Türkei greift Kurdengebiet an


Ein türkischer Panzer fährt am Donnerstag in der türkischen Grenzstadt Reyhanli in Richtung Syrien. (Foto: dpa)
  • Türkische Truppen haben kurdische Gebiete in Syrien massiv mit Granaten beschossen.
  • Russland hat 100 Militärpolizisten in die Region Afrîn geschickt.
  • Die Türkei sieht die Attacken als Verstoß gegen die Vereinbarung über vier Deeskalationszonen in Syrien.

Von Paul-Anton Krüger | Süddeutsche Zeitung

Türkische Truppen haben in der Nacht zum Freitag den kurdischen Kanton Afrîn in Syrien massiv mit schwerer Artillerie beschossen. Ein Sprecher der kurdischen YPG-Milizen sagte am Freitagmorgen, es seien etwa 70 von der Türkei aus abgefeuerte Granaten in dem Gebiet eingeschlagen.

Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli bekräftigte in Ankara, die Militäroperation gegen die YPG in Afrîn habe „de facto begonnen“. Türkische Soldaten hätten die Grenze aber bislang nicht überschritten. Die Bundesregierung rief Ankara zur Mäßigung auf. Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz als Terror-Organisation und Ableger der PKK. Auch im Gebiet der 100 Kilometer östlich gelegenen Stadt Manbij droht Ankara mit einer Militäroperation gegen die Miliz.

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