Was mag ein Tier schon fühlen?


Die muss noch viel lernen: Mit sechs Monaten hat das weibliche Baby eines Westlichen Gorillas (Gorilla gorilla) im Zoo von Cincinnati allen Grund zum Staunen. Foto: Joel Sartore, National Geographic
Unter Verhaltensforschern war es lange Zeit verpönt, Tieren Emotionen zuzuschreiben. Allmählich ändert sich das.

Von Cord Riechelmann | Frankfurter Allgemeine

Ein Hund, der gerade ein Stück Fleisch vom Küchentisch gestohlen und im Blumentopf versteckt hat, kommt einem mit eingezogenem Schwanz entgegen und schleicht sich mit verstohlenem Seitenblick an einem vorbei.

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Unwillkürlich neigt man dazu, dem Hund ein Bewusstsein seiner Tat zu unterstellen. Charles Darwin ging, nachdem er einmal eine ähnliche Szene erlebt hatte, noch einen Schritt weiter. Es war für ihn klar, dass sein Hund sich schämte.

Für den Begründer der Evolutionslehre bestand überhaupt nicht der geringste Zweifel, dass Tiere Gefühle entwickeln und sie auch zeigen. In seinem 1872 erschienenen Werk „The Expression of the Emotions in Man and Animals“ ging es ihm vor allem darum, mit welchen Verhaltensmustern Tiere ihre Gemütszustände ausdrücken.

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