Vereinte Nationen: Es wird eng


Geflüchtete Rohingya in Bangladesch im September 2017. © Kevin Frayer/Getty Images
Ökologisch, sozial und politisch stehen dem Planeten düstere Zeiten bevor. Wer nicht handelt, versündigt sich.

Von Stefan Schmitt | ZEIT ONLINE

Alarmstufe Rot für den Planeten – so lautet nicht etwa der Arbeitstitel eines Science-Fiction-Romans. Es ist die Mahnung des UN-Generalsekretärs, der in seiner Neujahrsansprache sagte: „Ich rufe Alarmstufe Rot für unsere Welt aus.“ Was für ein Kontrast zur routinierten Das-wird-schon-Silvesterbotschaft der Bundeskanzlerin!

Doch es gibt da eine Verbindung.

António Guterres zählte auf: verschärfte Konflikte, die Rückkehr der Angst vor einem Atomkrieg, Klimawandel, wachsende Ungleichheit, Menschenrechtsverletzungen, zunehmender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit … So sieht der Welt-Chefdiplomat also die Gegenwart, seine Liste ließe sich ergänzen, vor allem um den Blick auf die Natur, diese sehr endliche Ressource.

Heute werden global zwei Fünftel des Landes (abzüglich der Eisflächen) landwirtschaftlich genutzt. Dazu kommen Städte, Fabriken, Autobahnen. Siebeneinhalb Milliarden Menschen bewegen mit Baggern, Pflügen, Bewässerungsanlagen mehr Sediment als Flüsse und Wind zusammen. Seit 1970 haben die Wildtierbestände um drei Fünftel abgenommen. Die Lebendmasse aller Nutztiere, dominiert von Rindern, ist mindestens zwanzigmal so groß wie die aller wilden Landwirbeltiere. Auf diese dezimierte, an den Rand gedrängte Wildnis treffen die Folgen des Klimawandels. Schneller denn je in der jüngeren Erdgeschichte gehen aktuell Lebensräume und biologische Vielfalt verloren.

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