Grundgesetz, Scharia und eine wachsame Öffentlichkeit


Bild: SAT1.NRW
Der Fall hat Aufsehen erregt: Junge Männer patrouillierten als Scharia-Polizei in Wuppertal. Sie wollten Muslime abhalten, Alkohol zu trinken oder in Spielsalons zu gehen. Ein „Dummer-Jungen-Streich“ oder doch mehr? Die Frage muss das Landgericht Wuppertal erneut klären.

Von Elisabeth Zoll | MOZ.de

Auch hierzulande gibt es Muslime, die für eine repressive islamische Ordnung werben. Mit Einwanderern aus Ländern, die keine Trennung zwischen religiösen Geboten und staatlichem Recht kennen, kommen auch alternative Rechtsformen in unser Land: Clangesetze, Stammesregeln, religiöses Recht. Passen diese mit unserem Grundgesetz zusammen? Vor allem die Scharia verunsichert.

Mit dem Begriff drängen sich drastische Bilder auf von barbarischen Strafen. Aber auch von Diskriminierung von Frauen im Islam. Die Scharia gilt Nicht-Muslimen als Synonym für Rückständigkeit und Grausamkeit. Dabei ist die Scharia kein festgeschriebenes Gesetzeswerk. Sie hat Vorgaben zur religiösen Praxis, macht Angaben zum Ehe- und Familienrecht, aber auch zu strafrechtlichen Belangen. Der renommierte Islamwissenschaftler Mathias Rohe betont: „Mit der Scharia können Sie auf den Menschenrechten herumtrampeln oder sie können Menschenrechte damit begründen.“ Das ist eine Frage der Interpretation. Hier liegen Gefahren und Chancen.

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