Zauberlehrling der Evolution


Rezension zum Buch „Kritische Studie zur Evolutionstheorie“

Von Klaus Steiner | Richard-Dawkins-Foundation

Bei den Herausgebern des Buchs handelt es sich um folgende Personen: Marian Christof GRUBER ist Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz (Österreich) und Vorstand des Instituts für Philosophie an der Päpstlichen Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, die eine Reihe von Schriften herausgebracht hat. Wolfgang WEHRMANN ist Professor an der Technischen Universität Wien und emeritierter Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz.

Das Buch ist in mehrere Kapitel fünf verschiedener Autoren aufgeteilt, die sich z. B. mit Erkenntnistheorie und Logik, mit Wahrheitstheorie und der Biologie, mit mathematischen und technischen Wissenschaften sowie mit der Frage der Lebensentstehung beschäftigen. Weitere Themen sind die Embryologie, Fossilien, der Menschen, Evolution im Biologieunterricht und der „Zauberlehrling der Evolution“. Gestützt wird sich auf Aussagen von Gewährsleuten wie Teilhard DE CHARDIN, Thomas VON AQUIN und AUGUSTINUS.

Die Autoren des Buches vertreten kreationistische Ansichten – deutlich erkennbar z. B. an Christof GRUBERs Bezeichnung der „fortgesetzten Schöpfung“ (S. 150/160), der „gestuften Schöpfung“ (S. 168) und der „totalen Schöpfung“ (S. 160/167/178). Einen kritisch-rational denkenden Atheisten mag das an den Rand der Erschöpfung bringen, da sich kreationistische Argumentation meist durch Unwissen auszeichnet. Dies mündet dann zumeist in unlogischen Schlussfolgerungen, absichtlichem oder unabsichtlichem Verdrehen oder Verschweigen von Fakten.

Wer wissen will, braucht nicht zu glauben

Im Anhang setzt sich einer der Autoren mit dem Thema „Tradition“ auseinander. Offenbar ist die Intention dafür Sorge zu tragen, dass seine Adressaten die von ihm verbreiteten „alternativen Fakten“ auch glauben und möglichst verbreiten. Ludwig WITTGENSTEIN muss mit einem eigenen Zitat als „Indoktrinator“ herhalten: „Das Kind lernt, indem es dem Erwachsenen glaubt“ (S. 195). Des Weiteren heißt es, die Tradition sei zugleich universal und konkret und habe das zu bieten, wonach allgemein das Bedürfnis stehe: weg vom Spezialistentum und kurzsichtigen, trivialen Problemperspektiven (vgl. S. 198). Im Folgenden werde ich aufzeigen, wie mit „Spezialistentum“ der „Wahrheit“ doch um einiges näher zu kommen ist.

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