Warum Erdogan plötzlich Nähe zu Deutschland sucht


Bild: Magazin „The Economist“
Überraschende Töne aus Ankara: Die Türkei müsse die Zahl ihrer Feinde verringern und Freunde vermehren, sagt Erdogan. Und er denkt dabei ganz besonders an Deutschland. Was hinter dem Tauwetter stecken könnte.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich um eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zu mehreren europäischen Ländern bemühen. Die Türkei müsse „die Zahl der Feinde verringern und der Freunde vermehren“, sagte Erdogan am Donnerstag. Er bezeichnete die Regierungschefs Deutschlands, der Niederlande und Belgiens als „alte Freunde“. Die Kontakte mit ihnen in letzter Zeit seien „ziemlich gut“ gewesen.

Das sind bemerkenswerte Signale aus Ankara, das zuletzt weniger auf Diplomatie denn auf aggressive Machtpolitik gesetzt hat. Es war Erdogan selbst, der sein Land in die internationale Isolation geführt hat. Angetreten war er noch mit einem expliziten Entspannungskurs gegenüber den Nachbarn, seit 2011 aber tritt Ankara zunehmend als Militärmacht in der Region auf.

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