Endlich werden die Atheisten mit den Kirchen gleichgestellt

Jahr für Jahr melden sich 2000 Berliner Schüler für die Jugendweihe an. Foto: imago
Seelsorger eilen herbei, wenn Menschen in Not sind – nach Unglücken oder Terroranschlägen. Medien ist es stets wichtig zu vermelden, dass Betroffene, ob Verletzte oder Angehörige von Opfern, geistlichen Beistand und Trost erhalten. Auch in der Bundeswehr, in Krankenhäusern oder Justizvollzugsanstalten stehen Seelsorger bereit – entsandt von den Kirchen, bezahlt vom Staat wohlgemerkt.

Von Maritta Adam-Tkalec | Berliner Zeitung

Welche Fürsorge aber gilt den Atheisten, die von einem Gott naturgemäß keinen Trost erwarten sondern des menschlichen Beistands bedürfen? Erfahrungsgemäß werden sie von salbungsvollen Predigerworten eher auf die Palme getrieben statt in ruhige Gefilde geführt. Die sollen sich nicht so haben, hört man häufig, wenn dieses Problem angesprochen wird. Da wirkt die Arroganz jahrhundertelang gewohnter Selbstverständlichkeit nach.

Eine kleine Revolution

Doch die Lage ändert sich: Zwei Drittel der Berliner Bevölkerung sind konfessionslos, bundesweit ist es ein Drittel. Und die Nichtreligiösen verlangen immer klarer: Gleiche Pflichten, gleiche Rechte!

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Weniger als ein Viertel der Berliner ist noch in der Kirche

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Die beiden großen Kirchen in Berlin verlieren weiter an Attraktivität. In den vergangenen zehn Jahren sank der Anteil der Berlinerinnen und Berliner, die noch evangelisch oder katholisch sind, auf unter 25 Prozent. Die Linken fordern kirchenpolitische Konsequenzen.

rbb|24

Nur noch 24,96 Prozent der Berlinerinnen und Berliner gehörten zum Jahresende 2016 der evangelischen oder katholischen Kirche an. Das ergibt die Antwort der Senatsverwaltung für Justiz auf eine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Linke), die der Tageszeitung „Neues Deutschland“ vorliegt.

Zahl der Austritte hat geringfügig abgenommen

Demnach traten 8.667 Hauptstädter im Jahr 2016 aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) aus, 5.298 kehrten der katholischen Kirche den Rücken. Mit insgesamt knapp 14.000 ist die Zahl der Austritte gegenüber 2015 (14.278 Austritte) allerdings leicht gesunken.

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Grundtypen des Atheismus im Licht der Bibel

„Drei Arten von Menschen gibt es: die einen, die Gott dienen, weil sie ihn gefunden haben; die andern, die bemüht sind, ihn zu suchen, da sie ihn nicht gefunden haben; die dritten, die leben, ohne ihn zu suchen und ohne ihn gefunden zu haben. Die ersten sind vernünftig und glücklich, die letzteren sind töricht und unglücklich, die dazwischen sind unglücklich und vernünftig.“
(Pascal: Pensées,Frg. 257)

Prof. Dr. Edith Düsing | Wort und Wissen

Einleitung und Gliederung

Jeder Mensch sucht Gott oder aber flieht vor ihm kraft seines Fühlens, Denkens oder Wollens.

Daher lassen sich Grundtypen des Atheismus gemäß den Seelenvermögen unterscheiden:

  1.  Ein Atheismus trotzigen Aufbegehrens gegen das Leid: die Hiobsfrage, das Theodizeeproblem.
  2. Ein Atheismus der Weltbilder konstruierenden Vernunft: Der Glaube an die Erklärungskraft der Naturgesetze, in atheistischer Weltansicht beliebt, ist der Aberglaube der Moderne(Wittgenstein).
  3. Ein Atheismus, der Gott für ein Phantasieprodukt hält (Protagoras, Feuerbach). –Folgerungen:
  4. Atheismus der Gleichgültigkeit: Gottvergessenheit in einer genußsüchtigen Spaßgesellschaft.
  5. Gottlosigkeit im traditionellen Sinne: sittenwidrig böse Praxis, leben als ob es Gott nicht gäbe.

Zur aktuellen Lage

Ist Gott bloß Illusion, der Geist des Menschen ein physikalischer Zustand, seine Seele nur Tierseele? Zweieinhalb Jahrtausende galt in der abendländischen Kultur ‚Atheismus‘ als schwerste Anklage. Im 21. Jahrhundert hingegen preisen manche sich selbst als Atheisten. Dahinter steckt ein grundstürzender Wertewandel, von der ehemals selbstverständlichen, dem Menschen gemäßen Gott-suche hin zur – heute salonfähigen – Gottesverachtung. Postmoderne atheistische Positionen umweht ein Nimbus von radikaler Aufklärung und absolutem Humanismus.

Der Glaube an die Erklärungskraft der Naturgesetze, in atheistischen Weltansichten beliebt, wird von Wittgenstein ‚der Aberglaube der Moderne‘ genannt.1
Hinter der Wissenschaftsgläubigkeit, die einen zeugenden Weltgrund annimmt, an autarke Naturgesetze ohne einen Schöpfer glaubt, waltet ein Wille, der einen Abgott anbetet. Urknallphysik mit eingepackter Evolutionsbiologie verleugnet Christi Inkarnation, Kreuzestod und Auferstehung, so kristallklar Horst Waldemar Beck.2
Wird Selbstorganisation des Lebens aus dem Nichts, eine Hypothese, als erwiesene Tatsache behauptet, so legt sie einen Denkbann mit globaler Macht auf Wissenschaftler und glaubendes Volk: die Suggestion autarker Schöpfung ohne Schöpfer. Die Fiktion: ‚Am Anfang geschah alles von selbst’!

Eine biblische Einschätzung vorweg

Im Alten Testament ertönt aus dem Munde der „Spötter“ das harte Wort: „Non est Deus“ („Es gibt keinen Gott“: Psalm 14, 1: Vulgata). Verschiedene Arten von Gottlosigkeit tauchen hier auf: Gottvergessenheit, negative Theodizee, unvernünftige Gottesleugnung, Wunschphantasie. „Wohl dem Menschen“, so lautet die Seligpreisung, „der nicht sitzt im Rat der Gottlosen, wo die Spötter sitzen“ (Ps 1, 1), und bei Jeremia wehklagt Jahwe selbst: „Mich, die Quelle des Lebens verlassen sie und bauen sich löchrige Zisternen“; sie kehren mir den Rücken zu, nicht das Angesicht; „wenn aber die Not über sie kommt, sprechen sie: ‚Auf, hilf uns‘„(Jeremia 2, 13.27). Unsere Willensaktivität wird aufgerufen, indem vor einem „Sitzen“ bei den „Spöttern“ gewarnt wird. In dem Satz: „Es ist kein Gott, so sprechen die Toren“ (Psalm 53, 2) hebt der Psalmendichter auf ihre Vernunftwidrigkeit ab. Ein göttlicher Humor begleitet Irrende bis in ihre götzendienerischen Wahngedanken, sie sokratisch ihrer Absurdität überführend: „Götter, die du dir gemacht hast – wo sind sie?“ Sprichst du, Frau, zu ihnen: „Stein, du hast mich geboren“?! oder sprichst du, Mann, zu einem Holze: „mein Vater“?! (Jeremia 2, 27)

Kants Widerlegung des Atheismus

Immanuel Kant verdanken wir eine starke klare Widerlegung des Atheismus; er widmet ihm Aufmerksamkeit, so als habe er dessen künftige Popularität vorausgeahnt. Durch Untersuchung der Grenzen unsrer Vernunft zeigt er: Der Satz „Gott existiert nicht!“ ist eine unhaltbare Aussage —- über ein Sein an sich, das unerkennbar ist. Gottes Dasein ist nicht widerlegbar, auch nicht die Hoffnung eines künftigen Lebens. Dem Atheismus und Materialismus, könne ganz „die Wurzel abgeschnitten“ werden (KrV AA III 21). Kants Vernunftkritik widerlegt die Begründbarkeit der These: „Es ist kein“ Gott! „Denn wo will der angebliche Freigeist seine Kenntnis hernehmen?“ Dieser Satz liegt außerhalb der Grenzen menschlicher Einsicht. Wer ihn behauptet, vertritt ein negatives Dogma über die Vernunft hinaus. Wer Gott leugnet, muß, was er nicht kann, die negative Beweislast tragen! Und zwar logisch-erkenntnistheoretisch und existentiell-persönlich eschatologisch coram Deo. Der Verzicht des Agnostikers auf die nach dem Ursprung fragende Vernunft läuft auf den nicht vernünftigen dogmatischen Unglauben hinaus, der ohne Beweise Gottes Dasein bestreitet, worüber kein positiv oder negativ zwingendes Erkenntnisurteil gefällt werden kann. Also kann es nur außer vernünftige, nicht vernunftgemäße Gründe für den Atheismus geben. Fazit: Die Kritik der reinen Vernunft erhärtet: Schlechthin unmöglich ist es, Gottes Nichtdasein zu beweisen.

Geschichtliche Ursprünge des Atheismus

Kant zeigt durch Argumente, was im christlichen Abendland verbürgte Sicht war: Atheismus galt als widervernünftig, ja als intellektueller Selbstmord; wer Gott leugne, begehe ein doppeltes moralisches Verbrechen, er beleidigt die höchste Majestät und verstümmelt zugleich geistig sich selbst. Denn der Gottesgedanke gehöre jeder Menschenseele wesentlich zu, und wer ihn in sich auslösche, lege gleichsam im Innersten Hand an sich, analog zu dem, der seinen Leib antastet. Aufgrund seiner Unvernünftigkeit müsse er, einer „du coeur“ (des Herzens) sein, eine vorsätzlich zugezogene Selbstverblendung ein „aveuglement volontaire“ (eine freiwillige Erblindung), zuletzt in geistlicher Diagnose: „L’athéisme. Une maladie spirituelle“ (Der Atheismus. Eine geistliche Erkrankung)3.
Denn jeder Mensch verfüge, so Paulus in Römer 2, 15, über ein seiner Vernunft eingeborenes bzw. ihm in sein Herz geschriebenes Wissen von Gott, das der Atheist in sich selbst ausradiert.
Noch zur Zeit der Aufklärung war der Atheismus selten, eine Anomalie, ein „Grenzfall“4, – so wie in der ganzen Geschichte der Philosophie der Atheismus eine Ausnahmeerscheinung war. Die „Atheisterey“ galt weithin als ein „unvernünftiges Vorutheil“, etwa daherrührend, daß ihre Fürsprecher „ihrer todtkranken und verfinsterten Vernunft allzu viel einräumen“. Vor allem lud die bewunderungswürdige Ordnung der Natur zu physikotheologischen Betrachtungen ein, auf einen weisen Schöpfer hindeutend. Forscher ersten Ranges, als Astronomen, Mathematiker und Physiker wie Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Isaac Newton, kamen her vom biblischen Glauben an den in Christus offenbarten Gott und „erkannten“ darin, daß „die Welt durch Gottes Wort geschaffen …, alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist“ (Hebräer 11, 3). So war die Bibel nicht nur kein Hemmfaktor in der Geschichte neu aufblühender Naturwissenschaft, wie Vorurteile besagten, sondern kraft Hypothesen derer, die auch im ‚Buch der Natur‘ Spuren von Gottes Wirken finden wollten,5 zuversichtlich Zusammenhänge vermuteten, Naturforschung beflügelnd.

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1 Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, London 1922; vgl. Robert Spaemann: Der letzte Gottesbeweis, München 2007, 11f; zur Widerlegung des Atheismus s. Edith Düsing: Gottvergessenheit und veruntreute Seele. Philosophische Streifzüge von Kant zu Nietzsche, München 2018; dies.: Atheismus und Agnostizismus, in: Verantwortlich glauben. Ein Themenbuch zur christlichen Apologetik, hg. von Christian Herrmann, Nürnberg 2016, 220-237.

2Zum Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft s. Horst W. Beck: Biblische Universalität und Wissenschaft. Interdisziplinäre Theologie im Horizont trinintarischer Schöpfungslehre, 2. Aufl. Weilheim-Bierbronnen 1994.

3Winfried Schröder: Ursprünge des Atheismus. Untersuchungen zur Metaphysik- und Religionskritik des 17. und 18. Jahrhunderts, 71ff. Die Seitenzahlen in Klammern beziehen sich im Folgenden auf dieses informative, der Intention nach freigeistige Werk.

4Jürgen Mittelstraß: Neuzeit und Aufklärung. Studien zur Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft und Philosophie, Berlin/ New York 1970, 130.

5Zur Forschung befördernden Ausstrahlung der Bibel s. aus fernöstlicher Perspektive Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur, Basel 2014.

Marx-Bullshistic: Gewissensentscheidung von Homosexuellen respektieren

Quelle: http://www.bgland24.de

Kardinal Marx möchte keinen blinden Rigorismus in der kirchlichen Sexualmoral.

kath.net

Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx möchte einen neuen Umgang mit der kirchlichen Sexualmoral und hat etwas gegen „blinden Rigorismus“. Für Marx sei es falsch, „von außen zu sagen, jemand sei in einem Zustand der Todsünde“, das gelte auch bei der Bewertung von Homosexualität.

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Chef von Luther-Stiftung: Kirche ruht sich auf Sonderstatus aus

Der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Martin Luther Stiftung, Michael Inacker, übt im Rückblick auf die Feiern zum 500. Reformationsjubiläum scharfe Kritik an der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie habe es im Jubiläumsjahr versäumt, auf die wachsende Zahl der Nichtchristen einzuwirken und missionarisch gegenzusteuern.

evangelisch.de

„Die Kirche ist satt geworden und ruht sich auf ihrem öffentlich-rechtlichen Sonderstatus aus“, sagte Inacker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Luther würde sich im Grab umdrehen“, fügte der Kommunikationsberater hinzu.

Die evangelische Kirche hatte bis Ende Oktober 500 Jahre Reformation gefeiert. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

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Historiker Philipp Blom: „Die Erde braucht uns nicht“

foto: robert newald Philipp Blom: „Technologischen Fortschritt hat es immer gegeben. Das Revolutionäre diesmal ist, dass die Systeme anfangen zu lernen. Sie schreiben die Regeln selbst, wenn das Ziel definiert ist.“
Digitalisierung, Klimawandel und Hyperkonsum läuten das Ende der Demokratie ein, sagt Philipp Blom. Warum der Historiker für unsere Zukunft nicht viel Gutes sieht und die Echokammern der sozialen Netzwerke demokratiepolitisch bedenklich sind

Interview Bettina Pfluger | derStandard.at

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Zukunft keine Verheißung mehr ist sondern als Bedrohung wahrgenommen wird. Die Verteidigung von Privilegien gilt als Geißel unserer Zeit. So schreibt es Philipp Blom in seinem aktuellen Buch „Was auf dem Spiel steht“. Darin entwirft der Historiker ein düsteres Bild von unserer Zukunft. So düster, dass er manchmal selbst damit hadert, ob er das Geschriebene wirklich glauben will. Im Buch wirft eine Forscherin aus der Zukunft einen Blick auf das Heute. Was wird sie sich fragen, fragt Blom. Wohl warum wir gegen die aktuellen Bedrohungen – Digitalisierung, Klimawandel, Hyperkonsum – nicht reagiert und gegengesteuert haben. Denn sie haben laut Blom die Macht, das Ende der Demokratie einzuläuten.

STANDARD: Sie sagen, das Versprechen, dass die Kinder es später besser haben werden als die Erwachsenen heute, gilt nicht mehr. Warum?

Blom: Weil die wenigsten glauben, dass ihre Kinder es besser haben werden. Ein Teil der Bevölkerung hat begriffen, dass unser Wohlstand nicht zu übertreffen ist. Der andere Teil sieht, dass sie keine fairen Aufstiegschancen haben. Es wird nicht gelingen, Wohlstand laufend zu steigern.

STANDARD: Es liegt also auch daran, dass eine Generation nun von Geburt an materiell abgesichert war?

Blom: Es ist unsere historische Erfahrung, dass Krieg das Wirtschaftswachstum angefacht hat. Es ist weder wirtschaftlich möglich noch politisch ratsam noch psychologisch durchzuhalten, dieses Wachstum durch Konsum und damit Identität durch Konsum weiter anzuheizen. Durch den Rohstoffabbau zerstören wir Lebensgrundlagen. Wenn wir hier nicht reagieren, kann das nur in eine problematische Richtung gehen.

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Die Bertelsmann-GLS-Bank-Connection

Wilhelm von Humboldt (Lithographie von Franz Krüger). Bild: HU Berlin / gemeinfrei
Über fragwürdige Verflechtungen einer Öko-Bank mit einer Privatuniversität und einer Lobby-Organisation

Von Christopher Stark | TELEPOLIS

Die Universität Witten-Herdecke wurde 1983 als erste private Hochschule in Deutschland gegründet. Und zwar maßgeblich von Anthroposophen und Elite-Sprösslingen wie Gerhard Kienle und Konrad Schily (FDP), Bruder des Ex-Ministers Otto Schily. Mit Geldern und ideeller Unterstützung der Deutschen Bank, der Krupp-, der Zeit- sowie der Bertelsmann Stiftung. In anderen Worten mit freundlicher Unterstützung von Spekulanten, Waffen- und Wirtschaftslobbyisten.

Bei diesen Finanzgebern braucht man sich keine Illusionen über die gesamtgesellschaftlichen Motive der Hochschule zu machen: Es geht darum, Bildung als Ware zu handeln und darum aufzuzeigen, dass Bildung eben nicht nur staatlich, sondern auch privat finanziert funktioniert. Funktioniert im Sinne der Wirtschaft.

Diese Bildungseinrichtung stellt, wie gezeigt werden soll, ein Labor für neoliberale Möglichkeitsräume und damit eine Gefahr für das staatliche Bildungssystem dar, das zunehmend ins Fadenkreuz von Wirtschaftslobbys und transnationalen Konzernen wie Bertelsmann gerät. Gerade der Bertelsmann-Konzern arbeitet systematisch daran, mit privaten Dienstleistungen in den Bildungsbereich vorzurücken.

Elitenbildung und Exzellenzstreben liegen im Trend, wie man an der hohen medialen Aufmerksamkeit für vermeintliche Innovationen in Schule und Universität und Bildungs-Rankings erkennen kann. Neoliberale Vordenker finden regelmäßig Gehör etwa in Bildungs-Magazinen wie Campus & Karriere auf Deutschlandfunk oder in Zeitungen wie Die Zeit, die mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zusammenarbeitet und ein Mal im Jahr dessen Hochschulranking veröffentlicht und bewirbt.

Die Universität Witten-Herdecke ist durchsetzt vom Bertelsmann-Konzern, auch aufgrund des direkten Zugriffs durch die konzerneigene Stiftung. So hat die Bertelsmann-Stiftung seit 2010 ein eigenes Institut als integralen Bestandteil der Hochschule eingesetzt und finanziert es seither. Es trägt den Namen „Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance (RMI)“ und hat inzwischen zwei Honorarprofessoren und insgesamt 12 Mitarbeiter.

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Liberale Moschee war nicht zum Gedenken für Terror-Opfer eingeladen

Seyran Ateş kritisiert die Einladungspraxis bei der Gedenkfeier. Kleines Foto: Der umstrittene Imam liest aus dem Koran. Bild: picture alliance/NurPhoto&Facebook
Die Berliner Menschenrechtlerin beklagt „eine klare Positionierung“ gegen liberale Bestrebungen innerhalb der muslimischen Community. Seyran Ateş spart auch nicht mit Kritik an den Muslimen.

Von Kriss Rudolph | bz-berlin.de

Nachdem bekannt geworden ist, dass auf der Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags am Breitscheidplatz auch der Berliner Radikal-Imam Mohamed Matar eingeladen war, werden weitere Vorwürfe gegen die Einladungspraxis bei der Feier von Bundesregierung, Berliner Senat und Gedächtniskirche laut.

So klagt Seyran Ateş (54), die in Moabit die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee – die erste liberale Moschee Deutschlands – eröffnet hatte: Ihre Moschee sei „bewusst“ nicht eingeladen worden – und zwar zu keiner der Gedenkfeiern.

„Klare Positionierung gegen uns“

„Darin sehe ich eine klare Positionierung gegen uns, gegen die liberalen und säkularen Bestrebungen innerhalb der muslimischen Community“, schreibt Ateş am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite.

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Ein Pakt mit den Fundamentalisten soll die Haut von Malaysias Regierungschef retten

Najib Razak wettert bei einer propalästinensischen Kundgebung gegen den Entscheid des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. (Reuters/Lai Seng Sin)
Alle haben sich gegen ihn verschworen: Selbst tief verfeindete Oppositionsparteien schliessen sich zusammen, um die Wiederwahl von Malaysias Regierungschef Najib Razak zu verhindern. Doch spielt die Religion in der malaysischen Politik eine immer grössere Rolle – das nimmt sich Najib besonders zu Herzen.

Von Manfred Rist | Neue Zürcher Zeitung

«Ich bin ein fundamentaler Islamist» – diese Aussage machte Mahathir Mohamad im Interview mit dieser Zeitung, als es darum ging, Malaysia, aber auch sich selbst in religiös-politischen Belangen zu positionieren. Als das Gespräch stattfand, stand die Welt unter dem Schock der Terroranschläge von 9/11, und Mahathir war Regierungschef des südostasiatischen Landes. Heute hat Mahathir zwar keine offizielle Funktion mehr inne, mischt aber trotz seinem hohen Alter in der Politik mit. Auch die Vermischung von Religion und Politik ist relevant geblieben. Die Religion, das heisst der Islam, ist in Malaysias Gesellschaft präsenter denn je und hat die Politik in den letzten Jahren geradezu dogmenhaft durchdrungen.

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Trabende Schaben

Eine Schabe der Art Nauphoeta cinerea: Der Laufstil dieser Insekten könnte künftig die Konzeption von Robotern beeinflussen. © Ed Baker/ CC-by-sa 3.0
Schritt, Trab, Galopp: Diese Gangarten sind typisch für Pferde – doch auch Schaben beherrschen sie, wie eine Studie nun zeigt. Demnach ändern die Insekten ähnlich wie viele Säugetiere ihr Laufmuster, wenn sie schneller werden: Sie verfallen zunächst in Trab und dann in eine Art Galopp. Um Koordinationsschwierigkeiten bei hohen Geschwindigkeiten zu vermeiden, reduzieren die Schaben dabei auch die Synchronisation ihrer Beine. Diese Strategie könnte künftig als Vorbild für Laufroboter dienen.

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Von Pferden ist das Prinzip gemeinhin bekannt: Sie beherrschen mehrere Gangarten, die sich durch unterschiedliche Geschwindigkeiten auszeichnen. Beim Wechsel vom Schritt zum Trab oder vom Trab zum Galopp ändert sich allerdings nicht nur das Tempo der Tiere. Auch ihr Laufmuster wechselt: Die Beine werden in einer anderen Schrittfolge angehoben und es kommt mitunter eine Schwebephase dazu.

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Weniger als 1000 IS-Kämpfer zwischen Syrien und Irak

Aufnahme aus einem Propaganda-Videos der Terrormiliz Islamischer Staat. Tatsächlich hat die Organisation inzwischen fast alle ihre…Foto: dpa
Der IS ist am Ende – jedenfalls militärisch. Nur noch wenige Dschihadisten sind im Irak und Syrien übrig. Die Nachkriegsordnung dort kann der türkische Regierungschef sich aber nicht mit Assad vorstellen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben der US-geführten Internationalen Militärkoalition fast alle ihre Kämpfer verloren. An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak, dem letzten Rückzugsort ihres ehemaligen Kerngebietes, befänden sich nicht einmal mehr 1000 der Dschihadisten, teilte das Bündnis auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit. Noch vor wenigen Jahren kämpften Zehntausende Extremisten – viele davon aus dem Ausland – für den IS in der Region.

Zudem seien mehr als 98 Prozent des Gebiets, das die Terrorgruppe seit 2014 erobert hatte, wieder befreit, hieß es in der Stellungnahme der Operation Inherent Resolve. „Wir können sagen, dass die überwältigende Mehrheit der Terroristen, die einst unter dem IS-Banner kämpften, jetzt tot oder in Haft ist.“ Man wolle sich dabei nicht an den Spekulationen beteiligen, wie viele Extremisten es geschafft hätten zu fliehen.

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Silvester: „Ich empfehle eine Atemschutzmaske“

An Silvester 2016 sah München ganz schön vernebelt aus – Schuld waren die Böller und Raketen. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
An Silvester ist wegen des Feuerwerks die Feinstaubbelastung so hoch wie sonst nie. Diplomchemiker Rudolf Schierl erklärt im „Interview am Morgen“, was das bedeutet und wie man sich verhalten kann.

Von Franziska Schwarz | Süddeutsche Zeitung

Feuerwerk soll den Himmel eigentlich spektakulär verschönern – oft sieht man davon aber gar nicht mehr so viel. Wie vergangenes Jahr in München, wo die Luft so verraucht war, dass die Sicht kaum mehr einen Meter weit reichte. Die vorgegebenen Grenzwerte für Feinstaub wurden vorübergehend drastisch überschritten, wegen der Kleinstpartikel der Raketen. Feinstaub kann die Atemwege reizen und auf Dauer die Lunge schädigen. Sollte man sich also lieber nicht unter die Böllernden mischen? Ein Anruf bei Dr. Rudolf Schierl vom Institut für Arbeits, Sozial- und Umweltmedizin vom Uni-Klinikum München.

SZ.de: Wie lange dauert es denn, bis man in München nach Silvester wieder sagen kann: „Die Luft ist rein“?

Rudolf Schierl: Das hängt ganz vom Wetter ab. Vergangenes Jahr hatten wir eine Inversionslage, das heißt, die Luft war am Boden kälter als in den höheren Schichten, und es fand kaum ein Austausch zwischen den Schichten statt. Wenn dann auch noch wie verrückt gezündelt wird, ist es kein Wunder, dass der Nebel lange stehen bleibt. Als ich in der Nacht auf die Straße bin, konnte ich vor lauter Rauchschwaden nur wenig sehen.

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1,5 Meter in zwei Tagen: Pennsylvania versinkt im Schnee

foto: reuters/robert frank Vom Gehweg ist nicht mehr viel zu sehen.
Kälterekord: Tiefstwert von 1924 nahe der Grenze zu Kanada unterschritten

derStandard.at

Während sich der Winter in Europa derzeit meist von seiner milderen Seite zeigt, leiden Teile Nordamerikas unter einem heftigen Kälteeinbruch. In der in den USA als „Kältekammer der Nation“ bekannten Kleinstadt International Falls (Bundesstaat Minnesota) nahe der Grenze zu Kanada fiel die Temperatur am Mittwoch auf -37 Grad Fahrenheit (-38,33 Grad Celsius), wie der örtliche Wetterdienst mitteilte.

Damit wurde ein bisheriger Tiefstwert von -32 Grad Fahrenheit aus dem Jahr 1924 unterschritten. In Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania fielen 165 Zentimeter Schnee, wie der Sender CNN am Donnerstag berichtete. Schon am Dienstag haben die Behörden dort den Notstand ausgerufen.

Einwohner stellten unter dem Stichwort „Snowmageddon“ (Schnee-Armageddon) Fotos von den Folgen des Schneesturms ins Netz, die beispielsweise tief unter Schneemassen vergrabene Autos zeigten.

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Man wird doch wohl noch „Tod den Juden“ schreien dürfen!

Davidstern, verschmolzen mit einem Hakenkreuz. Antisemitisches Plakat bei Demonstration in Wien (Foto: Timo Müller)
Wer in Europa heutzutage „Tod den Juden!“ oder etwas Ähnliches ruft, gehört zu einer unterdrückten Minderheit: Er läuft Gefahr, Opfer des Antisemitismusvorwurfs zu werden. Auf diesen Skandal macht die Kultur- und Sozialanthropologin Liza Ulitzka in einem Beitrag für die Wiener Zeitung aufmerksam.

Von Stefan Frank | mena-watch

Ulitzka ist ehrlich empört darüber, dass „man in Österreich und Deutschland“ „entsetzt“ „auf die ‚judenfeindlichen und antisemitischen’ Demonstrationen“ blicke. Sollte man sie begrüßen? Zumindest müsse man relativieren und beschwichtigen, erklärt Ulitzka, und dürfe dabei keinen Allzweckreiniger benutzen:

„Das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete in seiner Online-Ausgabe von ‚blankem Hass gegen Israel und gegen Juden‘ und ‚israelbezogenem Antisemitismus‘, den die Redakteure auf einer Demonstration in Berlin zu beobachten vermeinten. Der Begriff ‚Antisemitismus‘ ist zu einer Art Allzweckreiniger verkommen. Jegliche Kritik am Staat Israel und an dessen brutalen Siedlerkolonialismus ist mit einem Antisemitismus-Wisch einfach weg.“

„Antisemitismus-Wisch“ ist wohl ein Fachterminus aus der Kultur- und Sozialanthropologie; was Ulitzka – die nach Angaben der Wiener Zeitung einige Zeit als freie Journalistin in Ägypten gesiedelt hat und nun stellvertretende Politik-Ressortleiterin des Fernsehsenders Puls 4 ist – sagen will, ist besser bekannt als die Livingstone Formulation, nach Ken Livingstone, dem früheren Londoner Bürgermeister. Sie geht zurück auf eine nächtliche Auseinandersetzung zwischen dem Journalisten Oliver Finegold und Livingstone, der gerade von einer Party kam. Finegold fragte, wie die Party war. Livingstone ärgerte sich über die Frage, woraufhin Finegold erwiderte, er mache nur seinen Job als Reporter. Livingstone fragte ihn, ob er früher ein „deutscher Kriegsverbrecher“ gewesen sei; Finegold antwortete, dass er Jude sei und die Frage ihn beleidige. Livingstone insistierte, Finegold benehme sich genau wie ein „deutscher Kriegsverbrecher“, die Zeitung, für die er arbeite, sei „ein Haufen von Mistkerlen und reaktionären Heuchlern“ und unterstütze den Faschismus.

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Der Falcon-Heavy-Raketenstart wird ein Ereignis der Superlative

©REUTERS
Elon Musk startet im Januar seine Falcon-Heavy-Rakete. Geplant ist eine gigantische Raumfahrtsshow samt Mitnahme eines Autos zum Mars. Doch hinter dem genialen Marketinggag verbirgt sich pure Angst.

Von Gerhard Hegmann | DIE WELT

Ufo-Alarm in Los Angeles: Helles Licht und seltsame Rauchwolken erleuchteten kürzlich den Himmel über Los Angeles. In den sozialen Netzen wurde heiß diskutiert, wer hinter dem unbekannten Flugobjekt über Kalifornien stecken könnte.

Der Multiunternehmer Elon Musk konnte darüber nur lächeln. Er heizte scherzhaft per Twitter die Spekulationen noch mit dem makabren Scherz an, es handele sich womöglich um ein „nukleares außerirdisches Ufo aus Nordkorea“. Wenig später erklärte Musk die Himmelserscheinung dann mit dem Start einer Rakete seiner Raumfahrtfirma SpaceX. Also kein Grund, sich aufzuregen, lautete die Botschaft. Außerdem stünde ein gewaltiges Himmelsspektakel erst noch bevor. Musk versprach, mit dem ersten Start seiner Falcon-Heavy-Rakete alles bisher Gesehene in den Schatten zu stellen.

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US envoy said to ask State Department to stop calling West Bank ‘occupied’

American Ambassador to Israel David Friedman attends a meeting of the lobby for Israel–United States relations at the Knesset, July 25, 2017. (Yonatan Sindel/Flash90)
Washington reportedly refuses David Friedman’s request to change terminology, but Trump will have the final say

By TOI Staff | The Times of Israel

US Ambassador to Israel David Friedman has reportedly asked the US State Department to stop using the term “occupied” in official documents referring to Israeli control over the West Bank.

According to a report by the Kan public broadcaster on Tuesday, the State Department refused.

However, due to pressure “from above” the two sides agreed that the issue will be discussed again and that US President Donald Trump will have the final say, the report said.

Friedman has in the past run afoul of his State Department superiors over his views on the West Bank.

In September, the US State Department publicly rejected remarks he made pertaining to Israel’s presence in the West Bank as not reflective of the administration’s stance.

At the time, spokesperson Heather Nauert told reporters that Friedman’s comments in an interview with the Hebrew-media Walla news website, in which he said he considers West Bank settlements to be part of Israel should “not be read as a shift in US policy.”

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Verwirrung um die Sonnwende

Auch ganz schön: Der Münchner Friedensengel in der Nacht. (Foto: Florian Peljak)
  • Ein Blick auf die Uhrzeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gibt Anlass zu Verwunderung: in München verschieben sich bereits seit dem 11. Dezember die abendlichen Sonnenuntergänge nach hinten.
  • Für die gesamte nördliche Hemisphäre zwischen Polarkreis und Äquator gilt: Im Winter tritt der früheste Sonnenuntergang deutlich vor der Sonnenwende ein.
  • Grund für diese verwirrenden Verschiebungen ist die Bahn der Erde um die Sonne.

Von Christopher Schrader | Süddeutsche.de

Seit dem 21. Dezember gibt es wie in jedem Jahr Grund für Zuversicht: Von diesem Datum an werden die Tage wieder länger. Es ist der astronomische Winteranfang wie auch die Sonnenwende. Menschen in Norddeutschland freuen sich auf das zunehmende Tageslicht noch mehr als die Bayern, denn in Hamburg vergehen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang derzeit gerade einmal siebeneinhalb Stunden. In München ist es fast eine Stunde mehr.

Doch ein Blick auf die Uhrzeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gibt Anlass zu Verwunderung. In München verschieben sich bereits seit dem 11. Dezember die abendlichen Sonnenuntergänge nach hinten.

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Jerusalem: Bahnhof bei Klagemauer wird nach Trump benannt

foto: reuters/awad
Entscheidung als Dank für Hauptstadt-Anerkennung des US-Präsidenten

derStandard.at

Zum Dank für seine Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels wird eine neue Zugbahnhof in der Nähe der Klagemauer nach US-Präsident Donald Trump benannt. Die geplante Station nur wenige Meter von der symbolträchtigen Gebetsstätte in der Jerusalemer Altstadt entfernt werde den Namen „Donald John Trump“ tragen, heißt es in einer Entscheidung des israelischen Verkehrsministers Israel Katz.

Begründet wurde die am Mittwoch bekannt gewordene Entscheidung mit Trumps „historischer und mutiger Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anzuerkennen, und seinem Beitrag zur Stärkung des Status von Jerusalem als Hauptstadt des jüdischen Volkes und des Staates Israel“.

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Julia Klöckner missfällt Bedford-Strohms Weihnachtspredigt

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
„America first“ ist aus Sicht des EKD-Ratsvorsitzenden symptomatisch für weltweit erstarkenden Nationalismus. Diese Argumentation des protestantischen Spitzenrepräsentanten in einer Weihnachtspredigt löst Unmut bei CDU-Bundesvize Klöckner aus.

evangelisch.de

CDU-Bundesvize Julia Klöckner hat sich kritisch zur Weihnachtspredigt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, geäußert. Anlass sind Anspielungen des obersten Repräsentanten der deutschen Protestanten auf US-Präsident Donald Trump. Sie halte Trump für hochproblematisch, sagte die Katholikin Klöckner der „Bild“-Zeitung (Mittwoch): „Aber er ist nun einmal demokratisch gewählt, und am Ende ein Mensch mit der gleichen Würde und dem gleichen Wert wie andere auch.“ Ein EKD-Sprecher verwies darauf, dass Bedford-Strohm seine Bemerkungen zu Trump in einen Zusammenhang mit der Weihnachtsbotschaft gestellt hatte, die im Widerspruch zu nationalistischen Tendenzen weltweit stehe.

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Dodo Müller: Ich bin Priester und kein Höfling. Basta! – dann eben kardinaler Priester-Höfling

Gerhard L. Müller links im Bild
Kardinal Müller möchte nicht zum Kontrahenten des Papstes stilisiert werden“ Ich bin aus Prinzip kein Antipode zum Papst. Und schon gar nicht komme ich aus einer ideologischen Richtung, ob man sie konservativ oder progressiv, rechts oder links nennt.

kath.net

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller möchte nach der Kritik von Papst Franziskus an der Kurie nicht zum Kontrahenten des Papstes werden. Gegenüber der aktuellen „Zeit“ meinte Müller „Auf keinen Fall möchte ich in der deutschen Presse zu einem Kontrahenten des Papstes stilisiert werden!“ Nach der Weihnachtsansprache des Papstes wurde gemutmaßt, dass Franziskus vor allem Müller als Vertrauten des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. gemeint hatte. Zur ungewöhnlich deutlichen Kritik von Franziskus an Intriganten im Vatikan sagt Müller: „Auf jeden Fall sind Intrigen und Komplotte mit der Berufsehre eines Geistlichen unvereinbar.“

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