Griechenland schränkt Scharia-Rechtsprechung ein


Muslimische Gläubige in der westthrakischen Stadt Komotini auf dem Weg zum Freitagsgebet, 8. Dezember 2017. (Bild: Giannis Papanikos / AP Photo)
In Griechenland gilt das islamische Recht künftig nur noch, wenn beide Streitparteien seiner Anwendung zustimmen. Sonst kommt die griechische Justiz zum Zug. Die Anwendung der Scharia in Griechenland hat in Westeuropa in der Vergangenheit immer wieder Aufsehen erregt.

Neue Zürcher Zeitung

Griechenland ist das einzige EU-Land, in dem die Scharia in der Region Westthrakien unter Einschränkungen gültig ist. Doch jetzt sollen muslimische Geistliche nur noch dann nach islamischem Recht entscheiden, wenn beide Streitparteien der Anwendung der Scharia zustimmen. Andernfalls ist die griechische Justiz zuständig. Das Parlament in Athen billigte am Dienstag mit grosser Mehrheit ein entsprechendes Gesetz. Regierungschef Alexis Tsipras sprach von einem «historischen Schritt». Alle griechischen Bürger hätten nun die gleichen Rechte.

Bisher waren in der Region im äussersten Nordosten Griechenlands ausschliesslich muslimische Geistliche für das Familien- und Erbschaftsrecht zuständig und entschieden etwa in Scheidungsfällen. Die Scharia gilt in Griechenland in Westthrakien seit dem Vertrag von Lausanne von 1923.

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