Klimawandel und immer mehr Migration


Das untergehende Dorf Shishmaref auf der Insel Sarichef im Norden Alaskas. Foto: Shishmaref- Erin / CC BY 2.0
Neue Forschungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2100 zu einer Verdreifachung der Klimaflüchtlinge kommen könnte, die Zuflucht in Europa suchen

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Seit Jahren erstellen Experten immer wieder Projektionen mit anschließenden heftigen Debatten darüber, wie viele Menschen durch Naturkatastrophen, Dürre oder steigendem Meeresspiegel ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg in andere Regionen machen werden. Einig ist sich die große Mehrheit der Wissenschaftler, dass der globale Klimawandel stattfindet und weltweit zunehmend Menschen in die Migration treibt.

Schwierig wird es bereits bei der Definition, was ein „Klimaflüchtling“ eigentlich ist, der Duden definiert ihn als „Person, die ihre Heimat verlassen hat oder verlassen musste, um den dort herrschenden, insbesondere durch Klimawandel verursachten ungünstigen Umweltbedingungen zu entgehen.“

Deswegen sprechen viele Experten (und auch Wikipedia) lieber von „Umweltflüchtlingen“. Aber selbst dieser Begriff ist etwas schief, denn eigentlich handelt es sich gar nicht um Flüchtlinge – zumindest nicht nach der Definition der Genfer Flüchtlingskonvention, denn die umfasst nur die Person(en), die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt“ (vgl. „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“).

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