Steckt Deutschland im Identitätskonflikt?

Was meinen wir, wenn wir von deutscher Identität, deutschen Werten und deutscher „Leitkultur“ sprechen? (imago / Hartwig Lohmeyer)
Der Einfluss fremder Kulturen, die vermeintlich den historisch gewachsenen Wertekonsens in Deutschland überlagern könnten, macht vielen Menschen Angst. Doch was meint man, wenn man „wir Deutsche“ sagt? Gibt es überhaupt so etwas wie eine kulturelle Identität?

Von Oliver Kranz | Deutschlandfunk

Wenn Gayle Tufts „Jingle Bells“ singt, wippt ihr Publikum im Takt. Der Song gehört längst zur deutschen Folklore. Vor 50 Jahren wurde noch vor einer Amerikanisierung der deutschen Kultur gewarnt.

„Das hat sich mit dem Amerikanischen so ergeben, dass das den Leuten so vorkommt, als wäre das schon ihr Eigenes“,  sagt Dina Emundts, Professorin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. „Da sind die schon von Kindheit auf dran gewöhnt. Wenn die sich ihre Geschichte erzählen, ist das von dem Amerikanischen schon gar nicht mehr loszulösen.“

Permanente Aneignungs- und Abschottungsprozesse

Ein einfaches Beispiel dafür, wie sich kulturelle Traditionen wandeln. Es laufen permanent Aneignungs- und Abschottungsprozesse. Deshalb ist es kaum möglich von einer kulturellen Identität zu reden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff trotzdem verwendet – meist um das Eigene vom Fremden zu unterscheiden.

weiterlesen

Smart Streets

„Leuchtenwald“ der Landesgartenschau in Rosenheim 2010. Foto: Maximilian Dörrbecker. Lizenz: CC BY-SA 2.5
Nach dem bislang wenig erfolgreichen Versuch mit sogenannten Smart Metern an den Erfolg des Smartphones anzuknüpfen, folgt jetzt mit der Smart Street der nächste Anlauf zur digitalen Vernetzung

Von Christoph Jehle | TELEPOLIS

Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten die Straßenlaternen meist wenig beachtet vor sich hin. Die österreichische Initiative SSGM (Smart Safe & Green Mobility), die vom Lichtmastenhersteller Fonatsch in Melk gegründet wurde, will sie jetzt mit allerlei Intelligenz ausstatten. Realisiert wird ihre Smart-Street-Idee in den drei Kommunen Ebreichsdorf (Bezirk Baden), Melk (Bezirk Melk) und Vitis (Bezirk Waidhofen an der Thaya).

Bei den einzelnen Elementen hat man das Rad nicht neu erfunden, sondern greift auf Ideen zurück, welche an anderen Standorten in Europa schon realisiert werden. Die beteiligten Unternehmen wollen jetzt „all ihre Ideen und Fähigkeiten in einen Lichtmast hineinpacken und damit den Markt erobern“. In Melk, wo auch der Lichtmastenhersteller Fonatsch seinen Sitz hat, soll die 800 Meter lange „Smart Street“ dann im Jahre 2019 begeh- und befahrbar sein.

weiterlesen

Netanyahu bekräftigt Israels Austritt aus der UNESCO

Screengrab Times of Israel
Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Außerdem sei der UNESCO-Standpunkt einseitig

derStandard.at

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Austritt seines Landes aus der UN-Kulturorganisation UNESCO bekräftigt. „Ich habe das Außenministerium am Wochenende dazu angewiesen, aus der UNESCO auszutreten“, sagte Netanyahu am Sonntag in Jerusalem. Israel hatte den Schritt bereits im Oktober angekündigt, kurz nach einer entsprechenden Ankündigung der USA, die ebenfalls austreten wollen.

Israelische Medien berichteten, Netanyahu habe Israels Botschafter Carmel Scharma-Cohen angewiesen, noch vor Jahresende ein entsprechendes Schreiben zu überreichen. Der Austritt würde dann Ende 2018 wirksam.

weiterlesen

Söhofer-Leaks deckt auf

Verständigten sich auf das Modell einer „heimtückischen Tolerierung“: Horst Seehofer und Markus Söder (Foto: dpa)
Brisante Enthüllungen beweisen, dass es beinahe nichts geworden wäre mit dem Weihnachtsfrieden zwischen Seehofer und Söder.

Von Roman Deininger | Süddeutsche Zeitung

München, 22. Dezember. Im Zuge der „Söhofer-Leaks“-Enthüllungen sind Details des Weihnachtsfriedens zwischen Horst Seehofer und Markus Söder bekannt geworden. Das geheime Vertragswerk der neuen CSU-Doppelspitze sieht vor, dass Schmutzeleien künftig nach schwedischer Schule nur noch im „klaren gegenseitigen Einvernehmen“ möglich sind. Vor jeder einzelnen Schmutzelei müssen beide Vertragspartner schriftlich einwilligen. Entsprechende Formblätter werden in ausreichender Zahl an allen Tankstellen des Landes bereitgehalten.

Für den Fall, dass Seehofer oder Söder den laufenden Austausch von Schmutzeleien einseitig beenden wollen, wurde ein Signalwort vereinbart („Ochsensepp“). Der Vertrag sieht außerdem vor, dass keiner der beiden Glyphosat gegen den anderen einsetzen darf, außer in von Agrarminister Christian Schmidt klar definierten Bereichen.

weiterlesen

Altar und Politik – Die Allianz der Geisterbeschwörer

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Deutschland als stark christlich geprägt empfunden wird. Welche Rolle Katholiken hier spielen, hat Andreas Püttmann untersucht. Das geht auch Protestanten, Muslime, Juden und Konfessionslose etwas an.

Von Hannes Hintermeier | Frankfurter Allgemeine

Ausgerechnet im Luther-Jahr tritt ein schmaler Band an mit dem Versuch „einer kleinen katholischen Leistungsschau“. Warum hat der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann, 1964 ins Rheinland und ein katholisches Elternhaus hineingeboren, das unternommen? Weil er antizyklisch wirken und in Zeiten „schwindenden Selbstbewusstseins“ zeigen wolle, dass da Substanz verlorenzugehen droht. Dass in diesem unserem „tendenziell protestantischen Land mit einer antikatholischen Unterströmung“ mehr verloren denn gewonnen wäre, wenn es mit der katholischen Kirche weiter bergab ginge.

So weit die Begründung, und nun die Ausgangslage: Seit 1950 hat sich die Zahl der Protestanten in diesem Land von 43 Millionen auf 22,5 Millionen annähernd halbiert; die Katholiken haben mit 23,2 Millionen ungefähr so viele Mitglieder wie 1950, aber seit ihrem Höchststand anno 1990 sind sechzehn Prozent verlorengegangen. Trotz Sonntagsgebot finden nur noch drei Millionen Katholiken regelmäßig den Weg in den Gottesdienst. Dennoch verwahrt sich Püttmann angesichts des Mitgliederschwundes bei den Protestanten gegen „Expertisen über eine ,angeschlagene‘ katholische Kirche“. Unausgesprochen bleibt, was viele Christen im Lande denken oder sich erhoffen – dass man gemeinsam stärker wäre.

weiterlesen

Freikirche im Knast: Warum das Engagement der Heilsarmee auf viel Protest stösst

O Tannenbaum: Insassen des Zentralgefängnisses Lenzburg feierten am Freitag Weihnachten. © Chris Iseli
Die Heilsarmee ist eine evangelikale Freikirche und baut ihre Aktivitäten schweizweit aus – auch in den Gefängnissen. Damit löst die Freikirche reichlich Kritik aus.

Von Andreas Maurer | AARGAUER ZEITUNG

Zwölf Männer in grauen Traineranzügen stehen in einem grauen Raum und murmeln das Vaterunser. In einer Ecke steht eine kleine Plastiktanne mit roten Kugeln. Es ist eine von fünf Weihnachtsfeiern im Zentralgefängnis Lenzburg. Nach der halbstündigen Feier sitzen die Gefangenen noch ein paar Minuten bei Erdnüssen und Kaffee um den Tisch.

Der reformierte Pfarrer, der die Feier leitet, wahrt Distanz und spricht die Gefangenen mit Sie an. Eine andere Rolle übernimmt der Gitarrist, der einige Lieder begleitet hat. Es handelt sich um einen Major der Heilsarmee. Er tritt als Kumpel auf, der die Insassen duzt. Er wird im Gefängnis immer wichtiger. Im September erhöhte er sein Pensum in der Anstalt von 40 auf 100 Prozent.

weiterlesen

„Jerusalem hat eine universale Bedeutung“

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Weihnachten? Intifada? Von beidem ist wenig zu sehen. Es herrscht der üblich angespannte Alltag auf dem einen umstrittenen Quadratkilometer Altstadt, der Christen, Juden und Muslimen so heilig ist.

Von Lissy Kaufmann | DER TAGESSPIEGEL

Zwischen buntem Lametta, Plastiktannen und kniehohen Krippenfiguren aus China sitzen Samir Kouteina und Yousef Dissi auf weißen Plastikhockern und warten auf Kundschaft. Aber irgendwie auch auf eine Lösung des ewigen Jerusalem-Streits. Samir Kouteina, ein 60 Jahre alter Muslim, hat diesen Laden mit Weihnachtsdekoration in der St.-Francis-Straße in der Altstadt vor 35 Jahren eröffnet, als eines der wenigen Geschäfte dieser Art in Jerusalem überhaupt. Damals klang das nach einer gewinnbringenden Idee für die Zeit zwischen November und Januar. Doch das Geschäft läuft heute schlecht. Die Zahl der Christen im Land geht zurück: Bei der Gründung des Staates Israel waren zehn Prozent der Bevölkerung christlichen Glaubens, heute sind es nur noch zwei Prozent. Harte Zeiten für Verkäufer von Weihnachtsdeko, Kouteina zündet sich erst einmal eine Zigarette an, zieht, lässt sie dann im Aschenbecher liegen.

weiterlesen

Weitere 2700 Entlassungen in der Türkei

Es handle sich dabei um Personen, die wegen Kontakten zu Terrorgruppen, die nationale Sicherheit in der Türkei bedrohten

derStandard.at

In der Türkei sind im Zusammenhang mit dem Putschversuch von Mitte 2016 weitere rund 2700 Menschen aus dem Staatsdienst entlassen worden. Es handele sich dabei um Personen mit Verbindungen zu Terrorgruppen, Terror-Strukturen, die sich gegen die nationale Sicherheit der Türkei richteten, wie aus einem Eintrag im Amtsblatt vom Sonntag hervorgeht. Entlassen wurden unter anderem Soldaten, Lehrer und Mitarbeiter von Ministerien.

Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei mehr als 50.000 Menschen wegen des Vorwurfs der von Verbindungen zu dem Prediger Fethullah Gülen festgenommen. Rund 150.000 Mitarbeiter im Militär sowie im öffentlichen und privaten Sektor wurden entlassen. Die Türkei wirft dem seit 1999 in den USA lebenden Prediger vorn, Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches zu sein. Gülen weist die Vorwürfe zurück.

Kurz: Nicht jeden aufnehmen, der es illegal in die EU schafft

Sebastian Kurz, 31: Der ÖVP-Politiker ist seit 18. Dezember Bundeskanzler in Österreich. (Foto: dpa)
  • Österreichs neuer Bundeskanzler hält die bisherige Flüchtlingspolitik der EU für falsch.
  • In einem BamS-Interview sagte Sebastian Kurz: „Staaten zur Aufnahme von Flüchtlingen zu zwingen, bringt Europa nicht weiter.“
  • Die Grenzen zwischen Asyl und Wirtschaftsmigration sind seiner Ansicht nach derzeit vollkommen verschwommen.

Süddeutsche Zeitung

Die Verteilung von Migranten in der EU nach festen Quoten ist aus Sicht des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz ein Irrweg. „Staaten zur Aufnahme von Flüchtlingen zu zwingen, bringt Europa nicht weiter“, sagte der 31-jährige konservative Politiker der Bild am Sonntag. „Wenn wir diesen Weg fortsetzen, spalten wir die Europäische Union nur noch weiter. Die Mitgliedstaaten sollten selbst entscheiden, ob und wie viele Menschen sie aufnehmen.“

Die Diskussion über eine Quote sei ohnehin weitgehend sinnlos, sagte er. „Denn die Migranten, die sich auf den Weg nach Europa machen, wollen nicht nach Bulgarien oder Ungarn. Sie wollen vor allem nach Deutschland, Österreich oder Schweden.“ Neben Bulgarien und Ungarn wollen auch Tschechien und Polen keine Flüchtlinge aufnehmen. Zurzeit beantragen laut Eurostat 60 Prozent aller Migranten, die in die EU kommen, Asyl in Deutschland.

weiterlesen

Richter hebt Trumps Einreisestopp teils auf

Aktivisten und illegale Einwanderer bei der jährlichen Vorweihnachtsfeier „Posada“ am Grenzzaun zwischen Tijuana, Mexiko, und den Vereinigten Staaten © Reuters
Ein Bundesrichter in Seattle wies die Behörden an, Anträge auf Familiennachzug von Flüchtlingsangehörigen aus bestimmten Ländern wieder zu bearbeiten.

Frankfurter Allgemeine

Ein Bundesrichter in den Vereinigten Staaten hat die von Präsident Donald Trump angeordnete Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge aus bestimmten muslimischen Ländern für ungültig erklärt. Bundesrichter James Robart aus Seattle wies die Behörden in seinem am Samstag ergangenen Urteil an, die Einreiseanträge von Ehepartnern und unverheirateten Kindern wieder zu bearbeiten und den Berechtigten die Einreise in die Vereinigten Staaten zu ermöglichen.

Die Aussetzung des Familiennachzugs habe für die beiden Betroffenen, über deren Fälle er urteilte, „irreparablen Schaden durch die Bundesbehörden“ verursacht, schrieb der Richter in der Urteilsbegründung. „Die Familienangehörigen sehnen sich danach, wieder zusammenzukommen.“

weiterlesen

Aufbruch zum säkularen Tempel der Menschheit

Bildung ist der Schlüssel zur Aufklärung: Schülerinnen in Afghanistan.Foto: Ulrike Scheffer
Ein großer, politischer Traum: Frieden und Versöhnung – auch zwischen den Religionen. Was wäre dafür notwendig?

Von Caroline Fetscher | DER TAGESSPIEGEL

RÜCKKEHR DER LEBENSFREUDE

Abends tanzen sie wieder. Es gibt wieder Partys, Afrobeats, westliche Sounds, es gibt wieder Bier. Die Jugendlichen in Maiduguri, der Stadt im Norden Nigerias, wo 2009 der Terror der Boko Haram begann, gehen heute wieder aus. Ihre Feiern organisieren sie privat. Noch wechseln sie Räume, wenn Orte zu bekannt werden. Aber seit die Boko Haram aus der Stadt gedrängt wurde, kehrt zurück, was die Islamisten auslöschen wollten und wofür Maiduguri berühmt war: Lebensfreude.

„Boko Haram“ bedeutet so viel wie „books are haram“ also: Bücher sind unrein, Bildung ist gottlos. Die Organisation hatte Schulmädchen verschleppt, liberale Imame und Lehrer getötet, Musik und Alkohol verboten. Jetzt debattieren sie an der Uni, wo Moslems wie Christen studieren, sogar über Liebe, Sex und Feminismus. 2017 haben die Terrormilizen noch achtmal Attacken auf die Universität Maiduguri verübt. Die Gefahr ebbt nur allmählich ab, während Vernunft sich durchsetzt gegen religiösen Fanatismus. Nur ohne ihn hat demokratische Freiheit eine Chance, ganz gleich wo.

weiterlesen

Deutschland plant Rückführung minderjähriger Migranten

In den vergangenen Jahren wurde kein einziger unbegleiteter Minderjähriger in sein Heimatland abgeschoben Quelle: picture alliance / Armin Weigel/dpa
2017 wurde kein unbegleiteter Minderjähriger in sein Herkunftsland zurückgeführt – doch das soll sich ändern. Deutschland plant den Aufbau von Unterkünften in Marokko. Auch kriminelle Jugendliche könnten dann abgeschoben werden.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Kein Ruf, sondern ein Schrei nach Hilfe erreichte kürzlich das Stuttgarter Innenministerium. Seit 2015 falle eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Ausländer, vor allem aus Marokko, durch eine „bislang nicht gekannte hohe kriminelle Energie“ auf, schrieb Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz.

„Das Grundvertrauen, dass der Staat seine Bürger schützen kann, ist nicht mehr vorhanden.“ Als „Staatsversagen“ werde es wahrgenommen, dass junge Serientäter auf freiem Fuß blieben, es bedürfe endlich der Unterbringung in geschlossenen Jugendhilfeeinrichtungen oder Rückführungen nach Marokko.

weiterlesen

16-jähriger Syrer darf seine Familie nach Deutschland holen

Viele Flüchtlinge lassen ihre Angehörigen zurück oder werden auf der Flucht von ihren Familien getrennt. (Foto: dpa)
Nach jahrelangem Rechtsstreit gibt ein Gericht dem jungen Flüchtling recht. Das Urteil könnte ein Präzedenzfall für andere Familien werden.

Von Bernd Kastner | Süddeutsche Zeitung

Erstmals hat das Verwaltungsgericht Berlin das Auswärtige Amt verurteilt, aus humanitären Gründen einer syrischen Familie ein Visum auszustellen, um zu ihrem kranken Sohn und Bruder nach Deutschland zu reisen. Dieser war 2015 als 14-Jähriger geflohen, hatte aber nur subsidiären Schutz zugesprochen bekommen.

Für Flüchtlinge mit diesem Status ist der Familiennachzug seit knapp zwei Jahren ausgesetzt, über die mögliche Verlängerung wird seit Monaten politisch heftig gerungen. Es gibt parallel auch die Möglichkeit des Nachzugs aus humanitären und völkerrechtlichen Gründen. Diesen Weg ebnet das Berliner Gericht der Familie. Das Urteil wird auch rechtskräftig werden.

weiterlesen

USA: Rückgang der Lebenserwartung aufgrund der Mortalität der jüngeren Menschen

Grafik:TP
Betroffen sind vor allem (schwarze) Männer, eine Ursache dürfte die im Trump-Amerika grassierende „Opioid-Epidemie“ sein

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Hinweise häufen sich, dass der seit Jahrzehnten erfolgte kontinuierliche Fortschritt beim Anstieg der Lebenserwartung seinen Höhepunkt überschritten haben – und dass es ein Höchstalter geben könnte (Maximales Lebensalter von etwa 115 Jahren?). Zwar geht es bei den normalen statistischen Hochrechnungen noch immer weiter bergauf, aber die Mortalitätsraten zeigen in manchen Ländern, dass die Menschen schon jetzt durchschnittlich weniger lang leben.

Das britische Statistikamt hat jüngst aufgrund aktueller Mortalitätsraten gemeldet, dass die Lebenserwartung zwar noch steige, aber geringer als bislang projiziert worden war. Die Mortalitätsraten haben sich erhöht, die Mortalität bei den älteren Menschen habe sich kaum mehr durch medizinischen Fortschritt verbessert. Die Zukunftsaussichten seien weniger optimistisch (Antibiotika-Resistenz soll weiteren Anstieg der Lebenserwartung bremsen).

weiterlesen

Wir sind die Weihnachtschristen

Die Kirchenbänke im Berliner Dom sind an Heiligabend dicht besetzt am Freitag.Foto: Marcel Mettelsiefen dpa/lbn
Wie viele andere Menschen geht unsere Autorin genau einmal im Jahr in die Kirche: Heiligabend. Und fragt sich: Muss ich deshalb ein schlechtes Gewissen haben? Ein Essay.

Von Ann-Kathrin Hipp | DER TAGESSPIEGEL

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtschristin in mir raus. Dann krame ich das in Gold eingebundene, verstaubte Gebet- und Gesangbuch aus, das mir meine Uroma vor einer gefühlten Ewigkeit zur Kommunion geschenkt hat und eile gemeinsam mit meinen Eltern in die Dorfkirche, um noch einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern.

Meist ist es für uns das einzige Mal im Jahr, dass wir den Gottesdienst besuchen. Papa, der früher Messdiener war, Mama, die vor ein paar Monaten aus der katholischen Kirche ausgetreten ist und ich, gefühlsmäßig irgendwo dazwischen. Die Messe an Heiligabend ist Teil unserer Tradition. Ich hinterfrage sie genauso wenig, wie Omas Plätzchen in der Adventszeit, unseren Tannenbaum mit den roten Glaskugeln oder das Racletteessen vor der Bescherung. Das alles gehört einfach dazu.

weiterlesen

Dänemark verschärft Grenzkontrollen zu Deutschland drastisch

Bild: Quelle: N24/ Thomas Laeber
Wegen der Flüchtlingskrise führt Dänemark seit 2016 Grenzkontrollen zu Deutschland durch, seit diesem September werden sogar Soldaten eingesetzt. Nun verschärft das Land seine Kontrollen noch einmal. Jedes Auto wird kontrolliert.

DIE WELT

Dänemark verschärft seine Kontrollen an den Grenzübergängen nach Deutschland. Die Maßnahme ist Teil des Haushalts, den das Parlament in Kopenhagen am Freitagabend verabschiedet hat.

An allen Grenzübergängen sollen nun automatische Nummernschild-Scanner aufgebaut werden. An den fünf großen Übergängen Frøslev, Padborg, Kruså sowie den Fährhäfen in Rødby und Gedser werden laut der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zudem Kontrollhäuschen aufgestellt.

weiterlesen

Olympiasiegerin Vervoort will ihr Leben beenden

foto: rechte: apa/afp/chiba Marieke Vervoort 2016 bei den Olympischen Spielen von Rio.
38-jährige Belgierin leidet an einer Form von Querschnittslähmung, die mit starken Schmerzen einhergeht

derStandard.at

Die belgische Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort will ihr Leben beenden. In einem Interview mit der englischen Tageszeitung The Telegraph sagte die 38-Jährige, die 2012 in London als Handbikerin Gold über 100 Meter und Silber über 200 Meter gewonnen hatte: „Ich habe so starke Schmerzen. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr leiden.“ Die erforderlichen Papiere, um die in ihrer Heimat Belgien erlaubte aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, hat Vervoort bereits seit 2008.

Bei den Paralympics 2016 in Rio gewann Marieke Vervoort im Rollstuhlrennen der Leichtathletinnen über 400 m noch einmal Silber, über 100 m wurde sie Dritte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie zu ihrer gesundheitlichen Verfassung erklärt, sie genieße „jeden kleinen Moment“. In dem Jahr landete sie bei der Wahl zum Sportler des Jahres in Belgien auf Platz zwei hinter Fußballstar Kevin de Bruyne. 2015 war Vervoort bei einer Gala zu Ehren der Menschen des Jahres eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk verliehen worden.

weiterlesen

Pläne der US-Regierung: Arbeitgeber sollen Trinkgelder einsammeln dürfen

Kellnerinnen und Barmänner gehören zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften in den USA. Trinkgelder sind ein wesentlicher Teil ihrer Einkünfte. Und genau darauf will die Regierung den Arbeitgebern Zugriff verschaffen.

SpON

In den USA legen Kunden in Restaurants und Bars üblicherweise rund 20 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld obendrauf. Und diese für deutsche Verhältnisse hohe Summe hat einen Grund: Die 3,2 Millionen US-Amerikaner, die als Kellner, Kellnerinnen oder Bartender arbeiten, zählen zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften des Landes: Trinkgelder stellen einen wesentlichen Teil ihrer Einkünfte dar.

weiterlesen

Polizeigewerkschaften: Mehr häusliche Gewalt an „Weihnachten“

Polizeigewerkschaften warnen vor vermehrter häuslicher Gewalt an Weihnachten und Silvester. Für viele Menschen seien die Feiertage purer Stress, sagte der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, der „Bild“-Zeitung (Samstag).

evangelisch.de

„Überzogene und oft unerfüllte Erwartungen an die Festtage führen zu Frust und Aggressionen,“ meint Schulz deshalb. Zu keiner Zeit im Jahr flüchteten sich mehr Frauen in Frauenhäuser als an Weihnachten.

Nach den Worten von Oliver Malchow, Chef der Gewerkschaft der Polizei, zeigt die Erfahrung, „dass Feiertage oft Krisentage“ sind.

weiterlesen

Israel arrests 3 Turks after ‘incident’ near Temple Mount

Illustrative: Israeli police clash with Palestinian protesters near Damascus Gate in the Old City of Jerusalem on December 22, 2017.(Suliman Khader/Flash90)
Police spokesman provides few details of what led to incident, but footage shows men wearing red shirts with Turkish flag scuffling with officers in Old City

By AFP and TOI staff | The Times of Israel

Israel Police arrested three Turkish tourists near a holy site in Jerusalem after an “incident” following Muslim prayers, a police spokesman told AFP on Saturday.

The Turks had been “involved in an incident in Jerusalem’s Old City after Friday prayers on the Temple Mount,” said Micky Rosenfeld. They had been praying at the Al-Aqsa Mosque compound on the holy site that also houses the Dome of the Rock.

The spokesman did not provide any additional details. The three are likely to face an Israeli court later on Saturday, Rosenfeld said.

A video circulating on social media shows a number of men wearing red shirts with the Turkish flag, scuffling with police forces in the Old City.

Turkey’s state-run news agency Anadolu said two of the three men, who hold dual Turkish and Belgium citizenship, were arrested for “assaulting Israeli police and resisting police.”

read more