Erzapostel Heiner Koch: „Berlin braucht mehr Religion“


Interview mit Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, in seinen Diensträumen am Hausvogteiplatz Foto: Anikka Bauer
Erzbischof Heiner Koch erlebt Berlin nicht als religionsfeindlich. Und er hat Pläne mit dem neuen theologischen Institut.

Von Regina Köhler, Brigitte Schmiemann | Berliner Morgenspost

Erzbischof Koch, seit zwei Jahren in Berlin, spricht sich für den Nachzug der Familien von Flüchtlingen aus. Alles andere wäre unmenschlich, eine Integration der Flüchtlinge ohne ihre Familien sei nicht möglich, sagt er im Interview mit der Berliner Morgenpost. Und spricht über die Religiosität in Berlin, über den Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale und das Vorhaben, an der Humboldt Universität ein katholisches theologisches Institut zu gründen.

Herr Erzbischof, müssen wir uns für das kommende Jahr Sorgen vor neuen Kriegs- und Krisengebieten machen? Müssen wir fürchten, dass die Zeiten unsicherer werden, auch weil Deutschland noch keine Regierung hat?

Heiner Koch: Ich möchte dieses Szenario für Deutschland entdramatisieren. Dass wir noch keine neue Regierung haben, ist ärgerlich, aber keine Katastrophe. Das ist eine in der demokratischen Ordnung vorgesehene Möglichkeit. Mit Blick auf die Welt mache ich mir mehr Sorgen: Wenn ich an Nordkorea denke, kann ich nur hoffen, dass es genügend Bedächtige in der zweiten Reihe gibt, die eine Eskalation verhindern. Noch größere Sorge macht mir die Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. Und ich sehe große Gefahrenherde in Afrika. Wie wird es in den aktuellen Kriegs- und Krisengebieten weitergehen, wenn sich angesichts der innerafrikanischen Flüchtlingsströme die Lage weiter zuspitzt?

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