Ursprünge des muslimischen Antisemitismus: Revitalisierter Rassenwahn


Kampfparole. Eine antiisraelische Demonstration in Berlin. Proteste wie dieser zeugen auch von einem verbreiteten Antisemitismus…Foto: dpa/preview production
Wer muslimischem Antisemitismus entgegentreten will, muss seine historischen Wurzeln in der europäischen Judenfeindschaft und im arabischen Nationalismus kennen.

Von Wolfgang Benz | DER TAGESSPIEGEL

Jedem Taxifahrer in Kairo seien die „Protokolle der Weisen von Zion“ geläufig und sie unterhielten sich, von deren Wahrheitsgehalt überzeugt, gerne darüber mit westlichen Fahrgästen. Gerne ist auch die Rede davon, dass arabische und iranische Sender im psychologischen Krieg gegen den Feindstaat Israel besonders im Ramadan gerne Hasspredigten und TV-Serien wie „Al Shatat“ und „Reiter ohne Pferd“ ausstrahlen. Dabei handelt es sich um Horrorszenarien, die antisemitische Topoi wie die Legenden vom Brunnenvergiften oder vom Ritualmord illustrieren, oder die Mär vom jüdischen Streben nach Weltherrschaft gegen Israel instrumentalisieren.

Dies sind nur zwei weithin geläufige Erzählungen über „den“ muslimischen Antisemitismus. Doch was beweisen diese Beobachtungen? Sie sind ebenso wahr und verdammenswert wie Berichte über Berliner Schüler mit arabischen Wurzeln, die einen jüdische Mitschüler umringen, um ihm zu sagen: „Wallah, Hitler war ein guter Mann, denn er hat die Juden getötet“. Das gilt auch für pro-palästinensische Demonstranten, die am Brandenburger Tor israelische Fahnen verbrennen.

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