Was diese Tonscheibe über Jerusalems Tempelberg verrät


„Vom Stadtgouverneur“: Die Archäologin Schlomit Weksler-Bdolach hält das rund 2700 Jahre alte, münzgroße Tonsiegel in die Kamera Quelle: picture alliance / Israeli antiq
Archäologen haben eine antike Tonscheibe entdeckt. Sie beweist, dass zur Zeit König Salomons tatsächlich eine jüdische Herrschaft am Tempelberg existierte. Der Zeitpunkt der Entdeckung ist heikel.

Von Gil Yaron | WELT

Eigentlich dachte der Archäologe Schimon Cohen, dass er es nur mit Dreck von einer Ausgrabung in Jerusalem zu tun habe. Der Staubhaufen, den man in sein Labor bei der israelischen Altertumsbehörde lieferte, stammte aus der Wand eines Gebäudes aus der Eisenzeit, das bei Ausgrabungen direkt neben der Klagemauer in Jerusalems Altstadt entdeckt wurde.

Doch als er das Material nass durchsiebte, trat eine 15 Millimeter große, drei Millimeter dicke Tonscheibe zutage. Nähere Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine sehr alte Plakette handelt. Es könnte sich gar um einen der wichtigsten archäologischen Funde des letzten Jahres handeln. Die Behörde machte die Entdeckung nun an einem heiklen Augenblick publik. Denn laut israelischen Experten fand Cohen einen der ersten Beweise für die Existenz eines jüdischen Königreiches zu Zeiten des Ersten Tempels. Ein Gruß aus der Bibel, zu einer Zeit, in der ihr historischer Inhalt von vielen Menschen verneint wird.

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