Türkische Todeskommandos in Deutschland?


Anzeichen für geplante Auftragsmorde an kurdischen und türkischen Oppositionellen in Europa verdichten sich. Deutschland scheint davon besonders betroffen zu sein

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Kurz vor Weihnachten berichtete der armenische HDP-Abgeordnete Garo Paylan auf einer Pressekonferenz in Ankara über konkrete Mordpläne an kurdischen und türkischen Oppositionellen sowie an Journalisten, die nach Europa geflohen sind. Verschiedene Quellen hätten ihm von einer „Attentatsliste“ berichtet, wird Paylan auch von ANF-News zitiert.

Ich habe Informationen erhalten, dass es aus der Türkei heraus operierende Auftragskiller gibt, die in Europa, vor allem in Deutschland, eine Aktion gegen türkeistämmige Vertreter der Aleviten und Armenier sowie Journalisten, Schriftsteller und Akademiker planen. (…) Ich rede von Todesschwadronen, die bewaffnete Attentate organisieren. Vor allem gegen Persönlichkeiten, die Aufsehen erregen werden.

Garo Paylan, HDP-Abgeordneter

Die Oberstaatsanwaltschaft in Ankara hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um Paylans Angaben zu prüfen. Paylan zufolge sind verschiedene Personen und Einrichtungen als Ziele identifiziert worden. Für eine direkte Beteiligung der türkischen Regierung gibt es zwar keine Belege, allerdings ist dies auch gar nicht notwendig.

In der türkischen Geschichte der letzten 50 Jahre gab es nämlich immer wieder ein informelles Zusammenwirken von einzelnen Geheimdienstagenten, Politikern, Militärs und Angehörigen der türkischen Mafia, dem sogenannten „tiefen Staat“, die dann den tatsächlichen oder vermeintlichen Willen der Führung vollstrecken.

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