Todesurteil gegen deutsche Islamistin ist für Berlin ein Dilemma


Im Juli 2017 werden drei Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft in Mossul verhaftet. Sie hatten sich dem IS angeschlossen. Die Deutsch-Marokkanerin Lamia K. wurde nun zum Tode verurteilt. Quelle: WELT/Katharina Kuhnert
Im Irak soll eine Islamistin aus Deutschland hingerichtet werden. Sie hatte sich angeblich der Terrormiliz IS angeschlossen. Das Todesurteil könnte einen diplomatischen Eklat auslösen.

Von Florian Flade | DIE WELT

Als Lamia K. noch in Deutschland war, schwärmte sie am heimischen Computer in der Wohnung in Mannheim vom Kalifat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die gebürtige Marokkanerin veröffentlichte Facebook-Einträge voller Lob für die Terrorkämpfer, übersetzte und veröffentliche wohl sogar Reden der IS-Anführer aus dem Arabischen. Über das Internet lernte sie dann irgendwann auch einen Islamisten kennen, der tatsächlich in Syrien gekämpft hat. Er soll sie überzeugt haben, sich den Dschihadisten anzuschließen.

Heute sitzt Lamia K. in einem Gefängnis in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Am vergangenen Donnerstag hat das zentrale Strafgericht die 50-jährige Deutsche zum Tode verurteilt. Sie soll eine Anhängerin der Terrormiliz IS sein und war nach Überzeugung der Richter auch an Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt. Nun soll die Mannheimerin durch Erhängen am Galgen sterben.

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