Im Fall Gröning spiegelt sich eine ganze Generation


Quelle: N24/Christin Brauer
Warum fällt es manchen so schwer, das Urteil gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning zu akzeptieren? Weil sie daran festhalten wollen, dass die Großeltern frei seien von Schuld und Verantwortung.

Von Peter Huth | DIE WELT

Im Juli 2015 wurde der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt. Gröning war damals 94 Jahre alt, zwei Jahre lang hat sein Anwalt versucht, den Haftantritt zu verhindern. Nun entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Mann, der in der Vernichtungsfabrik Auschwitz-Birkenau vor allem in der Buchhaltung tätig war, die Strafe verbüßen muss.

Vor allem in den digitalen öffentlichen Räumen, bei Facebook und Twitter, gibt es an der Entscheidung drastische Kritik und tiefe Empörung. Häufig wird das Urteil an sich infrage gestellt: Durfte man jemanden, der angeblich doch nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Mordmaschine war, verantwortlich machen? Die Antwort ist: Ja.

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