Rechte Frauen: Der neue Nazi-Sex-Boom


Die Frau von rechts als mediale Projektionsfläche – Frauke Petry bei einem Wahlkampfauftritt. ©IMAGO
Domina, Luder oder gefährliche Verführerin – ständig werden Frauen, die zur neuen Rechten gehören, in den Medien sexualisiert. Warum eigentlich?

Von Anna Prizkau | Frankfurter Allgemeine

Es ist ein klassischer Sexfilmeinstieg. Ein Mann träumt von einer Frau, träumt diese Szene: Sie – „zierlich“, „im dunklen Hosenanzug, der Blick wild entschlossen“ – ist dem Mann auf die Herrentoilette gefolgt. Dann „stürzt“ sie sich auf ihn und „drängt ihn in eine Ecke zwischen Heizkörper und Notausgang“.

In einem Film wäre klar, was dann kommt. Doch es ist kein Porno, es ist ein journalistischer Text. Die Dominahafte, eine Frau, die „verbissen, hart, aggressiv“ ist, ist Frauke Petry. Der Mann, dessen Traum so explizit erzählt wird, ein AfD-Mann, den kaum jemand kennt. Und eigentlich geht es um Parteistreitereien. Die sexgeladene Szene stand so im „Spiegel“, als Frauke Petry in der Alternative für Deutschland noch die mächtigste Frau war, Anführerin deutscher Rechtspopulisten. Und das ist kein Zufall, Ausnahme auch nicht. Denn im Jetzt ist es Alltag, dass die neue Rechten in Verbindung mit ihrer Sexualität gesetzt, gezeigt und gedeutet werden. Warum? Das versteht man, wenn man das Buch „Sexualisierte Nazis“ versteht. Zwar erzählt es von den alten Nationalsozialisten, doch die wurden auch schon übersext dargestellt.

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