Wer die Toten von Mossul ignoriert, nimmt den nächsten Krieg in Kauf


Während der Gefechte in Mossul Anfang Juli dieses Jahres trauert ein Mann um seine getötete Tochter. (Foto: dpa)
Der Preis für die Befreiung vom IS war viel höher als angenommen. Die internationale Koalition will das nicht wahrhaben. Damit legt sie die Saat für den nächsten Konflikt.

Von Moritz Baumstieger | Süddeutsche Zeitung

Der Trend zur Urbanisierung macht auch vor den Kriegen nicht halt, gekämpft und gestorben wird heute vor allem in den Städten. Ob in Aleppo, Mossul, Raqqa oder nun in Sanaa: Aufständische haben erkannt, dass im Häusermeer der Metropolen ein idealer Kampfplatz steckt.

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Vietcong im Dschungel abtauchte oder sich die Mudschahedin in den entlegenen Berghöhlen Afghanistans verkrochen. Heute liegen die Verstecke in den Kellern der Häuser, Schutz bietet die Masse der Zivilisten. So wird die Stadt wieder zur Festung: Sie ist kaum einzunehmen, aber steckt voller symbolischer Ziele, die der Gegner angreifen muss.

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