Pierre Teilhard de Chardin und der kosmische Christus


Virtuose der Frömmigkeit: Teilhard de Chardin verband eine rationale, naturwissenschaftliche Weltsicht mit mystischem Denken. (Bild: PD)
Ist der christliche Glaube mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild vereinbar? Der Jesuit und Naturwissenschafter Pierre Teilhard de Chardin sagte Ja – und war deshalb in der Kirche umstritten. Nun soll er rehabilitiert werden.

Von Jan-Heiner Tück | Neue Zürcher Zeitung

Die Überzeugung, dass der Mensch die «Krone der Schöpfung» sei, hat im Denken der Neuzeit einige Kränkungen erlitten. Die erste erfolgte durch Kopernikus, der mit der Vorstellung brach, dass der Mensch in der Mitte des Universums wohne. Die zweite verursachte Darwin durch die These, dass der Mensch evolutionsgeschichtlich mit Affen gemeinsame Vorfahren habe. Und die dritte Kränkung lancierte Freud durch den Verdacht, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Hause sei und mehr durch Triebe gesteuert werde, als ihm bewusst sei.

Nicht nur die katholische Kirche hat sich mit dieser Entthronung des Menschen schwergetan. Die These des Kopernikus wurde von Calvin und Luther als schriftwidrig verdammt. Die Auseinandersetzung mit Darwins Evolutionslehre und Freuds Psychoanalyse hält bis heute an. Die Entstehung der Arten durch Mutation und Selektion kommt bekanntlich ohne den Rückgriff auf einen planenden Gott aus.

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