Schweiz: 250 Meldungen von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche


Bei der Schweizerischen Bischofskonferenz sind in den letzten Jahren rund 250 Meldungen von sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld eingegangen. Betroffen sind über 140 Kinder und Jugendliche sowie 88 Erwachsene.

Von Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Verschiedene Institutionen der katholischen Kirche, darunter Klöster, Heime und Schulen, haben in den letzten Jahren ihre Vergangenheit aufgearbeitet. Dabei traten zahlreiche, schwere Fälle von sexuellem Missbrauch zu Tage. Doch die Verfehlungen von Priestern halten bis in die heutige Zeit an.

Im Schnitt zwei Vorfälle pro Monat gemeldet

Das zeigen die Zahlen der Anlaufstellen, die die katholische Kirche seit 2010 in allen Diözesen eingerichtet hat. Dort melden Opfer in den letzten Jahren im Schnitt zwei Vorfälle pro Monat. Zwischen 2010 und 2017 kam es laut Informationen der Bischofskonferenz zu insgesamt gegen 250 Meldungen.

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2 Comments

  1. Ich hoffe, die Katholische Kirche der Schweiz wahrt die Rechte ihrer Opfer besser als die deutsche es tut. Bei uns riskieren Betroffene und Dritte, die Missbrauchsfälle gegenüber den kirchlichen Verantwortlichen melden, eine Verleumdungsklage https://beauftragter-missbrauch.de/recht/strafrecht/verleumdungsklage/ Die relativ niedrige Zahl von Meldungen bei den Bistümern und Orden führe ich auch darauf zurück. Ein zentraler Punkt ist, dass Kirchenrecht, kirchliches Arbeitsrecht und staatliches Recht an einigen Stellen kollidieren. Was bewirkt, dass sämtliche Leitlinien, die die Katholische Kirche für den Umgang mit Missbrauchsfällen entwickelt hat für die Kirchenführung vollkommen unverbindlich sind, für Opfer, Mitbetroffene und kirchliche MitarbeiterInnen aber ernste Konsequenzen haben können.

    Letztlich versuchen die FunktionärInnen der Katholischen Kirche, nicht nur in Deutschland, der ganzen Welt Mogelpackungen zu verkaufen.

    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen erwachsenen Menschen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

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    1. Den Mangel an Unrechtsbewusstsein der Kirchenfunktionäre kennzeichnet, führe ich auf zwei Phänomene zurück. Einmal die Verdrehung ganz normaler ethischer Maßstäbe, der nicht nur Priester während ihrer Ausbildung unterzogen werden, als Ontologische Umgestaltung bezeichnet und etwas, das der Forist Clemens Oppermann in seinem Kommentar zu einem Artikel von Daniel Deckers beschrieben hat. Titel: „Ja, Herr Deckers, so wie in Hildesheim keine Krähe“
      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauch-kommentar-gegen-die-kirche-15249256.html

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