Im Norden Irlands spaltet die Religion noch immer


Höhepunkt der sommerlichen Paraden des Oranier-Orden ist der 12. Juli im Gedenken an die Schlacht am Boyne. Getty Images
Katholiken gegen Protestanten: Der Nordirlandkonflikt ist ein Streit zwischen zwei Konfessionen. Doch eigentlich geht es gar nicht um Religion im engeren Sinne.

Von Martin Alioth | SRF

Wenn die Bewohner der Insel Irland eine andere Hautfarbe hätten als die Engländer, wäre niemand auf den Gedanken gekommen, die Konfession als Unterscheidungsmerkmal zwischen Herrschern und Beherrschten auszuwählen. Dass es so kam, liegt an einer Entscheidung, die vor gut 400 Jahren getroffen wurde.

Damals begann Jakob I., der König von England, mit einer umfassenden Besiedlung Nordirlands durch englische und schottische Untertanen. Auch wollte er der katholischen Bevölkerung den Protestantismus aufzwingen. Katholiken auf der ganzen Insel wurden systematisch diskriminiert.

Konfession als Merkmal der Stammeszugehörigkeit

So ist die Konfession zum Etikett geworden, um die Kontrahenten eines uralten Zwistes zu unterscheiden. Mit Ausnahme von ausgeprägt evangelischen Hitzköpfen führt kaum jemand in Nordirland die Spaltung in Katholiken und Protestanten auf das unterschiedliche Verständnis des Abendmahls oder auf die Verehrung der heiligen Jungfrau zurück.

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