L26 – wie eine deutsche Wundermaschine die Arbeit revolutioniert


Übermaschine: Bei der Firma H. P. Kaysser läuft die L26 im Alltag. Im blauen Kasten brennt der Laser, links werden die automatisch sortierten Teile entnommen. Theoretisch ersetzt sie drei Viertel der Jobs © Sebastian Berger
L26, eine Wundermaschine aus Stahl und Software, ist ein perfektes Beispiel für die Chancen der Digitalisierung. Nur verdrängt sie in der Fabrik die Menschen. Ist das jetzt Segen oder Fluch?

Von Lukas Heiny | stern.de

Das also ist sie. „Die Wundermaschine“, sagt ihr Erfinder. „Unser größtes Entwicklungsprojekt aller Zeiten“, sagt der Geschäftsführer. „Gottes Segen“, sagt der Mann, der sie jeden Tag bedient.

Mitten in der Fabrikhalle steht sie, ein weiß und blau ummantelter Klotz, zehn Meter lang, drei Meter hoch, mit einem Bedienmonitor am Schwenkarm. Sie kann mit einem Laser jede erdenkliche Form aus einer Blechplatte schneiden, Bauteile, Gitter oder Zahnräder. In ihrem Inneren leuchtet der Laser grün und gelb, Funken sprühen. Es riecht verbrannt und zischt wie in einer Autowaschanlage. Soso, denkt man. Und das soll ein Wunder sein.

TruLaser Center 7030 heißt die Maschine offiziell, aber alle nennen sie nur bei ihrem internen Kürzel: L26. Das Wunder an dieser Maschine ist ihr automatisiertes Können; wie sie Arbeiten übernimmt, mit denen sich bislang Menschen abplagten; wie sie Daten sammelt und weitergibt – kurz: wie intelligent sie ist.

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