Was Großwildjagd zum Naturschutz beitragen kann


foto: picturedesk / bill young / danita delimoent Oryxantilopen, Zebras und Giraffen tummeln sich im Etosha-Nationalpark, Namibia. Das Land ist Vorbild bei der nachhaltigen Jagd.
Forscher schlagen ein Zertifizierungssystem, das Geld für den Naturschutz bringen kann, für eine nachhaltige Jagd von Großwild vor

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Der Löwe Cecil erlangte traurige Berühmtheit: Er wurde 2015 von einem US-amerikanischen Zahnarzt erschossen – obwohl er von Forschern mit einem Sendehalsband ausgestattet war und im Hwange-Nationalpark in Simbabwe lebte. Sein Tod löste weltweit massive Proteste und Debatten über die unethischen Praktiken der Trophäenjagd aus. Folglich verboten einige Länder, etwa Australien und die Niederlande, die Einfuhr von Trophäen wie Stoßzähnen, Haut und Kopf. Eine Maßnahme, die die Jagdindustrie empfindlich trifft, denn ein Trophäenjäger ohne Trophäe ist wie ein Fotograf ohne Fotos.

Etliche Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten, Pro Wildlife und auch der Nabu fordern auch für Deutschland und Österreich ein pauschales Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, denn Cecil sei kein Einzelfall und die Trophäenjagd ein grausames Relikt aus der Kolonialzeit. Doch die Weltnaturschutzunion IUCN und zahlreiche Wissenschafter – auch jene, die nun Cecils Nachkommen in Simbabwe beobachten – warnen davor, die Trophäenjagd grundsätzlich zu verdammen, und empfehlen, Einfuhrverbote gut abzuwägen: „Unter bestimmten Bedingungen kann die Trophäenjagd zum Naturschutz beitragen“, sagt auch Thomas Wanger, Agrarökologe an der Universität Göttingen.

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