Von hasenfüßigen Landschweinen und biodynamischen Stadtschweinen


Schweinehauptstadt. In Berlin leben schätzungsweise mehrere Tausend Wildschweine, die Menschen viel näher an sich heranlassen als…Foto: Gregor Fischer/dpa
Brandenburger Wildschweine benehmen sich deutlich anders als ihre Großstadtgenossen. Auf Naturkost stehen aber beide.

Von Roland Knauer | DER TAGESSPIEGEL

Dass Berlin für allerlei Landbewohner geradezu magnetische Anziehungskraft hat, ist bekannt. Dass dazu auch immer mehr Wildschweine gehören, lässt sich anhand durchwühlter Vorgärten, Parks und Grünanlagen leicht nachvollziehen. Wie nah die Stadtschweine dem Menschen dabei mittlerweile kommen, hat nun die Biologin Milena Stillfried vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht. 13 Schweine aus Stadt und Land hat die Biologin mit Sendern ausgerüstet, die sie den in Fallen gefangenen Tieren vor dem Freilassen um den Hals gehängt hat. Nähert sich in Brandenburg ein Mensch einem im Dickicht versteckten Wildschwein, kommt er im Durchschnitt gerade einmal 90 Meter an das Tier heran, bevor es aufspringt und flieht. In Berlin dagegen liegt diese Fluchtdistanz bei nur 30 Metern.

Allerdings scheren sich einige Tiere recht wenig um diesen Durchschnittswert. Sie lassen Menschen noch viel näher an sich heran. Die inzwischen dauerhaft in der Stadt lebenden Schweine haben gelernt, dass ein Radfahrer ihnen zwar mitunter sehr nahe kommt, aber normalerweise auf der Straße bleibt. Im Gebüsch gleich neben der Fahrbahn, können sie sich also sicher fühlen. „Auch im hohen Gras eines verwilderten Gartens verstecken die Wildschweine sich gern“, sagt Stillfried.

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