Bellende Hunde, die beißen


Das Auto des Lokalpolitikers Michael Richter nach einem Sprengstoffanschlag: ein Totalschaden. Bild: Michael Richter
Vor zwei Jahren terrorisierte eine rechtsradikale Gruppe das sächsische Freital mit Sprengstoffanschlägen. Mutmaßliche Mitglieder der Gruppe Freital stehen zwar jetzt vor Gericht, doch Gegner der Gruppe fühlen sich in Freital nach wie vor unsicher. Ein Lokalaugenschein

Von Vanessa Gaigg | derStandard.at

Es geschieht in einer Nacht im Juli 2015, als ein lauter Knall Michael Richter aus dem Schlaf reißt. Der Lokalpolitiker steht auf und blickt durch das Fenster auf seinen grünen VW-Golf, über dem eine schwarze Rauchwolke emporsteigt. Später wird klar: Durch eine Sprengstoffexplosion im Inneren des Autos zerbersten die Scheiben, die Karosserie wird zerbeult. Wäre Richter im Auto gesessen, wäre er jetzt vermutlich tot.

Wenige Stunden nach dem Anschlag tauchen Fotos des kaputten Autos auf der Facebook-Seite der Bürgerwehr FTL/360 auf, die nach dem Autokennzeichen Freitals und einer örtlichen Buslinie benannt ist. Es sind dieselben Fotos, die ein Nachbar Richters macht, der später als Zeuge vor Gericht aussagen wird.

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