Vor 20 Jahren zog sich die Kirche aus der Schwangerenkonfliktberatung zurück


Foto: Jan Egesborg/Surrend Johannes Paul II. und die Sexualmoral der katholischen Kirche stehen hier in der Kritik. Das Werk ist eine Auftragsarbeit für das Karikatur-Museum in Kassel
Vor 20 Jahren forderte Papst Johannes Paul II. die deutschen Bischöfe dazu auf, keine Beratungsscheine mehr für schwangere Frauen in Konfliktlagen auszustellen. Damit begann ein Streit innerhalb der Kirche, der bis heute andauert.

Von Barbara Schneider | BR24

Bis vor 20 Jahren war die katholische Kirche bei der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung an Bord. Bis dahin stellten auch die katholische Beratungsstellen der Caritas Beratungsscheine aus, die eine Abtreibung ermöglichten. Ein Brief von Papst Johannes Paul II. führte zum Kurswechsel.

Der Papst forderte die Bischöfe schließlich auf, aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen. Für viele Frauen in der katholischen Kirche ein Affront. 1999 gründeten katholische Laien darum den Verein Donum Vitae, übersetzt „Geschenk des Lebens“. Der Name wurde bewusst gewählt, denn auch Donum Vitae setzt sich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein, sagt die Landesvorsitzende Sabine Demel aus Regensburg. Anders als die Caritas-Beratungsstellen stellt Donum Vitae jedoch die umstrittenen Beratungsscheine für eine Abtreibung aus.

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