Weihnachtsflut 1717: Dort an den Bäumen scheusliche Leichen hangend


Allein in Ostfriesland ertranken mehr als 2700 Menschen: zeitgenössische Darstellung der Weihnachtsflut Quelle: Wikipedia/Public Domain
Bis zum Abend des 24. Dezember 1717 blies der Wind noch von Südwesten. Dann drehte er sich und schob eine Riesenwelle auf die Küsten der Nordsee. Mit der „Weihnachtsflut“ kam die Hölle über das Land.

Von Florian Stark | DIE WELT

„Feuer und Wasser sind sehr gute Diener; aber sehr schlechte Herren“, eröffnete der Chronist C. M. Hafner in seinen „Denkwürdigkeiten aus der ostfriesischen Geschichte“ das Kapitel über die „Weihnachtsfluth von 1717“: „Alle andere Landplagen, ansteckende Krankheiten an Menschen und Vieh, Plünderungen und Verwüstungen feindlicher Heere, und innerliche Unruhen haben in einer Reihe von Jahren zusammengenommen das Elend nicht hervorgebracht, welches diese schreckliche Auch’ in einer Nacht über unser Vaterland hingegossen hat.“

Es war nicht die Vorfreude auf das Weihnachtsfest, die die Menschen an der Nordseeküste von den Niederlanden bis hinauf nach Nordfriesland unaufmerksam werden ließ. Alle Anzeichen standen auf Entwarnung. Bis in die Mittagsstunden des 24. Dezember hatte ein starker Wind aus Südwesten geblasen, der gegen Abend nachließ. Das hatte zur Folge, dass das Abendhochwasser nur wenig erhöht war, was nichts Schlimmes befürchten ließ.

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