Wie politisch darf die Kirche sein?


Julia Klöckner hat politisierende Prälaten kritisiert. Ulf Poschardt hat es auch getan. „Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?“, twitterte Poschardt.

Von Oliver Maksan | katholisch.de

. Klöckner meinte am Mittwoch gegenüber der „Bild“: „Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist, als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe.“

Tatsächlich äußern sich die Kirchen bis in ihre Spitzen in diesen Tagen bemerkenswert tagespolitisch. Es erstaunt, worauf eine aufmerksame Lektüre des Evangeliums angeblich alles Antwort gibt – und worauf nicht. Da hat Julia Klöckner völlig recht. Natürlich, die Bischöfe müssen sich zur Politik äußern. Die katholische Soziallehre und das christliche Sittengesetz sind dabei Maßstab. Doch kann es schon im Hinblick auf die iusta autonomia der Laien vor allem um Prinzipien gehen. Eindeutig ist die Lehre in vielen Fragen zudem nicht. Selbst katholische Wirtschafts- und Sozialverbände finden oft nicht zueinander, wenn es konkret wird. Und das ist nicht schlimm.

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