Griechenland und die Türkei – wie das Forschungsschiff „Meteor“ es allen recht machen wollte


Forschungsschiff „Meteor“. Bild: I, Studgeogr / CC BY-SA 3.0
Das griechisch türkische Verhältnis ist erneut angespannt. Es geht um Flüchtlinge, Inseln, die Ägäis und für die jeweiligen Machthaber darum, im eigenen Land das Gesicht zu wahren. Obwohl es beim Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Griechenland Anfang Dezember sowohl in Athen als auch im nördlichen Thrazien zu einigen Unstimmigkeiten und diplomatischen Verstimmungen kam. Für Tsipras war es ein innenpolitisches Desaster.

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Allerdings könnte Erdoğan bereits im Februar wieder nach Griechenland reisen. Diesmal wäre seine Visite auf den Norden, wo es eine Tagung der Anrainerstaaten geben wird, begrenzt. Seitens der Opposition wird dem griechischen Premier Alexis Tsipras vorgeworfen, dass er gegenüber Erdoğan zu nachlässig sei.

Der Disput der beiden NATO-Partner hat bereits jetzt Folgen für Dritte. Obwohl sich sowohl EU als auch NATO nach Kräften bemühen, weder die EU-Außengrenze gegen türkische Gebietsansprüche zu verteidigen, noch den faktisch nicht funktionierenden Flüchtlingspakt aufzukündigen, ist nun ein deutsches Forschungsschiff „Opfer“ der beiden Streithälse.

Die „Meteor“, die für die Uni Hamburg in der Ägäis forschen sollte, befindet sich in griechischen Gewässern. Dennoch wurde sie von türkischer Seite darüber informiert, dass sie eigentlich eine Genehmigung aus Ankara benötigen würde.

Die Schiffsbesatzung, die in Besitz einer griechischen Forschungslizenz war, wollte sich offenbar nicht lange streiten und beantragte bei den Türken eine entsprechende Lizenz. Dies wiederum wurde auch den Griechen bekanntgegeben. Die Reaktion war für die Deutschen offenbar unerwartet.

Die derart düpierte griechische Regierung widerrief die Forschungslizenz und erteilte ein sofortiges Verbot jeglicher Tätigkeiten für die Meteor. Das Schiff befindet sich nun in Begleitung eines griechischen Küstenwachboots. Die Beamten haben Befehl zum sofortigen Zugriff, wenn die Meteor ihrer eigentlich geplanten Aufgabe nachgeht.

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