Libyen widerruft Seenotrettungszone


Der libysche Alfano Minister besucht die Besatzung des italienischen Marineschiffs Capri, das die libyische Marine und Küstenwache bei der technischen Wartung ihrer Schiffe unterstützt.Bild: Marina Militare
Die libysche Küstenwache wird an ein Kommunikationssystem der italienischen Marine angeschlossen. Anschließend folgt die Integration in eine europäische Plattform. Bislang fehlt allerdings eine maritime Leitstelle

Von Matthias Monroy | TELEPOLIS

Die libysche Einheitsregierung hat die im Sommer angekündigte Einrichtung einer Such- und Rettungszone (Search and Rescue, SAR Zone) vorläufig zurückgenommen. Ein entsprechendes Schreiben des Präsidialrates ging am 10. Dezember bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) ein. Zuerst berichtete hierüber der Informationsdienst „Refugees deeply“, kurz darauf bestätigte Reuters die Meldung. Zu den Gründen des Widerrufs ist nichts bekannt. Vermutet wird, dass Libyen nicht alle Bedingungen für die Seenotrettung erfüllt und der am 10. Juli eingereichte Antrag somit nicht offiziell angenommen worden wäre. So hatte die IMO mehrfach bei der Hafenbehörde in Tripolis um Klarstellung zu Einzelheiten ersucht, aber keine befriedigende Antwort erhalten.

Die IMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in London. Ihren Regeln zufolge darf ein Land nur dann eine SAR-Zone benennen, wenn eine maritime Seenotrettungs-Leitstelle (Maritime Rescue Coordination Center, MRCC) im 24 Stunden-Betrieb gewährleistet ist. Die dort stationierten Behörden sollen Englisch sprechen. Vor Ort müssen ausreichend Kommunikationsmittel und Ambulanzfahrzeuge vorhanden sein, um Rettungsmaßnahmen garantieren zu können. Weil Libyen über kein MRCC verfügt, werden Einsätze zur Seenotrettung derzeit vom MRCC in Rom koordiniert.

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