Wie der Mythos um die Gralskirche entstand


Sogar einen Park mit einem Bibliotheksturm ließ Saunière in dem kleinen Dorf bauen. (Foto: Alamy/mauritius images)
Das französische Rennes-le-Château umranken Legenden, die auch Bestsellerautor Dan Brown inspiriert haben. Ausgangspunkt der Spekulationen: ein schwer reicher Pfarrer.

Von Florian Welle | Süddeutsche Zeitung

Terribilis est locus iste.“ „Schrecklich ist dieser Ort“, warnt ein Schriftzug über dem Portal jeden, der die Kirche von Rennes-le-Château betritt. Jeden?

Zumindest die vielen Esoteriker, Okkultisten, Schatz- und Gralssucher, die in das südfranzösische Dorf am Fuße der Pyrenäen pilgern. Bei mehr als 100 000 Touristen, die sich jährlich durch die Gassen des pittoresken Ortes mit gerade mal um die 60 Einwohner schieben, ist die Übersetzung „schrecklich“ wohl angebracht.

Kristallisationspunkt für Verschwörungstheoretiker

Alle anderen aber bevorzugen „ehrfurchtgebietend“. Was natürlich weniger furchteinflößend klingt und daher so gar nicht zum Mysterium passt, das die auf einem Hügel gelegene Ortschaft im Département Aude angeblich birgt.

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