„Ein Gotteskind braucht kein Geschlecht“


Wie geht die Kirche in Deutschland mit Intersexualität um? (imago / Ikon Images)
Im Geburtenregister soll neben „männlich“ oder „weiblich“ eine dritte Angabe möglich sein: inter oder divers. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts beschäftigt nicht nur den Gesetzgeber, sondern auch die Theologie. Der Blick auf die Schöpfungsgeschichte verändert sich.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Petra Krämer ist Religionslehrerin. Die 43-Jährige, die äußerlich wie eine Frau aussieht, ist intersexuell. Erst in der Pubertät erfuhr sie von ihrer Zwischengeschlechtlichkeit. Für ihre Eltern ein Schock:

„Es wurde über mich gesprochen, aber es wurde nicht mit mir gesprochen, und das ist leider etwas, was ich in Gesprächen mit anderen Betroffenen immer wieder bestätigt bekomme.“

Petra Krämer, die sich heute im Bundesverband intersexuelle Menschen engagiert, litt damals unter der „Diagnose: Intersexuell“.

„Ich hatte den Eindruck, ich kann damit nicht kommen, ich hatte ein schlechtes Gewissen und dachte, ich würde meine Eltern belasten. Das war ein großes Thema, ich würde meinen Eltern weh tun. Ich wollte keine Belastung darstellen.“

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