Der Mann, der Bayern zum totalen katholischen Staat formte


Das Gemälde von Fidelis Schabet zeigt den späteren Kurfürsten Maximilian I. nach der Vollendung des Residenzbaus zu München anno 1619. (Foto: Sammlung Megele/SZ Photo)
Kurfürst Maximilian I. prägte den Dreißigjährigen Krieg – und verbot Fensterln und Tanz. Eine neue Biografie beleuchtet das Umfeld des wohl bedeutendsten bayerischen Herrschers.

Rezension von Hans Kratzer | Süddeutsche Zeitung

Mit ihren Herrschern zu hadern, das gehört zum Selbstverständnis der Bayern. Umso merkwürdiger, dass ausgerechnet jene Häupter in guter Erinnerung geblieben sind, die das Volk irritiert und drangsaliert haben.

Über kaum einen bayerischen Herrscher ist mehr geschrieben worden als über den Kurfürsten Maximilian I., der seine Untertanen in seinem katholischen Übereifer streng an der Kandare hielt.

Der Kurfürst verbot alles, was heute als Folklore zelebriert wird

Er verbot alles, was den Menschen das Leben auch nur ansatzweise versüßt hätte: das Fensterln zum Beispiel, auch das Tanzen, das gemeinsame Bad von Männern und Frauen und darüber hinaus so ziemlich alles, was heute als bayerische Folklore zelebriert wird.

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