Die Heilsarmee ist auch eine Firma


Die Heilsarmee sammelt Spenden im Helmhaus in Zürich, im Dezember 1965. (Bild: Baumann / Comet / ETHZ)
Strenge Uniformen und weihnächtliche Topfkollekten sind ihr Markenzeichen. Doch die Heilsarmee ist mehr als nur eine Freikirche. Sie ist ein komplexes Unternehmen.

Von Thomas Fuster | Neue Zürcher Zeitung

Eigentlich, so lehrt es das Christentum, ist der Advent die Zeit der Besinnung und Einkehr. Für die Heilsarmee sind die Wochen vor Weihnachten aber von Betriebsamkeit ge­prägt. Viele Mitglieder singen und musizieren auf den Strassen, um im Rahmen der traditionellen Topfkollekte eine Spende oder ein bisschen Aufmerksamkeit der vorbeieilenden Passanten zu erwirken. Weder Kälte noch Schnee können den zumeist leicht ange­grau­ten Musizierenden etwas anhaben, und mit ihren Uniformen zeigen sie sich auch immun gegenüber Modetrends und Eitelkeiten. Bei der 1865 in London gegründeten Freikirche, die sich zum Ziel setzt, sowohl die materielle als auch die seelische Not der Menschen zu lindern, scheint die Zeit stillzustehen.

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