecke sich die Haftung der Verpflichtungserklärungen nur bis zu einer Asyl-Anerkennung.

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US-Arzneimittelbehörde FDA geht gegen gefährliche Homöopathika vor

Bild: süddeutsche.de.Symbolbild,

Sie heilen angeblich Krebs, dabei sind sie wirkungslos und manchmal sogar schädlich: Die US-Arzneimittelbehörde will homöopathische Mittel strenger kontrollieren, die zur Gefahr für Patienten werden können.

SpON

Die US-Arzneimittelbehörde FDA will härter gegen homöopathische Präparate vorgehen. Im Visier der Behörde sind vor allem Mittel, die für Patienten zur Gefahr werden können. Etwa weil sie gefährliche Inhaltsstoffe in erhöhten Mengen enthalten oder vorgeben, wirksam gegen Krebs-, Herz– oder Suchterkrankungen zu sein.

„In vielen Fällen setzen Menschen ihr Vertrauen und ihr Geld auf Therapien, die wenig oder keinen Nutzen bei der Bekämpfung schwerer Krankheiten haben, oder schlimmer noch – irreparablen Schaden anrichten“, sagte Scott Gottlieb von der FDA. Bis vor Kurzem sei die Homöopathie ein Nischenmarkt gewesen, mittlerweile setzt die Industrie laut FDA jedoch drei Milliarden Dollar im Jahr um.

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Linke fotografieren die Polizei

Wasserwerfer und Sonderwagen beim G20-Gipfel in Hamburg, Juli 2017. Bild: Frank Schwichtenberg / CC BY-SA 4.0
Die Aktion könnte eigentlich eine wichtige Debatte über den Umgang zwischen Polizei und Bürger anregen. Doch durch teils krude politische Analysen und eine militaristische Sprache wird das teilweise konterkariert

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Das zeigte sich dieser Tage mal wieder, als sich Linke und Polizei einen Wettbewerb darüber lieferten, wer die originellsten Fotos seiner Kontrahenten veröffentlicht. Zunächst veröffentlichte die Hamburger Polizei öffentlichkeitswirksam zahlreiche Fotos von Personen, die angeblich Straftaten im Zusammenhang mit den G20-Protesten verübt haben sollen (siehe Hamburg: Terroristenjagd wie in den 1970ern).

Bei zahlreichen Bildern sind allerdings diese Straftaten nicht zu sehen. Zudem sind sie noch nicht dafür verurteilt wurden, also gilt die Unschuldsvermutung. Das hinderte allerdings die Bild-Zeitung und andere Boulevardmedien nicht am markigen Aufruf „104 Gesichter! Jagt diese G20-Verbrecher“. Die linke Solidaritätsorganisation Rote Hilfe spricht in einer Pressemitteilung von einem Denunziationsaufruf.

Kritik an den Fahndungsmethoden kommt auch vom liberalen Kommentator der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl: „G20 ist keine Lizenz zum Rechtsbruch“, warnt er in einem Kommentar:

Es gehört zu den Aufgaben von Polizei und Staatsanwaltschaft, Täter zu suchen. Es gehört nicht zu den Aufgaben von Polizei und Staatsanwaltschaft, bei dieser Suche Mittel einzusetzen, die unverhältnismäßig, untauglich und gefährlich sind. Die Ermittler haben zur Fahndung nach sogenannten G-20-Chaoten 100 Fotos und Videosequenzen ins Netz gestellt. Das ist eine gigantische Öffentlichkeitsfahndung, ein Massenscreening, eine Aufforderung zur öffentlichen Rasterfahndung.

Diese Präsentation von echten oder angeblichen Beschuldigten hat mit Steckbriefen nichts mehr zu tun. Es handelt sich um die umfassende Aufforderung an die Bevölkerung, Hilfssheriff zur spielen. Es handelt sich um die Aufforderung, eine Vielzahl von Menschen zu jagen, deren Tat oder Tatbeitrag völlig ungeklärt ist.

Heribert Prantl

Prantl wirft der Polizei vor, den Paragraphen 131b, auf den sich die Polizei bezieht, bis zur Unkenntlich auszudehnen. Er regelt die Veröffentlichung von Fotos von Zeugen und Beschuldigten. Prantl wirft der Polizei vor, nicht zwischen Zeugen und Beschuldigen zu unterscheiden. Die Boulevardpresse geht dann nur einen Schritt weiter und erklärt alle Abgebildeten zu G20-Verbrechern.

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Werbung für Schwangerschaftsabbruch: Rechtsmittel eingelegt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Gießener Ärztin Kristina Hänel will ihre Verurteilung wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche nicht akzeptieren und hat fristgerecht Rechtsmittel eingelegt.

Frankfurter Rundschau

Die Medizinerin war Ende November zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Internet Abtreibung als Leistung angeboten zu haben. Vor gut einer Woche hatte Hänel in Berlin eine Petition mit mehr als 150 000 Unterstützern für Änderungen im Abtreibungsrecht an Bundestagsabgeordnete überreicht.

„Verräter“, „Märtyrer“: Papst bürstet seine Höflinge ab

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus hat einen Verrat an Vertrauen und mangelnden Reformeifer im Vatikan kritisiert.

DIE WELT

  • Daneben prangerte er den Versuch entlassener Mitarbeiter an, sich zu Märtyrern zu stilisieren.
  • Davon angesprochen fühlen dürfte sich Kardinal Müller. Er trat nach Beendigung seiner Amtszeit öffentlich nach.

Papst Franziskus hat „Verräter“ in der römischen Kurie kritisiert und „Ehrgeiz und Ruhmessucht“ unter den Mitarbeitern angeprangert. In seiner traditionellen Weihnachtsansprache an die Leitungsebene der katholischen Kirche beschwerte sich der Pontifex auch über ehemalige Mitarbeiter, die sich als „Märtyrer“ darstellten, statt ihre Schuld einzuräumen. Über sein mühsames Reformvorhaben sagte er am Donnerstag im Vatikan vor Kardinälen, Bischöfen und Priestern: „In Rom Reformen zu machen, ist wie die ägyptische Sphinx mit einer Zahnbürste zu putzen.“

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NS-Vergleich von AfD-Politikerin: Kirchen sprechen von „Entgleisung“

Die Kirchen wollen sich vom drastischen Vergleich der AfD-Politikerin Alice Weidel zwischen der Haltung der Kirchen heute mit ihrer Rolle in der NS-Zeit nicht provozieren lassen.

evangelisch.de

Die AfD hat erneut die Kirchen scharf angegriffen. In einem Interview zog die Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel einen Vergleich mit der Rolle der Kirchen in der NS-Zeit. Sprecher von Evangelischer Kirche in Deutschland (EKD) und katholischer Deutscher Bischofskonferenz (DBK) erklärten am Donnerstag, diese „Entgleisung“ beziehungsweise „Polemik“ wolle man nicht kommentieren. „Die vor uns liegenden Festtage sind eine gute Gelegenheit, um zur Besinnung zu kommen. Auch für Frau Weidel“, sagte ein EKD-Sprecher. „Wir wünschen Frau Weidel eine licht- und erkenntnisreiche Weihnacht“, erklärte knapp DBK-Sprecher Matthias Kopp.

Weidel hatte dem „Focus“ im Zusammenhang mit der Haltung der Kirchen zur Flüchtlingspolitik gesagt, die „Amtskirchen, egal ob evangelisch oder katholisch“, seien „durch und durch politisiert“. „Die Trennung von Staat und Kirche wird nicht mehr eingehalten“, sagte die Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag und ergänzte: „Damit spielen weite Teile der Kirchen bis auf wenige Ausnahmen genau die gleiche unrühmliche Rolle, die sie auch im Dritten Reich gespielt haben.“ Weiter sagte sie, die AfD sei „die einzige christliche Partei, die es noch gibt“.

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Germany Blocks its Largest Telecom Company From Violating Net Neutrality

Image: Shutterstock
Regulators are protecting net neutrality after Telekom—which owns T-Mobile—began prioritizing content.

By Motherboard Staff | MOTHERBOARD

One day after the lost net neutrality battle in the United States, officials in Germany arrived at an important decision. Last Friday, the Bundesnetzagentur, or Federal Network Agency, forbade the company Deutsche Telekom from throttling the streaming speeds of videos as part of its additional StreamOn service. The highest German regulatory officials responsible for issues relating to the internet ordered Telekom to restructure StreamOn accordingly—and to keep all data streaming fair and equal. Telekom criticized the decision as “very puzzling.”

Deutsche Telekom is the parent company of T-Mobile (including T-Mobile in the US).

With the StreamOn option, Telekom customers have the ability to stream songs and videos from certain service providers without it appearing on their monthly data bill, a practice known as “zero rating,” which violates what we traditionally think of as net neutrality. Depending on the chosen package, users are able to access content from Telekom partners like Netflix, Apple Music, and YouTube. The Federal Network Agency didn’t bring up zero rating in its decision, however. Instead, it say that Telekom and StreamOn prioritizes certain types of streaming content. It throttles video (and allows it to be streamed only at standard definition), while prioritizing music and other audio content. The agency argues that video streaming should also be offered at an uncurbed rated.

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UN-Vollversammlung: USA sollen Jerusalem-Entscheidung zurücknehmen

Die Drohungen Trumps haben ihm nichts gebracht: Die UN-Vollversammlung hat die Jerusalem-Resolution angenommen.

Süddeutsche Zeitung

Die US-Regierung soll nach einem Beschluss der UN-Vollversammlung die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt zurücknehmen. Die entsprechende Resolution wurde am Donnerstag in New York mehrheitlich angenommen.

Neben den USA stimmten acht weitere Staaten gegen die Resolution. 128 stimmten dafür, 35 enthielten sich. Ein Veto-Recht gibt es im UN-Plenum anders als im Sicherheitsrat nicht, jeder der 193 Staaten hat eine Stimme.

Die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend und hat deshalb vor allem symbolische Wirkung. Darin wird „tiefes Bedauern“ über „jüngste Entscheidungen im Hinblick auf den Status Jerusalems“ ausgedrückt.

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