Freikirche im Knast: Warum das Engagement der Heilsarmee auf viel Protest stösst


O Tannenbaum: Insassen des Zentralgefängnisses Lenzburg feierten am Freitag Weihnachten. © Chris Iseli
Die Heilsarmee ist eine evangelikale Freikirche und baut ihre Aktivitäten schweizweit aus – auch in den Gefängnissen. Damit löst die Freikirche reichlich Kritik aus.

Von Andreas Maurer | AARGAUER ZEITUNG

Zwölf Männer in grauen Traineranzügen stehen in einem grauen Raum und murmeln das Vaterunser. In einer Ecke steht eine kleine Plastiktanne mit roten Kugeln. Es ist eine von fünf Weihnachtsfeiern im Zentralgefängnis Lenzburg. Nach der halbstündigen Feier sitzen die Gefangenen noch ein paar Minuten bei Erdnüssen und Kaffee um den Tisch.

Der reformierte Pfarrer, der die Feier leitet, wahrt Distanz und spricht die Gefangenen mit Sie an. Eine andere Rolle übernimmt der Gitarrist, der einige Lieder begleitet hat. Es handelt sich um einen Major der Heilsarmee. Er tritt als Kumpel auf, der die Insassen duzt. Er wird im Gefängnis immer wichtiger. Im September erhöhte er sein Pensum in der Anstalt von 40 auf 100 Prozent.

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