Pech für Erdogan: PKK deckt MIT-Agenten-Netzwerk auf


Die gefangen genommenen angeblichen MIT-Agenten. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von ANF
Mordbefehle direkt vom MIT? Das Scheitern der Friedensgespräche zwischen türkischer Regierung und PKK-Führung im Jahre 2014 erscheint in neuem Licht

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die PKK hat offensichtlich das Agenten-Netzwerk des türkischen Geheimdienstes MIT in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak ausgehoben. Die von der PKK im letzten August gefangen genommenen MIT-Agenten (siehe dazu: Türkischer Geheimdienst liefert Steilvorlage für Agententhriller) haben der kurdischen Nachrichten Agentur ANF zufolge umfangreiche Aussagen über MIT-Operationen gemacht, die bis nach Europa reichen.

Am vergangenen Wochenende demonstrierten 25.000 Menschen in Paris gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und gedachten der Opfer des Attentats an drei Kurdinnen am 9. Januar 2013. Sie forderten, Erdogan müsse vor Gericht gestellt werden.

Am 9. Januar 2013 wurden die drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez in Paris ermordet. Die französische Justiz ging zwar von einer Beteiligung des türkischen Geheimdienstes aus, zögerte den Prozess allerdings so lange hinaus, bis der mutmaßliche Mörder Ömer Güney wenige Wochen vor dem für Januar 2017 angesetzten Prozesstermin in der Untersuchungshaft verstarb.

Anhand der Aussagen der oben genannten inhaftierten MIT-Agenten scheint nun auch der Mord an den drei kurdischen Politikerinnen Cansiz, Dogan und Saylemez 2013 in Paris aufgeklärt werden zu können. Demnach kam der Auftrag zu diesen Morden direkt aus Ankara, berichtet Fatma Adir von der Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK). Bereits Anfang 2014 wurde ein Dokument und eine Tonbandaufnahme zu den Morden in Paris veröffentlicht.

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