Moskau lässt die Kurden in Afrin fallen


Foto soll Bombardierung von der Stadt Afrin dokumentieren. Bild: pydrojava.net
Offenbar wurde ein Deal zwischen Moskau und Ankara geschmiedet, türkische Kampfflugzeuge flogen die ersten Einsatz, Moskau betont, man werde sich nicht einmischen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie es aussieht, werden die Kurden in Afrin alleine gelassen. Die Amerikaner haben kein Interesse an Afrin, aber halten noch zu den SDF östlich des Euphrat, um dort ihr Einflussgebiet zu schützen. Zuletzt hieß es noch aus dem russischen Außenministerium, dass die russischen Beobachtungsposten in Afrin nicht abgezogen worden seien. Vor wenigen Minuten berichtete das russische Verteidigungsministerium nach Interfax, die Beobachtungssoldaten seien aus Afrin abgezogen worden. Gestern verhandelten auch noch russische und türkische Militärs, während die Türkei den Beschuss von Zielen in Afrin begann und sich mit Truppenverbänden und Söldnergruppen auf eine Bodenoffensive vorbereitete.

Nachdem heute aber die türkische Luftwaffe in Afrin Angriffe geflogen hatte, war klar, dass Moskau im größeren geostrategischen Schachspiel die Türken gewähren lässt. Man wird schauen müssen, was Moskau für das Stillhalten als Preis verlangt hat.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur AA meldete, dass türkische Kampflugzeuge „Beobachtungsposten und andere Ziele der PYD/PKK-Terroristen“ in Afrin bombardiert hätten. Man habe auch Explosionen auf der türkischen Seite gehört, nachdem türkische Flugzeuge die Grenze zu Syrien überquert hätten. Überdies scheinen am Boden zunächst die Kämpfer der türkischen Söldnergruppen, die von der Türkei „Freie Syrische Armee“ genannt werden, vorgeschickt worden zu sein. Sie hätten mit gepanzerten Fahrzeugen die Grenze überqueren können und seien auf keinen Widerstand gestoßen.

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