Türkischer Terror gegen friedliche Forscher


Zum Prozessbeginn Anfang Dezember protestierten auch Aktivisten und Wissenschaftler aus Deutschland in Istanbul.Foto: Lefteris Pitarakis/dpa
Terrorvorwurf nach dem Friedensappell: Die neuen Prozesse gegen bislang 148 Wissenschaftler in der Türkei strahlen bis Berlin aus.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Sie haben einen Friedensappell unterschrieben und werden als Terroristen angeklagt. In dieser dramatischen Situation befinden sich derzeit mehr als 150 türkische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Anfang 2016 eine an den türkischen Staat gerichtete Protestnote gegen das „Massaker“ an der kurdischen Bevölkerung unterzeichneten. Betroffen sind auch etliche Forschende, die in Berlin Zuflucht gefunden haben.

Über die Türkei hinaus bekannt wurden die „Akademiker für den Frieden“ (Academics for Peace) auch deshalb, weil Dutzende der gut 1000 Erstunterzeichner umgehend auf staatlichen Druck von ihren Universitäten entlassen wurden. Nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016, den Staatschef Erdogan der Gülen-Bewegung anlastet, zog die Entlassungswelle weitere Kreise unter den inzwischen mehr als 2200 Unterzeichnern der Petition.

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